Film und Serien

Doch die Fans müssen stark sein"Heated Rivalry"-Finale: Happy End im Haus am See

13.03.2026, 15:28 Uhr
imageVon Nina Jerzy
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Zehn Jahre hielten sie ihre Beziehung geheim: Shane Hollander (Hudson Williams) und Ilya Rozanov (Connor Storrie). (Foto: Sabrina Lantos/HBO Max)

"Heated Rivalry" steuert auf den Höhepunkt zu. Im Finale wird es dramatisch, aber auch so intim wie nie. Für alle Fans von Shane und Ilya beginnt nach dem Coming-out im Cottage allerdings eine schmerzlich lange Durststrecke.

Willkommen im Haus am See. Beim großen Finale von "Heated Rivalry" wird am 13. März auf HBO Max (hier beispielsweise auf RTL+ im Stream) einmal ganz tief ausgeatmet. Der sonnendurchflutete Serien-Schriftzug zu Beginn zeigt, wohin die letzte Folge der kanadischen TV-Sensation strebt: ins Freie, ans Licht. Nach fast einem Jahrzehnt gestohlener Momente in dunklen Hotelzimmern trauen sich die Eishockey-Superstars Shane Hollander (Hudson Williams) und Ilya Rozanov (Connor Storrie) endlich aus der Deckung - auch gegenüber einander. Doch so privat wie von Shane angepriesen, ist sein Ferienhaus, das ihnen Zuflucht bietet, leider dann doch nicht.

Zunächst aber finden sich Shane und Ilya in der sechsten und vorerst letzten Episode in einer aufregend neuen Welt wieder. Am Ende von Folge fünf hatte sich Eishockey-Profi Scott Hunter (François Arnaud) nach dem Gewinn der Meisterschaft in spektakulärer Manier sehr öffentlich geoutet und seinen Freund geküsst. Mut ist ansteckend. Ilya nimmt daher umgehend Shanes Einladung in dessen Ferienhaus an: "I'm coming to the cottage!". Ein kleiner Satz, der großes Glück bei den "Heated Rivalry"-Fans auslöste und alsbald als vielzitierten Redewendung in unzähligen Memes viral ging.

Knapp drei Monate später sind nun auch die deutschen Zuschauer dank HBO Max offiziell beim Finale angelangt. Nun stehen endlich auch hierzulande alle sechs "Heated Rivalry"-Folgen der ersten Staffel zum Immer-Wiederanschauen (in Fan-Kreisen auch "Re-Heaten" genannt) endlich zur Verfügung. Tatsächlich erlebte die Serie In USA, Kanada und Co. nach ihrem Finale ein Eigenleben, das nur wenigen Formaten beschieden ist, denn viele Fans fangen nach dem Finale der Serie einfach wieder von vorne an.

Die Verantwortlichen bei HBO Max in den USA stellten verwundert fest: Sechs Wochen, nachdem die letzte Folge online gegangen war, hatten sich die Zuschauerzahlen für "Heated Rivalry" mehr als verdoppelt. Die anhaltende Faszination jenseits der reinen Neugierde auf die Handlung beweist, wie außergewöhnlich gut die Show gemacht ist - auch im direkten Vergleich mit ungleich teureren Formaten wie etwa "Bridgerton".

Wo herkömmliche Serien die große dramatische Auflösung gern ganz ans Ende packen, nimmt sich Showrunner Jacob Tierney auf Basis der Romanvorlage von Rachel Reid Zeit, dieses erste Kapitel der Geschichte behutsam auszuerzählen. Episode fünf (auf der Filmseite Imdb.com bei den Bewertungen der Liebling der Fans) bereitet mit einem emotionalen Erdbeben den Boden für einen Neuanfang.

Emotionale Intimität statt Sex

Nach dem streckenweise frenetischen Tempo, mit dem Tierney Shanes und Ilyas Beziehung verfilmt hat, schaltet der Regisseur und Drehbuchautor am Ende einen Gang runter und nimmt in gewisser Weise auch die Zuschauer bei der Hand. Als Shane und Ilya gemeinsam das Haus betreten, wo sie als Paar erstmals ganz sie selbst sein können, folgt ihnen die Kamera über drei Minuten lang in einer ununterbrochenen Einstellung. An anderer Stelle in der Serie wären mit vielen schnellen Schnitten womöglich Jahre vergangen. Doch im Finale geht es um Innehalten, emotionale Intimität und den Mut, präsent zu sein.

Da ist es nur folgerichtig, dass Sex ausgerechnet im Finale ein wenig in den Hintergrund tritt. Die expliziten Sexszenen haben "Heated Rivalry" mit zum Durchbruch verholfen. Anders als so oft im Kino und im TV waren sie aber nicht strategisch platzierte Anreize für die Zuschauer, sondern essenzieller Teil der Geschichte. Ilya und Shane haben ihre Beziehung jahrelang vorrangig körperlich ausgelebt. Tierney passte die Art, wie er die Sexszenen zeigte, deshalb immer dem aktuellen Seelenleben seiner Protagonisten an. Im Haus am See können Shane und Ilya aber erstmals direkt über ihre Gefühle sprechen.

Das heißt nicht, dass es plötzlich keusch zugeht (in Folge fünf gibt es übrigens keine einzige Sexszene). Das Körperliche wird im Finale aber entspannter, spielerischer, selbstverständlicher. Die Zuschauer müssen nicht immer hautnah dabei sein. Stattdessen konzentriert sich die Kamera lieber mal auf das Sonnenlicht, das Ilya in mehr als einer intimen Szene in die Augen leuchtet; oder auf sein Gesicht im Schein eines Lagerfeuers, als er Shane vom tragischen Tod seiner Mutter erzählt.

