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Flensburg zieht souverän davonRekordmeister versemmelt Rennen um Champions League

27.03.2026, 22:02 Uhr
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Veron Nacinovic (r.) bekam doppelt auf die Nase: Wortwörtlich und mit der Pleite für Kiel. (Foto: IMAGO/Eibner)

Der THW Kiel will endlich zurück in die Champions League, doch der deutsche Handball-Rekordmeister hat heftige Schwankungen in der Saison. Nun patzt das Team - und der Nordrivale SG Flensburg-Handewitt siegt parallel.

Nächster Rückschlag für die Bundesliga-Handballer des THW Kiel. Der deutsche Rekordmeister unterlag bei der MT Melsungen mit 29:30 (14:17). Weil die SG Flensburg-Handewitt beim Aufsteiger GWD Minden mit 35:31 (22:16) siegte, rückt für die Kieler die Champions-League-Qualifikation in immer weitere Ferne.

Beste Werfer waren Bence Imre mit acht Toren für Kiel und Aaron Mensing mit sieben Treffern für die Gastgeber aus Melsungen. Bei den Flensburgern überragte Nationalmannschaftskapitän Johannes Golla mit neun Treffern aus neun Versuchen. Für Minden war Mats Korte bei acht Würfen achtmal erfolgreich.

Kieler Nacinovic mit Verdacht auf Nasenbeinbruch

Sowohl Kiel als auch Melsungen hatten zu Beginn des Spiels enorme Probleme mit der Wurfeffektivität. So waren nach mehr als sechs Minuten beim 1:1 erst zwei Treffer gefallen. Die Nordhessen fanden dann besser ins Spiel. Der frühere Flensburger Mensing stellte auf 15:12 (27.) für die MT. Zu Beginn der zweiten Hälfte startete Kiel dann eine Aufholjagd. Der spanische Torhüter Gonzalo Perez de Vargas war jetzt zur Stelle und traf mit einem Wurf über das ganze Feld in das leere Tor der Gastgeber zum 18:20 (35.). Hendrik Pekeler brachte den THW beim 21:20 (39.) wieder in Front.

Melsungen fing sich wieder und ging mit einer Fünf-Tore-Führung (28:23/51.) in die Schlussphase. Der THW kämpfte sich auf 28:28 (56.) heran, doch nachdem Imre mit einem Siebenmeter nur den Pfosten getroffen hatte, war das Momentum wieder auf der Seite der MT. Der Kieler Veron Nacinovic stand schon in der ersten Halbzeit mit einem Verdacht auf einen Nasenbeinbruch nicht mehr zur Verfügung.

Abwanderungswilliger Pytlick ist ein Thema

Flensburg rückte vor auf den zweiten Tabellenplatz, könnte aber am morgigen Samstag wieder von den Füchsen Berlin überholt werden, die im Spitzenspiel bei Tabellenführer SC Magdeburg gefordert sind. Die Gastgeber aus dem Norden gingen ohne den erkrankten Niclas Kirkelökke und den angeschlagenen Simon Pytlick in das Spiel. Der abwanderungswillige Pytlick, der spätestens im Sommer 2027 zu den Füchsen Berlin wechseln wird, war auch in der Halbzeit ein Thema. "Er hat seine Meinung, und wir haben unsere Meinung", sagte der Sportliche Leiter der SG, Ljubomir Vranjes, beim Streamingdienst Dyn. Pytlick hatte zuvor im dänischen Fernsehen von einem Vertrauensverlust in die Flensburger Führung gesprochen.

Auf dem Feld hatten die Norddeutschen nur wenige Probleme mit den Ostwestfalen. Über 6:3 (9. Minute) und 9:4 (12.) zogen die Gastgeber auf 12:6 (15.) davon. "Wir schlafen hinten", mahnte GWD-Trainer Aaron Ziercke mehr Disziplin in der Abwehr seines Teams an. Minden fehlten vor allem die spielerischen Mittel und die Durchschlagskraft im Angriff, um ernsthaft in Schlagdistanz zu kommen und die SG zu gefährden. Die Gastgeber schalteten mehrere Gänge zurück. So kam GWD schlussendlich noch zu einem erträglichen Ergebnis.

Quelle: ntv.de, ara/dpa

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