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"Haben keine Angst vor den Kiwis" Italien nimmt den Mund voll

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(Foto: REUTERS)

"Nach den Leistungen von Spanien, Frankreich, England und auch Deutschland können wir erneut Weltmeister werden", tönt Vincenzo Iaquinta vor dem Spiel der Squadra Azzura gegen Neuseeland. Dabei haben die Italiener genug eigene Probleme

Daniele De Rossi redet Klartext - auch vor Italiens zweitem WM-Gruppenspiel in Nelspruit gegen Neuseeland. "Wir sind besser und müssen sie schlagen", fordert der Mittelfeldspieler vor der Partie (16.00 Uhr/ARD und im n-tv.de-Liveticker). Alles andere wäre eine Katastrophe für den Fußball-Weltmeister, räumt der Römer unwunden ein. Andere mögen warnen vor den athletischen und kampfstarken "Kiwis", die ihre Größe ausspielen wollen. Doch in der Welt des Daniele De Rossi sind die Neuseeländer nur eine kleine Episode bei der "Operation Titelverteidigung". "Nach den Leistungen von Spanien, Frankreich, England  und auch Deutschland können wir erneut Weltmeister werden", tönte auch Stürmer Vincenzo Iaquinta.

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De Rossi - ein selbstbewusster Römer, der weiß was er kann.

(Foto: AP)

De Rossi wirkt nicht arrogant, nur selbstbewusst. Er traut sich auszusprechen, was andere nur denken. "Wir müssen unter die letzten Vier kommen. Alles andere wäre eine Pleite", sagt der Blondschopf mit dem zotteligen Vollbart. Danach sei alles möglich, auch die Erfüllung des Traums von der Titelverteidigung. Dass die verunsichert in die WM gestarteten "Azzurri" nun so viel Selbstvertrauen haben, verdanken sie nicht zuletzt ihm. Mit seinem Ausgleichstreffer im Auftaktspiel gegen Paraguay (1:1) rettete er dem Gruppenfavoriten zumindest einen wichtigen Punkt, der dem Team alle Möglichkeiten offen hält.

Der Römer übernimmt Verantwortung in der Squadra Azzurra. Und das nicht erst, seit in Regisseur Andrea Pirlo (Wadenzerrung) und Torwart Gianluigi Buffon (Bandscheibenvorfall) zwei charismatische Führungskräfte ausgefallen sind. Für Auswahl-Coach Marcello Lippi ist der stets bis zum Letzten kämpfende Römer eine feste Größe geworden. Erst recht, seitdem der frühere Hitzkopf seine Nerven im Griff hat.

Lippi verordnet flaches Spiel

Kämpfen wird er auch gegen die baumlangen Neuseeländer. Lippi hat schnelles, flaches Spiel angeordnet, um den kopfballstarken Gegner auszuspielen. Die "Kiwis" wollen genau das verhindern und die Hoheit in der Luft übernehmen. "Wir wären dumm, wenn wir uns das nicht vornehmen würden", sagte Ricki Herbert. Ecken und Freistöße sollen her. "Wir haben nichts zu verlieren", glaubt der Trainer, der bei Neuseelands erster WM-Teilnahme 1982 als Spieler dabei gewesen ist.

Nach dem 1:1 gegen die Slowakei geben sich die "All Whites" forsch. "Vielleicht denken die Italiener seit dem Punkt gegen die Slowakei ja schon etwas anders über uns", hofft Herbert. Dank des Last-Minute-Treffers durch den gefeierten Winston Reid holte Neuseeland den ersten WM-Punkt überhaupt. Zudem ist die Rückkehr von Vizekapitän Tim Brown gut möglich, der wegen seiner Schulterfraktur im Testspiel am 24. Mai gegen Australien zum WM-Auftakt nicht zum Einsatz gekommen war. "Wir können auch ihnen einige Probleme bereiten", betonte der in Göppingen geborene neuseeländische Stürmer Shane Smeltz mit Blick auf die Champions aus Italien.

Buffon wird am Rücken operiert

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Im Finale will Stammkeeper Buffon wieder dabei sein. Seine "Azzurri" versprachen ihm bedingungslosen Einsatz. Allen voran Buffons furchtloser Vertreter Federico Marchetti.

(Foto: dpa)

Buffon wird sich wegen seines Bandscheibenvorfalls nach der Weltmeisterschaft operieren lassen. "Ich muss jetzt auch einmal an mich denken und mich nach der Rückkehr nach Italien der Operation unterziehen", sagte der Keeper von Juventus Turin vor dem Spiel der Azzurri am (morgigen) Sonntag in Nelspruit gegen Neuseeland.

Der 32-Jährige reiste am Samstag nicht mit der Mannschaft nach Nelspruit, sondern setzte seine Therapie im italienischen WM-Quartier in Centurion fort. Zuvor hatte Buffon ganz frech angekündigt, im WM- Finale in Johannesburg wieder für Italien spielen zu wollen. Eine Rückkehr des viermaligen Welttorhüter des Jahres erscheint jedoch höchst unwahrscheinlich. Wann Buffon wieder spielfähig ist, sei derzeit nicht absehbar, hatte Italiens Teamarzt Enrico Castellacci erklärt.

Quelle: ntv.de, dpa/sid