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"Ahornsirup essende Arschlöcher"Olympiasieger empört sich über KI-Video des Weißen Hauses

27.02.2026, 07:24 Uhr
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Brady Tkachuk sieht sich in einem Video und ist sich gleichzeitig fremd, weil es KI ist. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Die USA sind Olympiasieger im Eishockey, gewinnen das Finale gegen Nachbar Kanada. Für Brady Tkachuk geht ein Traum in Erfüllung, doch wenige Tage nach dem Triumph macht ihm ein KI-generiertes Video zu schaffen. Es wurde ausgerechnet vom Weißen Haus verbreitet.

"Sie haben unsere Nationalhymne ausgebuht, also musste ich rausgehen und diesen Ahornsirup essenden Arschlöchern eine Lektion erteilen." Diesen Satz als Beleidigung von Kanadiern sagt der US-amerikanische Eishockeystar Brandy Tkachuk in einem Video, das vom Tiktok-Account des Weißen Hauses veröffentlicht wurde. Allerdings nur in dem Video - das ist durch Künstliche Intelligenz erstellt. Dies ist auch gekennzeichnet, das Video hat mehr als zehn Millionen Aufrufe, Tkachuk wehrt sich dagegen.

Der 26-Jährige sagte: "Das ist ganz klar gefälscht, denn es ist nicht meine Stimme, und meine Lippen bewegen sich nicht. Ich habe keinerlei Kontrolle über diese Accounts. Ich weiß, dass ich diese Worte niemals aussprechen würde. Deshalb kann ich nichts dagegen tun."

Die USA hatte Nachbar Kanada im olympischen Finale des Eishockeys der Männer mit 2:1 nach Overtime besiegt. Brady Tkachuk und sein Bruder Matthew sind Stammspieler im US-Team. Für den Eishockeystar ist das Video besonders brisant, denn er spielt in Kanada, ist Kapitän der Ottawa Senators. "Ich würde so etwas nie sagen. So bin ich nicht. Deshalb mag ich das Video nicht, weil mir so etwas nie über die Lippen kommen würde und ich diesen Gedanken nie gehabt habe."

"Verrückt, wie schnell sich so etwas verbreitet"

Es gibt noch weitere Behauptungen, die Tkachuk zu einem Dementi veranlassen. Als US-Präsident Donald Trump das Team nach dem Sieg in der Umkleidekabine anrief, habe der Profi "Schließt die Nordgrenze" gerufen, behaupten einige. "Ich sehe immer wieder Dinge, von denen die Leute denken, ich sei es. Aber wenn man sich das Video ansieht, merkt man, dass es nicht meine Stimme ist und ich so etwas nie sage", sagte Tkachuk. "Ich verstehe nicht, wie das so eine Welle auslösen konnte, wo ich doch hier immer mein Bestes gebe. Es ist verrückt, wie schnell sich so etwas in den sozialen Medien verbreitet. Ich würde so etwas nie sagen."

Tkachuk war einer der 20 Nationalspieler, der der Einladung Trumps ins Weiße Haus gefolgt sind. Diese hatte für Aufregung gesorgt, weil Trump bei der Einladung gleichzeitig über das Frauenteam, das ebenfalls Olympiasiegerinnen geworden war, gewitzelt hatte. Die Frauen blieben dem Weißen Haus daraufhin fern. Tkachuk sagte, er verstehe, warum sich die Spielerinnen von Trumps Äußerungen und den Reaktionen der Spieler beleidigt fühlten. Er erklärte, er und seine Teamkollegen seien überrascht gewesen: "Man spricht mit dem Präsidenten, zehn Minuten nachdem man seinen Traum verwirklicht hat." Über den Besuch sagte er: "Es war etwas Besonderes. Als amerikanischer Staatsbürger rechnet man eigentlich nie damit, das Weiße Haus zu sehen und im Oval Office zu sein."

Sein Bruder Matthew Tkachuk hatte während des Vorrundenspiels gegen Deutschland für Aufregung gesorgt, indem er Superstar Leon Draisaitl verhöhnt hatte. "Immer die Brautjungfer, Leon. Nie die Braut", hatte der zwei Jahre ältere Bruder gesagt. Er hatte damit auf vorherige Finalniederlagen angespielt, Draisaitl hatte in den vergangenen beiden Jahren mit den Edmonton Oilers jeweils die Finalserie gegen die Florida Panthers mit Matthew Tkachuk verloren. "Wenn du ein bisschen besser wärst, hättest du vielleicht eine Chance." Auch Brady Tkachuk hatte Draisaitl einige Wörter an den Kopf geworfen, es ist jedoch nicht überliefert, was er sagte. Die Tkachuk-Brüder haben in der NHL den Ruf als Trashtalker und gehören zu den ligaweit härtesten Spielern. Die "New York Times" bezeichnete sie als die "meistgehassten Eishockeyspieler der Welt".

Quelle: ntv.de, ara

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