Millionen in den Sand gesetztFehlinvestition für Fackellauf
Der Fackellauf für die Spiele von Peking gilt als der größte der Geschichte. Gut, dachte sich die Stadt Benxi - dann investieren wir auch ordentlich Geld, um die Fackel willkommen zu heißen. Doch dann wurde die Route geändert.
Die chinesische Stadt Benxi hat nach einem Zeitungsbericht umgerechnet fünf Millionen Euro für den olympischen Fackellauf ausgegeben, bevor sie überraschend von der Route gestrichen wurde. Seit April habe sich die 1,5 Millionen Einwohner zählende Stadt in der Nordostprovinz Liaoning auf den großen Moment vorbereitet, berichtete die Zeitung "Tiyu Huabao".
Es sei als Chance gesehen worden, Werbung für die Industriestadt zu machen, die in den 80er Jahren wegen ihrer Luftverschmutzung nicht einmal mehr von Satelliten aus zu sehen war. Als Motto sei aufgegeben worden, "alle Ressourcen darauf zu konzentrieren, die Fackel willkommen zu heißen".
Scharfe Sicherheitsmaßnahmen
Ein Funktionär des Finanzamtes habe enthüllt, dass 50 Millionen Yuan (4,6 Millionen Euro) ausgegeben worden seien, schrieb die Zeitung. Es seien scharfe Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden. Die Bewohner entlang der Strecke seien registriert und aufgefordert worden, am Tag des Fackellaufes zu Hause zu sein, aber nicht die Fenster zu öffnen.
Auf ihren Balkonen seien Poster und Flaggen angebracht worden. Es habe zwei Proben gegeben. Nur ausgesuchte Zuschauer hätten am Wegesrand stehen dürfen. Fast alle Angestellten des Gerichts seien aufgefordert worden, "mit einem Lächeln im Gesicht" die Fackel zu begrüßen.
Keine Zeit für den Fackellauf
Doch sei Benxi Mitte Juli plötzlich von der Route gestrichen worden. Ein Sprecher der Olympia-Organisatoren (BOCOG) begründete die Absage damit, dass nicht genug Zeit gewesen sei, um den Fackellauf wie geplant an einem Tag in Benxi, Liaoyang und Anshan stattfinden zu lassen.
Wie viel Benxi ausgegeben habe, wisse er nicht. Doch halte er es für "unmöglich", dass es 50 Millionen gewesen seien. So viel gebe selbst Peking nicht aus. Der Fackellauf wurde in der Provinz Hebei fortgesetzt, die die Olympia-Stadt umschließt.