Sport

Spektakulärer Ski-Weltcup-Plan Schweiz plant XXL-Abfahrt bis nach Italien

imago46583247h.jpg

Skirennfahrer Thomas Dreßen könnte bald von der Schweiz bis nach Italien sausen auf einer spektakulären neuen Piste.

(Foto: imago images/Sammy Minkoff)

Vom Kleinen Matterhorn in der Schweiz hinunter nach Cervinia im italienischen Aostatal: Der Präsident der Bergbahnen im Wintersportort Zermatt will den alpinen Ski-Weltcup um eine spektakuläre Rekord-Abfahrt bereichern. Gestartet wird auf 3899 Metern - Probleme gibt es aber mit dem Lauberhorn-Rennen.

In der Schweiz gibt es Pläne für eine Weltcup-Abfahrt mit Rekord-Dimensionen. Diese soll vom Klein Matterhorn startend mit einer Länge von fast fünf Kilometern über die Grenze nach Italien gehen und im Skigebiet von Cervinia im Aostatal ins Ziel führen. Das sagte der Präsident der Zermatt Bergbahnen AG, Franz Julen, der "Neuen Zürcher Zeitung": "Wir wollen dieses Rennen - und wir werden alles dafür tun."

Die Bestätigung der Pläne kommt zu einem heiklen Zeitpunkt, nachdem in dieser Woche der Streit zwischen dem Schweizer Verband und Wengen eskaliert war. Swiss Ski hat den Weltcup-Klassiker aus dem Programm für die Saison 2021/22 genommen. Hintergrund ist ein Streit um Zuschüsse an das OK der Lauberhornrennen und um die Verteilung der Einnahmen aus den Fernsehrechten. Die dortige Abfahrt ist mit 4,5 Kilometern die längste im Weltcup. Die Ski-Verantwortlichen von Zermatt im Kanton Wallis sagten dazu, dass sie das Lauberhorn-Rennen im Januar nicht aus dem Kalender verdrängen wollen, sondern ihre Abfahrt zum Beginn der Saison im November planen.

"Wäre ein Eigentor des Skisports"

Das Rennen, dessen Premiere im Spätherbst 2022 anvisiert wird, soll auf 3899 Metern Meereshöhe starten und mit knapp fünf Kilometern länger sein als die derzeitige Rekordstrecke im alpinen Weltcup, just die Lauberhorn-Abfahrt von Wengen. Bergbahnen-Chef Julen sagte der "NZZ", er wolle Wengen nicht schaden. "Der Weltcup ohne Wengen - das wäre ein Eigentor des Skisports, er würde einer Tradition beraubt, undenkbar. Man wird sich einigen."

Auch der Weltverband FIS ist an einer Zukunft in Wengen interessiert. Das neue Projekt aber reizt ebenfalls. "November-Abfahrten in Zermatt - das passt wunderbar in unseren Kalender. Wir stehen voll und ganz hinter dem Projekt", sagte der in Kürze scheidende FIS-Präsident Gian Franco Kasper.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa