Sport

Pfeiffersches DrüsenfieberNur Ruhe hilft

28.11.2002, 13:50 Uhr

Das sogenannte Pfeiffersche Drüsenfieber hat zuletzt des öfteren in der Öffentlichkeit für Aufsehen gesorgt, vor allem in der Welt des Sports. Als „populärstes“ Opfer der Krankheit gilt Ex-Fußballprofi Olaf Bodden von 1860 München. Aber auch Tennisspielerin Andrea Glass oder auch 400-m-Vizeweltmeister 2001 Ingo Schultz mussten schon die Erfahrung machen.

Doch die Annahme, Sportler seien besonders davon betroffen, stimmt nicht. Generell tritt das nach seinem Entdecker Emil Pfeiffer benannte Drüsenfieber bei Athleten nicht häufiger auf als bei jedem anderen Menschen auch. Der Unterscheid nur ist, dass Leistungssportler sehr genau auf ihren Körper achten und Symptome der Virusinfektion schon früh wahrnehmen, während viele Nichtsportler meistens an eine normale Grippe glauben. Hinzu kommt, dass das Immunsystem von Spitzenathleten durch die hohen Belastungen und kurzen Erholungsphasen besonders schnell geschwächt wird.

Die Symptome machen das Verwechseln leicht. Schon das Treppensteigen führt zur völligen Erschöpfung, der Puls schnellt bei der kleinsten Anstrengung nach oben, eine Trainings- und Wettkampfpause ist unumgänglich. Pfeiffersches Drüsenfieber oder „infektiöse Mononukleose" lautet dann die Diagnose, gesetzt der Arzt erkennt die Krankheit.

Jüngstes Beispiel ist die 17 Jahre alte Kunstturnerin Lisa Brüggemann aus Köln, die wegen der Viruserkrankung ihre Teilnahme an den Weltmeisterschaften in der vergangenen Woche im ungarischen Debrecen kurzfristig absagen musste und auch beim Weltcup-Finale am Wochenende in Stuttgart fehlt.

Um die Krankheit zu bekämpfen, hilft nur eines: Ruhe. Zwar mag das Aussetzen für Sportler als auch Nicht-Sportler problematisch scheinen, doch ist Ruhe bei der Infektion absolut notwendig, um das geschwächte Immunsystem wieder auf ein normales Niveau zu bringen.

„Auf jeden Fall kriegt der betroffene Athlet ein absolutes Sportverbot. Außerdem versucht man, das Immunsystem durch Einnahme von Vitaminen zu stärken, denn gegen ein Virus gibt es keine Medikamente", erläutert die frühere Handball-Nationalspielerin Petra Platen, Ärztin an der Deutschen Sporthochschule Köln: „Wenn das Immunsystem intakt ist, kommt die Krankheit nicht zum Ausbruch."