Kult-Rennen in IndianapolisIm "größten Spektakel" wird Schumacher mindestens eine ewige Durststrecke beenden

Auf Mick Schumacher wartet eine der kultigsten Strecken im Rennsport. Im legendären Indy 500 wird der deutsche Pilot eine deutsche Durststrecke beenden.
Beim Helmdesign für seine Indy-500-Premiere orientierte sich Mick Schumacher an zwei ganz unterschiedlichen Kultfiguren des Motorsports. Lightning McQueen, der Rennwagen aus dem Disney-Klassiker "Cars", kam ihm in den Sinn. Und natürlich spielte auch Papa Michael eine Rolle bei der Farbauswahl. "Rot ist für mich eine wunderschöne Farbe. Mein Vater hatte sie über sehr lange Zeit. Ich wollte einfach etwas Besonderes machen und hatte das Gefühl, dass das die richtige Wahl ist", sagte Schumacher.
Fuß gefasst wie Rekordweltmeister Michael Schumacher hat Mick in der Formel 1 nicht. Nun aber steht der 27-Jährige vor einem ikonischen Rennen, das selbst sein berühmter Vater nicht in der Vita stehen hat. Mehr noch: Wenn Mick am 24. Mai über das 2,5-Meilen-Oval des Indianapolis Motor Speedway rast, ist er der erste deutsche Rennfahrer seit 1923, der am Indy 500 teilnimmt.
Am Dienstag bestritt Schumacher erste Trainingsfahrten. 84 Runden spulte der Rookie des Teams RLL Honda ab, sein persönlicher Bestwert war eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 220,280 Meilen pro Stunde (354,506 km/h) auf einer fliegenden Runde. Im Klassement des ersten Trainingstages belegte Schumacher damit den 32. Platz.
"Unterhaltsam", aber noch nicht ganz zufrieden
Von einem "unterhaltsamen Tag" sprach Schumacher hinterher, ganz zufrieden war er aber nicht: "Es war auf jeden Fall den ganzen Tag über viel los. Wir hatten gehofft, am Ende ein besseres Gefühl zu haben, aber das war einfach nicht der Fall." Man werde sich neu sortieren und "hoffentlich mit einem besseren Verständnis dafür zurückkommen, was wir tun müssen."
Die Zeitenjagd stand allerdings weniger im Vordergrund. Vor allem geht es im Training darum, vor dem ersten Qualifying am Samstag Erfahrungen mit dem speziellen Fahrstil auf dem Ovalkurs von Indianapolis zu sammeln. Die Linienwahl, das Verhalten des Autos im Verkehr - beim Indy 500 sind das für Neulinge schwierige Learnings. Das Vertrauen ins Auto bei dauerhaft extrem hohem Tempo muss hart erarbeitet werden.
Lehrgeld gezahlt hat Schumacher in seiner Rookie-Saison bereits reichlich. Besser als Platz 17 war er bislang nie. Am vergangenen Wochenende vergab er die Chance auf sein bislang bestes Resultat in der IndyCar Series in der Schlussphase des Rennens in Indianapolis leichtfertig. Auf der Grand-Prix-Strecke, wo sein Vater Michael einst vier Formel-1-Siege gefeiert hatte, lag er kurz vor dem Ziel auf Platz elf. Eine Durchfahrtsstrafe nach einer Kollision warf ihn aber auf Platz 20 zurück.
Der Blick richtet sich nun nach vorn. "The Greatest Spectacle In Racing" nennen die US-Amerikaner "ihr" Indy 500. Mick Schumacher ist als einer von 33 Fahrern mittendrin.