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Claudia Pechstein zog am Abschlusstag keine Niete im Budapester Wind, sondern mit Silber den zweiten Hauptgewinn.
Claudia Pechstein zog am Abschlusstag keine Niete im Budapester Wind, sondern mit Silber den zweiten Hauptgewinn.(Foto: AP)
Sonntag, 08. Januar 2012

Windlotterie mit Happy End: Pechstein gewinnt EM-Silber

Happy End für Claudia Pechstein: Nach einem Wechselbad der Gefühle gewinnt die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin doch noch die Silbermedaille bei der Mehrkampf-EM in Budapest. Die deutschen Männer enttäuschen hingegen.

In Führung nach dem ersten Tag, Absturz am zweiten Tag, am Ende Silber - Claudia Pechstein hat in der Windlotterie von Budapest doch ihr Glück gefunden. Nach zweijähriger Zwangsabstinenz meldete sich die dreimalige Eisschnelllauf-Europameisterin eindrucksvoll im kontinentalen Mehrkampf zurück. Ungeachtet ihrer 39 Jahre zeigte die Berlinerin, dass sie auch nach ihrer Sperre wegen erhöhter Blutwerte noch zur Weltspitze gehört.

Unerreicht: Martina Sablikova (l.) dominierte den Mehrkampf.
Unerreicht: Martina Sablikova (l.) dominierte den Mehrkampf.(Foto: dpa)

Eine Klasse für sich hingegen ist Doppel-Olympiasiegerin Martina Sablikova. Die schmächtige Tschechin gewann drei von vier Strecken und sicherte sich mit einem Riesenvorsprung zum dritten Mal in Folge den Europameistertitel.

Dritte wurde Weltmeisterin Ireen Wüst aus den Niederlanden, die auf den 5000 Metern (7:43,59 Minuten) knappe neun Sekunden gegenüber Pechstein (7:34,51) verlor. An Sablikova kamen beide nicht ansatzweise heran. Die 24-Jährige lief in 7:22,38 Minuten Bestzeit, verpasste aber Pechsteins elf Jahre alten Bahnrekord (7:21,68). Die zweite deutsche Starterin Isabell Ost (Berlin) kam in 7:55,11 Minuten auf den achten Platz und beendete die EM als Gesamtzehnte, was zugleich einen Startplatz für die Mehrkampf-WM in Moskau (18./19. Februar) bedeutet.

Die Männer laufen hinterher

Dagegen haben die deutschen Männer in Budapest enttäuscht. Sowohl Patrick Beckert (Erfurt) als auch Moritz Geisreiter (Inzell) verpassten das Finale über die 10.000 Meter. Immerhin sicherte Beckert mit seinem 14. Rang einen Startplatz für die WM in Moskau. Der Bruder der verletzt fehlenden Stephanie Beckert schaffte auf keiner der drei Distanzen eine Top-Ten-Platzierung (24./11./16.). Auch Shootingstar Geisreiter, Meister über 5000 Meter und 10.000 Meter, enttäuschte (26./12./24.) bei der Open-Air-Veranstaltung.

Der Titel ging wieder einmal an den Niederländer Sven Kramer. Für den 25-Jährigen war es bereits das fünfte Mehrkampf-Gold bei einer Europameisterschaft.

Quelle: n-tv.de