Dass Shane oft mit dem Rücken zum Licht steht, mag da rein logistische Gründe haben. Doch der Umstand, dass der zum Aushängeschild getrimmte Athlet mit japanischen Wurzeln seine Liebe zu Ilya weiter lieber im Verborgenen leben möchte - selbst, als er sich später geoutet hat - wird in der Fortsetzung ihrer Geschichte zur gefährlichen Sollbruchstelle der Beziehung.

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Shane und Ilya: Wenn aus Sex Liebe wird. (Foto: Sabrina Lantos/HBO Max)

Aber bereits im Finale der ersten Staffel bricht die Außenwelt unerwartet in den schützenden Kokon ein. Shane muss sich zum ersten Mal seiner größten Angst stellen. Tierney erspart dem Publikum jedoch übermäßige Dramatik oder einen kalkulierten Cliffhanger. Stattdessen beschließt er die Staffel mit einem Happy End, das erstmal keine Wünsche offenlässt.

Langes Warten auf "The Long Game"

Dass es eine zweite Staffel von "Heated Rivalry" geben wird, stand allerdings schon kurz nach dem Debüt offiziell fest. Trotz - oder gerade wegen - der überwältigenden Resonanz soll sich bei der Fortsetzung wenig am ursprünglichen Erfolgsrezept ändern. Tierney plant erneut nur rund sechs Episoden und will bei der Besetzung neuer Rollen wieder vorrangig auf kanadische Schauspieler setzen. Die Vorbereitungen laufen, die Dreharbeiten sollen in diesem Sommer beginnen. Im Frühjahr 2027 könnte dann Staffel zwei von "Heated Rivalry" kommen.

Während die TV-Show im Zeitplan ist, hat Reid die Notbremse gezogen. Der dritte Roman über Ilya und Shane aus ihrer Buchreihe "Game Changers" sollte eigentlich im September erscheinen. Das hätte die Durststrecke bis zur neuen Staffel wunderbar überbrückt. Die Autorin verschob die Veröffentlichung jedoch vor kurzem auf Juni 2027. Neben den vielen PR-Terminen hatte insbesondere Reids Parkinson-Erkrankung ihr das Schreiben erschwert.

Auf die TV-Fortsetzung dürfte die Terminverschiebung keine großen Auswirkungen haben, selbst nicht mit Blick auf eine dritte Staffel. Über die denkt Tierney längst öffentlich nach - vermutlich auch, weil er Reids "Heated Rivalry"-Nachfolger "The Long Game" splitten wird. Die Romanfortsetzung bietet zur Mitte des Buches mehrere dramatische Wendungen, die sich als Übergang zwischen den Staffeln anbieten. Da wäre es auch inhaltlich fast folgerichtig - wobei das derzeit reine Spekulation ist - dass Tierney Staffel zwei und drei zusammen dreht.

Diese Vorgehensweise hat spätestens seit der "Herr der Ringe"-Trilogie in Hollywood gute Tradition, um Geld zu sparen und um den einheitlichen Look einer Produktion zu wahren. Zwar sind die Hauptdarsteller Williams und Storrie laut dem Magazin "GQ" bereits für eine dritte Staffel verpflichtet. Der Terminkalender der Newcomer-Stars wird künftig aber vermutlich dicht gepackt sein.

Wie geht es nach "Heated Rivalry" weiter?

Williams hat gerade die Dreharbeiten für eine neue Crave-Serie beendet ("Yaga" mit "Matrix"-Star Carrie-Anne Moss) und wird in der Nacht zu Montag (16. März) bei der Oscar-Verleihung erwartet. Connor Storrie soll in Verhandlungen für eine Rolle in der Komödie "Peaked" stehen. Tierney selbst hat ebenfalls ein großes Projekt in der Pipeline. Er entwickelt für Netflix eine Serie über die Jugendjahre Alexanders des Großen. Als Vorlage dient erneut der Roman einer Kanadierin ("The Golden Mean" von Annabel Lyon).

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Barlochan Cottage am Lake Muskoka: In "Heated Rivalry" ist dieses schicke Ferienhaus Shane Hollanders berühmtes Cottage. (Foto: picture alliance / Cover Images)

Ein Wiedersehen mit Shane und Ilya gibt es also erst in rund einem Jahr. Fans machen das Beste daraus und feiern das Finale unter anderem auf ausverkauften Watchparties. In Montreal sind unterdessen immer mehr Besucher anzutreffen, die nur wegen der Drehplätze von "Heated Rivalry" angereist sind. Auch Shanes Cottage am Lake Muskoka hat sich zur Pilgerstätte entwickelt - nicht unbedingt zur Freude der Airbnb-Gäste, die das private Anwesen nun mieten können.

Ganz eventuell überraschen die "Heated Rivalry"-Macher ihr Publikum 2026 mit einer Extra-Folge. Ein Verantwortlicher der Produktionsfirma Bell Media hat darüber in einem Interview mit der Zeitung "Toronto Star" spekuliert und eine Veröffentlichung zum Weihnachtsfest 2026 ins Spiel gebracht. Das alles sei aber reine Spekulation. Fans haben dennoch schnell ihren Favoriten für eine solche Episode gekürt: Die Kurzgeschichte "My Dinner with Hayden", die Reid auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat.

Quelle: ntv.de

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