Luke Littler dominiert SuljovicFavoritensterben bei Darts-WM geht weiter - mit einer Ausnahme

Luke Littler marschiert weiter ohne Satzverlust durch die Darts-WM. Der 18-jährige Titelverteidiger rasiert den Österreicher Mensur Suljovic glatt mit 4:0-Sätzen. Im Spiel zuvor erwischte es den nächsten Mitfavoriten.
Nach dem ersten Satz lächelt Mensur Suljovic bereits das erste Mal - obwohl es aus seiner Sicht eigentlich nichts zu lachen gibt im Duell mit Darts-Dominator Luke Littler. Der erste Satz geht in Windeseile an den amtierenden Weltmeister. Bei der "Mission Titelverteidigung" im Londoner Alexandra Palace spielt Littler groß auf. Auch der zweite Satz geht mit 3:0 an den Superstar der Szene. Wieder lächelt Suljovic, als er zur zweiten Pause die Bühne heruntergeht. Wieder ist es ein Lächeln voller Begeisterung, Respekt und Verzweiflung zugleich.
Ein ähnliches Bild ergibt sich nach Satz drei: Hier ist Suljovic kurz davor, seinem übermächtigen Gegner einen Satz zu klauen. Doch beim Stand von 2:2 in den Legs packt Littler ein Highfinish aus. Der Titelverteidiger zieht auf 3:0 davon. Suljovic quittiert die absurde Dominanz Littlers mit einem Lächeln und Kopfschütteln. Wenige Minuten später ist die Partie vorbei. Littler gewinnt auch den vierten Satz in überragender Manier. Am Ende steht der 18-Jährige bei einem Punkteschnitt von 107 pro Aufnahme - nur der Niederländer Gian van Veen hatte diesen in Runde zwei knapp überboten (108).
Suljovic spielte unterdessen deutlich besser als in seinem viel diskutierten Zweitrundenmatch gegen Joe Cullen. Doch Littler ist allen anderen Dartprofis derzeit meilenweit voraus. Sein spielerisches Grundniveau erreicht eine andere Umlaufbahn als das seiner Konkurrenten.
Littler ist damit auch nach dem dritten Spiel bei seiner erst dritten WM ohne Satzverlust. "The Nuke" (Die Atomwaffe), wie Littler genannt wird, ist immun gegen das Favoritensterben auf der wichtigsten Darts-Bühne der Welt.
Mitfavorit Bunting überraschend raus
Im zweiten Spiel der Samstagabendsession hatte zuvor überraschend der Engländer James Hurrell seinen Landsmann und Weltranglisten-Vierten Stephen Bunting aus dem Turnier geworfen. Hurrell, vor dem Turnier auf Platz 63 der Weltrangliste notiert und bestenfalls als ambitionierter Außenseiter ins Turnier gestartet, gewann die Partie knapp, aber hochverdient mit 4:3. Es ist die nächste dicke WM-Überraschung - in den ersten beiden Runden vor Weihnachten waren bereits 17 der 32 gesetzten Spieler ausgeschieden.
In der ersten Partie am Samstagabend gab es unterdessen für die zahlreichen deutschen Fans im "Ally Pally" einen Dämpfer: Ricardo Pietreczko schied gegen den Schweden Andreas Harrysson aus. Die größten Hoffnungen auf ein deutsches Darts-Wintermärchen ruhen damit jetzt auf den Schultern von Martin Schindler. Der Weltranglisten-13. trifft am heutigen Sonntagnachmittag (13.45 Uhr, Sport1/DAZN) auf den Engländer Ryan Searle - und würde im Falle des Weiterkommens auf James Hurrell treffen.
Außerdem sind aus deutscher Sicht noch Gabriel Clemens und Arno Merk im Einsatz. Beide gehen aber als klare Außenseiter in die dritte WM-Runde. Clemens trifft im zweiten Spiel der Abendsession (ca. 21.30 Uhr, Sport1/DAZN) auf 2024er-Weltmeister Luke Humphries. Merk bekommt es im Anschluss mit dem dreifachen Weltmeister Michael van Gerwen zu tun.