Sport

Krisensitzung bei 1860Wildmoser zurückgetreten

16.03.2004, 11:43 Uhr

Karl-Heinz Wildmoser ist als Präsident des TSV 1860 München zurückgetreten. Als neuer Präsident wurde der bisherige Aufsichtsrat Karl Auer berufen.

Karl-Heinz Wildmoser senior ist als Folge der Korruptionsaffäre um den Bau des neuen Münchner Fußball-Stadions nach zwölf Amtszeit als Präsident beim Bundesligisten 1860 München zurückgetreten.

Nachfolger wird der Fleischwaren-Fabrikant Karl Auer. Er gehört, genau wie sein künftiger "Vize", der ehemalige Kultusminister Hans Zehetmair, dem Aufsichtsrat an.

Baufirma bestätigt Geldfluss

Im Schmiergeldskandal um den Bau des Münchner Fußballstadions hat die Baufirma Alpine indirekt Zahlungen eingeräumt. "Dass die Konzernleitung Alpine-Mayreder Bau GesmbH Salzburg bei erfolgreichem Abschluss bereit war, eine Arrangement Fee an denjenigen zu bezahlen, der die Unternehmensleitung auf dieses prestigeträchtige Projekt aufmerksam gemacht und den Hinweis auf ein hoch kreatives Architekturbüro gegeben hat, ist weder rechtlich bedenklich noch unlauter", teilte die Alpine mit.

Allianz begrüßt Wildmoser-Rücktritt

Die Allianz begrüßt den Rücktritt von "Löwen"-Präsident Wildmoser. "Aus Sicht der Allianz ist das ein konsequenter Schritt", sagte ein Unternehmenssprecher in München. Auch wenn die Schuld Wildmosers in dem Bestechungsskandal um den Bau des neuen Münchner Fußballstadions "Allianz Arena" nicht bewiesen sei, sei damit nun ein Neubeginn für den TSV 1860 München und für das Projekt möglich. "Wir hoffen, dass sich die Diskussion um Wildmoser und den Bau der Arena jetzt versachlicht." Rechtliche Schritte erwäge die Allianz, die für geschätzte 90 Mio. Euro die Namensrechte an dem Fußballstadion erworben hatte, weiterhin nicht.

Auf Distanz zu Wildmoser

Die Führung des 1. FC Bayern hatte sich bereits vor Wildmosers Rücktritt offen vom "Löwen"-Präsidenten distanziert. "Solange die Vorwürfe gegen Herrn Wildmoser bestehen, werden wir uns mit ihm nicht mehr an einen Tisch setzen. Dafür ist zu viel vorgefallen", sagte Manager Uli Hoeneß. Bayern-Präsident Franz Beckenbauer hatte einen für Montagabend geplanten TV-Auftritt im Bayerischen Fernsehen abgesagt, zu dem auch Wildmoser senior geladen war. Ude hatte sogar mit Rücktritt als Aufsichtsrat gedroht, sollte Wildmoser nicht zum Rückzug bewegt werden können.