Wildes Spiel von KölnMünchen verteilt historische Eishockey-Abreibung

Was für eine Klatsche: Am vorletzten Spieltag der Hauptrunde in der DEL geht der Tabellenzweite Straubing furchtbar unter. Tabellenführer Köln liefert ein wildes Spiel.
Was für ein Torhagel auf der Zielgeraden der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL): Spitzenreiter Köln verliert am vorletzten turbulent 5:8 bei den Grizzlys Wolfsburg, die Fishtown Pinguins gewinnen 6:4 in Nürnberg - und der EHC Red Bull setzt allem die Krone auf: Mit 10:1 schießt der Ex-Meister Straubing aus der Halle. Es ist ein historisches Spiel.
Erstmals überhaupt in ihrer erfolgreichen Historie mit vier deutschen Meistertiteln erzielen die Münchener in einem DEL zehn Treffer. Chris DeSousa besiegelte schon in der 51. Minute mit seinem Tor den klubhistorischen Moment. "Wir haben heute über 60 Minuten konstant unser Spiel durchgezogen. Das ist uns einfach super gelungen", jubelt Münchens Nationalspieler Yasin Ehliz. "Wir können heute stolz sein. Wir haben nicht aufgehört, standen 60 Minuten auf dem Gaspedal. Wir sind bereit fürs abschließende Spiel in Berlin und die darauffolgenden Playoffs."
42:11 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache über die Kräfteverhältnisse im Duell der bayerischen Teams. Nach dem 5:0 kurz nach dem Beginn des zweiten Drittels riefen die Fans "Nur noch fünf", später schallte es "Macht sie alle, schießt sie aus der Halle" durch den SAP Garden. Schon nach rund einer halben Stunde führte München vor knapp 11.000 Zuschauern mit 6:0. Kurios: Die Straubing Tigers sind alles andere als Kanonenfutter, sondern sind als Tabellenzweiter längst für die Playoffs qualifiziert. Nach München waren sie mit neun Siegen in Serien und 2500 Fans im Gepäck gereist. Und dann das: Nie zuvor verloren die Tigers ein DEL-Spiel höher.
"Team nicht wiedererkannt"
"Ich habe mein Team heute Abend da draußen nicht wiedererkannt", sagte Straubing-Coach Craig Woodcroft nach der Klatsche. "Das sind wir nicht, nicht das Team, das ich kenne. Aber sowas passiert manchmal. München hat aber auch eine richtig starke Leistung gezeigt. Am Ende des Tages ist es nur eine Niederlage. Entscheidend ist, wie wir darauf reagieren. Wir spielen trotzdem eine gute Saison."
Das gilt auch für die Kölner Haie. Doch am Freitagabend lieferte der Tabellenführer ein wildes Spiel ab: Zunächst waren desolate Haie bereits nach elf Minuten mit vier Toren in Rückstand geraten, ehe kurz darauf das Comeback einleitet wurde. Bis zur 31. Spielminute hatten die Kölner ausgeglichen, der Jubel über die Aufholjagd hielt allerdings nur etwa zwei Minuten lang. Auch ein zweites Mal glichen die Haie noch aus - ehe es erneut deutlich wurde.
Durch die Niederlage steht fest, dass sie den alleinigen Punktrekord für DEL-Hauptrunden nicht mehr holen können: Mit 113 Punkten fehlen der Mannschaft von Trainer Kari Jalonen weiterhin drei Zähler auf die Bestmarke der Adler Mannheim aus der Saison 2019, lediglich gleichziehen können die Haie damit im letzten Spiel am Sonntag noch.
Grund zu jubeln gab es dagegen für Meister Eisbären Berlin nach einem umkämpften 4:2 (1:2, 2:0, 1:0) gegen Mannheim. Zwar siegten auch die Fischtown Pinguins Bremerhaven im Fernduell mit 6:4 (1:1, 2:2, 3:1) bei den Nürnberg Ice Tigers, mit zwei Punkten Vorsprung auf den direkten Tabellennachbarn hat der DEL-Rekordchampion den Verbleib auf dem sechsten Rang jedoch selbst in der Hand. Dieser führt direkt in das Viertelfinale der Playoffs.