Sport

"Die DTM ist kein Sprungbrett"Tabellenführer Maro Engel vor der Jagd in den Dünen

21.05.2026, 16:08 Uhr
imageInterview: Helena Sonntag
00:00 / 04:53
DTM-1-2
DTM - Gruppe C Photography (Foto: Gruppe C Photography)

Vom Red Bull Ring an die Nordsee: Besser hätte der Auftakt in seine Jubiläumssaison kaum laufen können: Mercedes-AMG-Pilot Maro Engel hat sich mit einem Sieg auf dem Red Bull Ring direkt an die Spitze der DTM-Wertung gesetzt. Für den Routinier ist es bereits das zehnte Jahr in der traditionsreichen Rennserie – und die Begeisterung ist ungebrochen. Vor dem anstehenden Highlight-Rennen auf dem anspruchsvollen Dünenkurs im niederländischen Zandvoort spricht der Tabellenführer im ntv.de-Interview über die enorme Leistungsdichte der Serie, das Erfolgsgeheimnis hinter seiner beeindruckenden Konstanz und die besondere Geschichte hinter dem „Geparden“-Look seines Rennwagens.

DTM-1-2
DTM - Gruppe C Photography (Foto: Gruppe C Photography)

ntv.de: Herr Engel, Sie feiern in diesem Jahr Jubiläum und bestreiten bereits Ihre zehnte DTM-Saison. Welche Bedeutung hat die DTM für Sie?

Maro Engel: Die DTM steht für mich für absoluten Spitzensport. Es geht eng zu, Tür an Tür, Rad an Rad, ab und an mit ein bisschen Lackaustausch - und genau das macht es so spannend. Die DTM ist eine unglaublich harte Serie, von der ich schon als Kind Fan war. Zu Events wie dem Norisring kommen über 100.000 Zuschauer, die genau diesen Motorsport sehen wollen. Für mich ist die DTM kein Sprungbrett, sondern eine Serie, in der man angekommen ist und sich mit den besten GT-Profis der Welt misst. Genau darin liegt der Reiz. In meine zehnte Saison zu gehen, macht mich stolz und ich freue mich nach wie vor auf jedes bevorstehende Rennen.

Sie reisen als Tabellenführer zum nächsten Lauf. Mit welchem Gefühl blicken Sie mit einigen Tagen Abstand auf dieses erfolgreiche Auftaktwochenende zurück?

DTM-1-2
DTM - Gruppe C Photography (Foto: Gruppe C Photography)

Der Sieg auf dem Red Bull Ring war ein gelungener Saisonstart und eine Bestätigung für die harte Arbeit, die wir im Winter investiert haben. Bei den Testfahrten ging es vor allem darum, die neuen Reifen schnell zu verstehen. Dass wir das direkt in ein so starkes Wochenende am Red Bull Ring umsetzen konnten, fühlt sich sehr gut an. Mein letzter Sieg war auch schon eine Weile her – das hat den Moment umso schöner gemacht und ich habe ihn einfach genossen. Den Abend haben ich gemeinsam mit meiner Frau beim Konzert von Umberto Tozzi ausklingen lassen, was das perfekte Ende für einen sehr schönen Tag war.

Der nächste Stopp im Rennkalender ist Zandvoort. Welche persönlichen Erinnerungen verbinden Sie mit dem niederländischen Dünenkurs?

Vor allem ganz besondere Erinnerungen an meinen Sieg in der Saison 2023. Das war ein fantastisches Wochenende – tolles Wetter, ein starkes Qualifying und ein sehr gutes Rennen. Für mich war es der erste Sieg in der GT3-Ära der DTM. Wenn du in der DTM auf dem Podium stehst, hast du schon einen sehr guten Job gemacht. Wenn du ganz oben stehst, sind das ganz besondere Momente, auf die man mit Stolz zurückblickt.

DTM-1-2
DTM - Gruppe C Photography (Foto: Gruppe C Photography)

Was macht die Charakteristik des Circuit Zandvoort aus Fahrersicht so besonders und anspruchsvoll?

Zandvoort ist für mich eine der schönsten Strecken im Kalender. Sie wird nicht umsonst oft als „kleine Nordschleife“ bezeichnet: Es geht bergauf und bergab mit einer Mischung aus schnellen und langsamen Kurven. Die Strecke ist in die Natur eingebettet und jede Runde macht einfach Spaß. Die beiden Steilkurven haben die Strecke noch spektakulärer gemacht. Dazu ist die Atmosphäre dort immer besonders.

Ein Blick auf Ihre Statistik zeigt eine beeindruckende Konstanz: Allein seit 2024 stehen 13 Podiumsplätze in Ihrer DTM-Bilanz. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis für diese Zuverlässigkeit und wie entscheidend ist sie letztlich im Titelkampf?

Konstanz ist in der DTM extrem wichtig und entscheidend, wenn du den Titel holen willst. Darauf legen wir als Mercedes-AMG Team Ravenol auch großen Wert. Wir hinterfragen uns nach jeder Session, nach jedem Einsatz und versuchen, uns ständig zu verbessern. Wenn man konsequent das Maximum herausholt, folgen auch die Ergebnisse.

DTM-1-2
DTM - Gruppe C Photography (Foto: Gruppe C Photography)

Ihr Mercedes-AMG GT3 fällt im Feld optisch sofort auf. Wie ist die Idee zu diesem markanten Design entstanden?

Das Design finde ich richtig cool. Der Gepard ist das schnellste Landtier der Welt, passt damit perfekt zum Rennsport und verleiht dem Auto einen besonders prägnanten Look. Die Idee kam tatsächlich von meinem Vater, der in seinem Berufsleben als Designer tätig war, als er mich bei einem Rennen am Norisring besucht hat. In einem Gespräch mit den beiden Verantwortlichen von Ravenol nahm das Ganze dann konkrete Formen an. Mir gefällt es super und ich freue mich darauf, bei den nächsten DTM-Rennen mit dem Gepard wieder auf die Jagd nach weiteren Siegen zu gehen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Mit Maro Engel sprach Helena Sonntag

Quelle: ntv.de

DTMSportwagen