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Missbrauchsskandal in USA NOK bereitet Auflösung von Turnverband vor

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Wie Olympiasiegerin Simone Biles und ihre Kolleginnen zukünftig organisiert werden, muss verhandelt werden.

AP

Das Nationale Olympische Komitee der USA leitet die Schritte ein, um dem Turnverband wegen des Missbrauchsskandals den Status als nationale Dachorganisation abzuerkennen. Der Verband könne die großen Herausforderungenseiner aktuellen Struktur nicht überwinden.

Nach dem umfangreichen Missbrauchsskandal im US-Kunstturnen strebt das Olympiakomitee USOC einen Ausschluss des Verbandes "USA Gymnastics" an. In einem offenen Brief an die US-Turngemeinschaft und ihre Athleten erklärte die Komitee-Vorsitzende Sarah Hirshland, der Turnverband stehe vor großen Herausforderungen, die er in seiner aktuellen Struktur nicht überwinden könne. "Ihr verdient etwas besseres", schrieb Hirshland in ihrem Brief. "Aber ich habe heute keine perfekte Antwort. Es ist eine Situation, in der es keine perfekten Lösungen gibt. Einem Verband die Anerkennung zu entziehen ist keine einfache Entscheidung, aber ich glaube, es ist die richtige."

Kurzfristig wolle man aber sicherstellen, dass die US-Turner die Unterstützung erhalten, um auch weiter antreten zu können. "Langfristig ist es extrem wichtig, dass ein anerkannter nationaler Verband, entweder der alte oder ein neuer, das Kunstturnen in den USA führen", hieß es in dem Schreiben. Damit soll sichergestellt werden, dass die Sportart in den kommenden Dekaden fortbestehen und auch auf der olympischen Bühne weiter vertreten bleiben könne. Das weitere Schicksal von USA Gymnastics liegt nun in den Händen der USOC-Vorstandsmitglieder, die unter Beihilfe eines Untersuchungsausschusses über die Zukunft des Turnverbandes abstimmen werden.

Enthüllungen über einen umfangreichen Missbrauch an zahlreichen Turnerinnen hatten den Sport in den USA in der jüngeren Vergangenheit zutiefst erschüttert. So wurde der Mannschaftsarzt der US-Turnerinnen, Larry Nassar, wegen jahrzehntelangen sexuellen Missbrauchs von mindestens 256 Mädchen und Frauen mit einer Strafe von bis zu 175 Jahren Gefängnis belegt.

Zu seinen Opfern gehörten unter anderem die Olympiasiegerinnen Simone Biles, Aly Raisman, Gabby Douglas, Jordyn Wieber und McKayla Maroney. Die vierfache Olympiasiegerin Biles hatte in der vergangenen Woche in Doha im Mehrkampf ihre insgesamt zwölfte WM-Goldmedaille gewonnen. Zuvor war sie bereits mit dem Team erfolgreich. Die US-Männerriege hatte den vierten Platz belegt.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

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