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EisschnelllaufNiemann-Stirnemann holt EM-Titel

15.01.2001, 08:56 Uhr

Bei der Europameisterschaft im Eisschnelllauf-Mehrkampf im italienischen Baselga di Pine hat die Erfurterin Gunda Niemann-Stirnemann ihren achten Titel geholt.

Bei der Europameisterschaft im Eisschnelllauf-Mehrkampf im italienischen Baselga di Pine hat die Erfurterin Gunda Niemann-Stirnemann ihren achten Titel geholt. Dank inoffizieller Freiluft-Weltrekorde über 5.000 Meter (7:05,67 Minuten) und 3.000 Meter (4:08,54) entschied die 34-Jährige bei den 26. kontinentalen Vierkampf-Titelkämpfen das Duell mit der Berliner Allround-Weltmeisterin Claudia Pechstein am Ende noch überraschend deutlich für sich.

Den umgerechnet 6,1 Sekunden betragenden Vorsprung ihrer Kontrahentin pulverisierte Niemann im abschließenden 5.000-m-Lauf geradezu, indem sie sich nach 3.000 m absetzte und bis ins Ziel sensationelle 15 Sekunden Vorsprung herauslief.

Als Gesamtfünfte rundete Daniela Anschütz (Erfurt) das hervorragende Resultat der deutschen Damen ab, die das insgesamt zehnte EM-Gold seit Beginn der Ära Niemann (1989-1992, 1994-1996, 2000) absahnten. 1998 gewann Claudia Pechstein, 2000 Anni Friesinger.

Claudia Pechstein, die im Ziel entkräftet zusammenbrach, erzielte in 7:20,66 Minuten immerhin noch die zweitbeste 5. 000-m-Zeit in Baselga di Pine und erkannte die Ausnahmestellung der Jahrhundert-Eisschnellläuferin neidlos an.

Gunda Niemann hielt ihre Chance nach dem enttäuschenden Start (15. über 500 m in 41,68 Sekunden/3. über 1.500 m in 2:01,40 Minuten) auf den Gesamtsieg schon nicht mehr für möglich. Durch eine überragende Vorstellung über 3.000 m War alles wieder offen, als sie mehr als sieben Sekunden schneller als die zweitplatzierte Niederländerin Renate Groenewold (4:15,80) war und Claudia Pechstein (4:16,44) fast acht Sekunden abnahm.

Derweil liefen die deutschen Herren beim Sieg des Russen Dimitri Schepel, der eine achtjährige Siegesserie der Niederländer beendete, einmal mehr hinterher. Besonders schwer in Tritt kam Langstrecken-Ass Frank Dittrich. Der Chemnitzer hatte Materialprobleme und schaffte als Gesamt-Zwölfter ebenso nur mit Ach und Krach die Qualifikation für die WM in Budapest wie Debütant Jan Friesinger (Inzell/10.) und Christian Breuer (Grefrath/11.).