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Weitsprung über sieben Meter Mihambo reicht Weltjahresbestleistung nicht

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Auch mit kürzerem Anlauf als sonst springt Mihambo weiter als die Konkurrenz.

(Foto: imago images/VIADATA)

Malaika Mihambo springt in Dessau Weltjahresbestleistung - trotz kürzerem Anlauf. Aber die Weitsprung-Weltmeisterin will mehr. Die nächste Chance auf ein Top-Ergebnis bietet sich schon am Wochenende in Berlin - dann sogar vor Zuschauern. Bald-Trainer Carl Lewis lobt schon mal via Instagram.

Nach dem längsten Satz des Jahres hüpfte Malaika Mihambo vor Freude gleich nochmal - die Arme in den Dessauer Abendhimmel gereckt und ein Lächeln auf den Lippen. Deutschlands Weitsprung-Königin wusste gar nicht wohin mit ihren Glücksgefühlen. "Wow", prustete es zunächst aus ihr heraus. "Bei dem Sprung hat wirklich alles perfekt gepasst", sagte sie dann nach ihrer Weltjahresbestleistung von 7,03 Metern am Dienstag beim Meeting in Sachsen-Anhalt, wo sie schon im vergangenen Jahr an gleicher Stelle mit 7,05 Meter einen neuen Meetingrekord aufgestellt hatte: "Damit habe ich alles erreicht, was ich mir in dieser Saison aus kurzem Anlauf erträumt hatte."

16 statt sonst 20 Schritte nimmt Mihambo in dieser Corona-Saison, viele hatten Sprünge über sieben Meter damit nicht für möglich gehalten. Als Favoritin galt sie vor dem Meeting deshalb nicht unbedingt. Doch in Dessau steigerte sie die alte Höchstmarke der Belarussin Nastassia Mironschik-Iwanowa, die genau wie Vize-Weltmeisterin Maryna Bekh-Romanchuk (Ukraine) auch beim Meeting gemeldet war, vom August trotzdem um zehn Zentimeter. Die Weltmeisterin, die im August auf gleiche Weise mit 6,71 Meter überlegen deutsche Meisterin geworden war, widerlegte die Zweifler mit ihrem Riesensatz über sieben Meter. Und das nach einem verhaltenem Beginn mit mehreren Versuchen, bei denen sie jeweils deutlich zu früh abgesprungen war. "Diese 7,03 Meter bewerte ich noch höher als die 7,05 Meter vom letzten Jahr", sagte Mihambo.

Mihambo will mehr
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Die beste Weite des Jahres beim erst zweiten Weitsprung-Start ist ein persönlicher Sieg für Mihambo in Zeiten der Pandemie. Denn eigentlich wollte sie beim neunmaligen Olympiasieger Carl Lewis in den USA trainieren und hätte sich bei Olympia in Tokio wohl nur selbst schlagen können. Das Virus hatte jedoch etwas dagegen. Mihambo verzagte nicht, sondern setzte sich andere Ziele. Natürlich schwirrt im Hintergrund Olympia-Gold im nächsten Jahr herum, sofern die Sommerspiele dann stattfinden. Und bald-Trainer Lewis lobte auf Instagram schon mal die 7,03-Meter-Weite von Dessau mit den Worten: "Damit kann ich arbeiten."

Aber die 26-Jährige von der LG Kurpfalz hat die neue Normalität längst angenommen, kleine Etappen sollen sie zum anpeilten Triumph nach Japan führen. Die nächste davon steigt in Berlin am kommenden Sonntag beim Istaf. "Das ist immer ein tolles Event", sagte sie und freut sich vor allem auf die bis zu 3500 Besucher, die im Olympiastadion erwartet werden.

"Mit Zuschauern macht es einfach mehr Spaß, das motiviert mich immer zusätzlich. Die Stimmung ist gleich eine ganz andere", sagte Mihambo. Vor ihren Fans will sie noch einmal glänzen, bis wirklich alles der Mission Tokio untergeordnet wird. Die lange Vorbereitung auf Olympia wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Eine längere Auslandsreise, sonst ging es beispielsweise nach Indien oder Thailand, werde es dieses Jahr nicht geben, sagte Mihambo. Nach ihrem überragenden WM-Triumph 2019 (7,30 Meter) in Doha hatte sie sich eine solche Auszeit gegönnt, Corona ist auch hier ein Problem. "Vielleicht verbringe ich ein paar Tage in den Bergen, aber bis jetzt ist noch nichts spruchreif", sagte sie. Geflogen wird also erst einmal nur in den Sandkasten.

Quelle: ntv.de, dbe/sid