Wüste Keilerei in RusslandSpielabbruch nach vier Minuten

Im Ligaspiel zwischen Witjas Tschechow und Awangard Omsk fielen zwar keine Tore, aber dafür die Spieler übereinander her. Erst wenige Minuten waren gespielt, da jagten die Eishockey-Cracks vor 5000 Zuschauern nicht mehr dem Puck hinterher, sondern sich gegenseitig über das Eis.
Wegen einer Massenschlägerei auf dem Eis zwischen rund 30 Spielern musste in der obersten russischen Eishockey-Liga KHL eine Partie nach nur rund vier Spielminuten abgebrochen werden. Bis dahin hatten die Schiedsrichter der Begegnung Witjas Tschechow gegen Awangard Omsk schon Zeitstrafen von insgesamt 637 Minuten verhängt - Rekord in der Kontinental Hockey League (KHL). Der Verband in Moskau verhängte Geldbußen von insgesamt 130.000 Euro gegen Clubs, Trainer und Spieler.
Der Skandal ist ein Rückschlag für die mit Milliarden aus dem Energiegeschäft gesponserte KHL. Die ambitionierte Eliteklasse mit 24 Mannschaften aus Russland, Kasachstan, Lettland und Weißrussland will auf Dauer der nordamerikanischen Profi-Liga NHL Konkurrenz als bedeutendste Liga der Welt machen. Dabei wirbt die KHL auch um europäische Clubs. Als einzige deutsche Spieler in der KHL sind derzeit Eduard Lewandowski und Dimitrij Kotschnew bei Spartak Moskau aktiv.
Russischen Medien zufolge hatte es in Tschechow bereits beim Aufwärmen Provokationen zwischen den beiden Mannschaften gegeben. Nach nur etwa drei Spielminuten sei dann auf dem Eis eine erste größere Prügelei ausgebrochen, nach der die Schiedsrichter elf Akteure vorzeitig in die Kabine schickten. Nach Wiederaufnahme der Partie dauerte es lediglich sieben Sekunden bis zur nächsten Schlägerei. Auch Omsks tschechischer Star Jaromir Jagr erhielt danach eine lange Zeitstrafe. Nach weiteren Faustkämpfen, zu denen auch alle gesperrten Spieler wieder aufs Eis sprangen, wurde die Begegnung nach nur insgesamt 3 Minuten und 39 Sekunden Spielzeit abgebrochen.