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Vizeweltmeister "Snakebite" Wright "Taylor ist der Beste auf dem Planeten"

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Peter Wright ist der bunte Vogel der Darts-Welt.

(Foto: imago/i Images)

Peter "Snakebite" Wright mischt seit der Weltmeisterschaft 2014 die Darts-Welt auf. Mit farbenfrohem Irokesenschnitt, bunten Kostümen und aufgemaltem Schlangenkopf spielt der Schotte in der Weltspitze mit. "Du hast die Haare schön", bekommt er vor deutschem Publikum regelmäßig in Sprechchören vorgesungen.

Bei den German Darts Masters 2014 in Berlin muss "Snakebite" früh nach Hause fahren - er verliert gegen John Henderson in Runde zwei. Der Vize-Weltmeister spricht bei seiner Stippvisite in Berlin mit n-tv.de über seinen Erfolg bei der WM und in der Premier League, sein Training und über den ganz großen Namen im Darts-Sport: Phil Taylor.

n-tv.de: Sie machen sich selbst zur Marke. Neben Ihrer Frisur sind vor allem Ihre ausgefallenen Outfits ein Hingucker. Wie viele davon haben sie denn?

Peter Wright: Oh, viele. Ich weiß gar nicht genau. Es dürften so 25 sein.

Vor der WM 2014 waren sie für viele unbekannt - die WM selbst war dann ein Überraschungserfolg, der sie in die Spitze der Darts-Welt katapultierte. War das nur für Außenstehende überraschend oder für sie selbst auch?

Ich war schon mit dem Jahr davor sehr zufrieden. Ich war die Nummer zwei oder drei in der Pro-Tour [Anm. d. Red.: Eine Serie von Darts-Turnieren, die aber nicht im TV übertragen wird]. Meine Form über das ganze Jahr verteilt war ganz gut. Das Ziel, das ich mir für die Weltmeisterschaft gesetzt hatte, war das Halbfinale. Dass ich es dann sogar ins Finale geschafft und am Ende das Turnier als Vize-Weltmeister beendet habe, war für mich ein toller Bonus.

Und dann auch noch die Wildcard für die Premier-League.

Ja, das war dann gleich der nächste Bonus. Und jetzt, nach 10 Wochen, auf dem dritten Platz der Premier League zu sein - das ist nicht schlecht. Das nehme ich doch gerne mit!

Wenn Sie auf die Bühne kommen, gilt Ihre erste Aufmerksamkeit immer dem Publikum. Sie feiern, heizen die Stimmung an. Wie wichtig ist das Publikum für Sie, auch während des Spiels?

Ich will das Publikum einfach in das Spiel mit einbeziehen. Ansonsten läuft man ja einfach nur da hoch, schüttelt ein paar Hände, bedankt sich schön und fängt an zu spielen. Aber wenn ich da oben rumtanze, und die Leute im Publikum machen das gleiche, fiebern mit und werden mit einbezogen - das ist großartig! Das ist es, was ich erreichen will.

Darts ist ein Sport, der sehr viel Konzentration erfordert. Wie schalten Sie dann ab, wenn Sie zum Wurf ansetzen und die Menge hinter Ihnen grölt?

Ich werfe einfach. Game on!

Gibt es andere Sportarten, die sie treiben, um für Darts zu trainieren? Wie zum Beispiel Arthur Abraham, der Darts als Konzentrationsübung für's Boxen spielt.

Nein. Nur die Hausarbeit. Waschen.

Wo spielen Sie denn am liebsten: In Pubs, daheim, oder auf der Bühne?

Ich übe viel alleine. In Pubs gibt es selten gute Spiele. Aber ich liebe es, auf den großen Bühnen zu spielen. Mit der Atmosphäre, dem Publikum. Das ist mit Abstand der beste Ort, um Darts zu spielen.

Ein Name dominiert die Darts-Welt seit zwei Jahrzehnten: Phil „The Power“ Taylor. Bei der letzten WM hatte er aber große Probleme. Wird er schlechter oder werden die anderen Spieler besser?

Phil Taylor ist immer noch der beste Spieler auf dem Planeten. Ohne Zweifel. Und das wird er auch bleiben, solange er Darts spielen will. Es stimmt: Wir anderen Spieler schließen vielleicht ein bisschen zu ihm auf. Aber sobald wir das tun, setzt er die Latte wieder höher. Und so geht es immer weiter.

Bleibt „The Power“ also unschlagbar?

Wenn er in Form ist, ja. Wahrscheinlich wird er die nächste WM gewinnen.  Er kann Weltklasse-Turniere dominieren, ohne dabei ins Schwitzen zu kommen - ernsthaft. So gut spielt er. Der Typ ist jetzt 53 Jahre alt. Er kann auf die Bühne gehen, uns anschauen, und sagen: 'Also, du wirst heute nicht gut genug sein, mich zu schlagen.' Das ist unglaublich.

Mit Peter Wright sprach Fabian Maysenhölder.

Quelle: n-tv.de