Sport

Segel-Krimi bei der Vendee Globe Herrmann ist ganz dicht an der Sensation

19d030dd023a423e1fe8d53226077247.jpg

Furios in Fahrt.

(Foto: imago images/PanoramiC)

Solosegler Boris Herrmann gelingt schon vor dem Erreichen der Ziellinie eine Ausnahmeleistung. Er kreuzt am 77. Tag seiner Weltumsegelung die eigene Kurslinie vom Rennauftakt. Die Entscheidung bei der Vendee Globe entwickelt sich derweil immer mehr zum Krimi - mit besten Chancen für Herrmann.

Boris Herrmann sehnt das Ende im Segel-Krimi bei der Vendee Globe sehnsüchtig herbei. "Das Rennen stand für mich unter einem guten Stern. Aber es war deutlich härter als gedacht", sagte der 39-Jährige der "Bild am Sonntag": "Ich bin normalerweise glücklich auf See. Doch jetzt habe ich wirklich die Nase voll. Und bin froh, bald zurück zu sein."

Bei seiner Premiere bei der legendären Non-Stop-Regatta für Einhandsegler rund um die Welt kämpft Herrmann weiter um den Sieg. Kurz vor dem Ziel vor Les Sables d'Olonne liegt der Hamburger als Dritter nur 44,7 Seemeilen hinter dem Franzosen Louis Burton, der am Sonntagnachmittag die Führung übernommen hat.

"Ich bin im Moment positiv überrascht und stehe nach jetzigem Stand auf dem Podium. Das ist natürlich noch nicht sicher. Es ist in der Spitze sehr eng", sagte Herrmann: "Da kann auch noch ein siebter Platz dabei rumkommen. Meine Erwartung ist, solide ins Ziel zu fahren." Herrmann erhält im Ziel noch eine sechsstündige Zeitgutschrift, weil er Anfang Dezember an der Rettung von Kevin Escoffier teilgenommen hatte.

So oder so ist Herrmann schon vor Erreichen der Ziellinie eine Ausnahmeleistung gelungen. Er kreuzte am 77. Tag seiner Solo-Weltumseglung nämlich die eigene Kurslinie vom Rennauftakt. Damit hat Herrmann die Welt als erst dritter deutscher Segler nach Wilfried Erdmann (1984/85 und 2000/2001) und Susanne Huber-Curphey (2018/2019) und als erster Regatta-Teilnehmer allein und nonstop umrundet.

Nach all den Strapazen auf hoher See, den riesigen Wellen, der Kälte und der Einsamkeit freut sich Herrmann darauf, im Ziel seine Frau "in die Arme zu schließen" und die ganz normalen Dinge des Alltags wieder zu erleben. "Erst einmal bleiben wir ein paar Tage an der Küste. Und dann geht es zurück nach Deutschland. Wieder in Hamburg zu sein - die Rückkehr in den Alltag -, das wird schön. Es gibt so viel kleine Dinge wiederzuentdecken", sagte er: "Alles ist wieder neu. Der Supermarkt, die Umgebung, der Duft des Kaffees zu Hause. Darauf freue ich mich."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid