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Ski-Festspiele ohne DSV-Adler Geiger fliegt bei Team-Pleite aus seinem "Loch"

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Das leichte Lächeln hat sich Geiger hart erkämpft.

(Foto: AP)

Im Team gibt es für die deutschen Skiflieger zum Saisonende nichts zu holen, fast 100 Meter liegen sie hinter dem Podest zurück. Während die Slowenen vor eigenem Publikum in Planica nochmal eine richtig große Show liefern, rappelt sich immerhin Karl Geiger noch einmal auf.

Mit müder Stimme kämpfte Karl Geiger gegen den infernalischen Lärm 20.000 siegestrunkener slowenischer Fans an. Beim enttäuschenden fünften Platz der DSV-Adler beim letzten Teamwettbewerb der Saison hatte Deutschlands bester Skispringer im Party-Hotspot Planica immerhin für Schadensbegrenzung gesorgt - mit fast leerem Tank. "Gestern bin ich in ein Loch gefallen, heute war es besser", sagte der Oberstdorfer in der ARD: "Wir sind alle froh, wenn wir endlich heim dürfen."

Geiger zeigte einen Tag nach seinem zwölften Rang im vorletzten Einzelwettkampf, mit dem er die letzte realistische Chance auf den Gewinn des Gesamtweltcups vergeben hatte, eine bemerkenswerte Reaktion. Von der riesigen Letalnica-Schanze segelte der 29-Jährige auf 229,0 und 231,5 Meter, war damit der stärkste der DSV-Adler. Diese waren aber bei der großen Flugshow der Konkurrenz chancenlos - weil bei Markus Eisenbichler und vor allem Constantin Schmid wenig lief.

"Wir müssen das schlucken, zwei von uns waren heute einfach nicht gut genug", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. Mit 1425,8 Punkten lag seine Auswahl nach acht Flügen fast 100 Meter hinter dem dritten Rang und 146 Meter hinter Sieger Slowenien zurück. Der favorisierte Gastgeber (1601,1) gewann vor Norwegen (1576,9) und Österreich (1544,2). Der weiteste Flug gelang dem Norweger Halvor Egner Granerud mit 244,0 Metern.

"Heute nicht so überwinden können"

Im deutschen Team überzeugte neben Geiger Andreas Wellinger (Ruhpolding/220,5+228,0). Der deutsche Rekordhalter Eisenbichler (Siegsdorf/196,0+218,5) und Schmid (Oberaudorf/186,0+199,5) konnten sich immerhin im zweiten Durchgang steigern, nachdem sie zuvor jeweils rund 40 Meter auf die besten Springer ihrer Gruppe verloren hatten.

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"Ich habe mich heute nicht so überwinden können, wie ich das normal mache. Ich kann beim Fliegen nicht so an meine Grenze gehen. Der Kopf sagt, es ist gut, du brauchst mal eine Pause", sagte Eisenbichler. Schmid meinte: "Ich kann mich nur beim Team entschuldigen." Die deutsche Mannschaft war vor zwei Wochen mit Severin Freund anstelle von Schmid hinter Slowenien Vizeweltmeister geworden.

Noch zwei Flüge beim Finale der 30 besten Springer im Weltcup am Sonntag (10 Uhr/ARD und Eurosport) trennen Geiger und Co. vom ersehnten Urlaub nach einer mehr als viermonatigen Saison. Bei 89 Punkten Rückstand auf den Japaner Ryoyu Kobayashi muss Geiger gewinnen und darf Kobayashi maximal 21. werden, damit der Allgäuer doch noch die große Kristallkugel holt. "Der Weltcup ist durch für mich, das ist unmöglich", sagte Geiger: "Ich muss jetzt einfach nochmal die letzten Kräfte mobilisieren."

Quelle: ntv.de, ara/sid

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