Sport
Samstag, 23. April 2011

Eiskunstlauf-WM im Moskauer Frühling: Savchenko/Szolkowy wollen Gold

Nachdem Tokio die Ausrichtung der Eiskunstlauf-WM wegen der atomaren Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima zurückgegeben hat, springt Moskau ein. Deutschlands Vorzeigepaar Aljona Savchenko und Robin Szolkowy kennt im russischen Frühling nur ein Ziel: das dritte WM-Gold.

Titelaspiranten in Moskau: die Europameister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy.
Titelaspiranten in Moskau: die Europameister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy.(Foto: REUTERS)

Weltmeisterschaften statt Urlaub: Normalerweise legen Aljona Savchenko und Robin Szolkowy Ende April längst die Füße hoch - ohne Schlittschuhe. Doch im Jahr der atomaren Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima ist alles anders. Tokio musste die Ausrichtung der Welttitelkämpfe zurückgeben, kurzfristig sprang Moskau ein, wenn auch mit vierwöchiger Verspätung.

Durchaus ein Motivationsproblem für die Paarlauf-Europameister, die in der russischen Metropole ihren dritten WM-Titel anstreben. "Zeitweise war es so, als hätte jemand den Stecker gezogen", berichtet Trainer Ingo Steuer, zumindest logistisch wurden aber alle Schwierigkeiten im heimischen Chemnitz überwunden. Die eigentlich bis Ende März begrenzte Eiszeit in der Halle am Küchwald wurde bis Ostern verlängert, die Kosten dafür (40.000 Euro) teilten sich das Bundesinnenministerium, die Stadt Chemnitz und das sächsische Kultusministerium.

"Wir wollen gewinnen, haben aber auch neue starke Konkurrenz aus Russland", sagt Steuer, dessen ehemalige ukrainische Läuferin Tatjana Wolososchar nun mit dem erfahrenen Maxim Trankow für Russland startet. Es sei zwar ihr erster internationaler Wettkampf, "aber die machen das schon ganz gut", so der Sachse. Überbrückt haben Savchenko/Szolkowy die um einen Monat verlängerte Saison mit einigen Show-Auftritten, die sie als Training nutzten.

Organisatorische Herausforderung

Nicht nur sportlich, auch organisatorisch ist die WM in der Megasport-Arena eine Herausforderung für das russische OK vor Ort sowie den Weltverband ISU. Wegen der knappen Zeit sind Dekoration und hübsch anzuschauende Blumengebinde weniger gefragt, die essentiellen Dinge stehen im Vordergrund.

ISU-Sportdirektor Peter Krick ist da ganz klar strukturiert: "Es geht jetzt nur um die reinen Fakten, dass alles funktioniert und passt. Man macht jetzt einfach nach einer Prioritätenliste das, was notwendig ist. Das Wichtigste ist, dass die Leute dahin kommen, wo sie hinwollen und dass sie ein Bett haben und dass es irgendwann auch mal was zu essen gibt."

Der deutsche Meister Peter Liebers aus Berlin ist der erste Athlet der Deutschen Eislauf-Union (DEU), der am Ostermontag (12.00 Uhr MESZ) den Wettkampf mit der internationalen Konkurrenz aufnimmt. Eine Top-10-Platzierung dürfte für den 23-Jährigen aber ebenso schwierig zu realisieren sein wie für die Mannheimerin Sarah Hecken, die deutschen Eistanz-Meister Nelli Ziganschina und Alexander Gazsi aus Oberstdorf sowie die Paarläufer Maylin Hausch und Daniel Wende (ebenfalls Oberstdorf).

Der WM-Zeitplan

Ostermontag: Männer, Qualifikation (12.00 Uhr).

Dienstag: Eistanz, Qualifikation (10.00 Uhr), Damen, Qualifikation (13.30 Uhr).

Mittwoch: Männer, Kurzprogramm (11.30 Uhr), Paarlauf, Kurzprogramm (17.30 Uhr).

Donnerstag: Herren, Kür (11.00 Uhr), Paarlauf, Kür (16.00 Uhr).

Freitag: Damen, Kurzprogramm (11.30 Uhr), Eistanz, Kurztanz (16. 30 Uhr).

Samstag: Damen, Kür (11.30 Uhr), Eistanz, Kür (16.30 Uhr).

Quelle: n-tv.de