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Souveräner Sieg nach WackelstartZverev knöpft sich "48 Experten und 80 Millionen Deutsche" vor

18.01.2026, 07:01 Uhr
Alexander-Zverev-of-Germany-plays-a-forehand-return-to-Gabriel-Diallo-of-Canada-during-their-first-round-match-at-the-Australian-Open-tennis-championship-in-Melbourne-Australia-Sunday-Jan-18-2026
Alexander Zverev kam gar nicht gut rein in sein erstes Match bei den Australian Open, spielte das Duell ab Satz zwei aber souverän runter. (Foto: AP)

Am Anfang tut sich Deutschlands Tennisstar Alexander Zverev in Melbourne schwer. Doch dann ist der Vorjahresfinalist voll auf der Höhe – und kann sich jetzt erst einmal erholen. Seinen Gegner lobt er derweil sehr.

Alexander Zverev applaudierte artig seinem Gegner, dann schlurfte er erleichtert zum Siegerinterview mit Andrea Petkovic und holte sich die Glückwünsche ab. Der Tennisstar ist erfolgreich in seine Titelmission bei den Australian Open gestartet. In der ersten Runde bezwang der Vorjahresfinalist den anfangs starken Kanadier Gabriel Diallo mit 6:7 (1:7), 6:1, 6:4, 6:2.

"Der erste Satz war nicht mein bestes Tennis, aber danach habe ich mich sehr gut gefühlt. Ich bin happy mit dem Niveau", sagte Zverev, nachdem er einen äußerst holprigen Start ins Turnier wettgemacht hatte. "Es kann ja nicht mehr schlechter werden als das", habe er nach der Anfangsphase gedacht: "Und danach wurde es viel besser."

Zverev richtet deutliche Worte an Kritiker

Nach 2:43 Stunden hatte Zverev zuvor seinen Matchball verwandelt und zum zehnten Mal hintereinander das Ticket für die zweite Runde in Melbourne gebucht. Dort wartet der nächste ungesetzte Gegner auf den Hamburger: Der Australier Alexei Popyrin oder Alexandre Müller aus Frankreich, die erst am Montag gegeneinander spielen. Eine Sache wollte Zverev auf dem Court dann noch loswerden. "Ich weiß schon, wie ich spielen muss", sagte er: "Ich brauche keine 48 Experten und keine 80 Millionen Deutsche, um mir das zu sagen bei jedem einzelnen Grand Slam, den ich spiele."

Diallo sei "ein schwieriger Gegner, ein gefährlicher Gegner", hatte Zverev vor seinem ersten Aufeinandertreffen mit dem über zwei Meter großen Aufschlagriesen gewarnt. Und zu Beginn wurde deutlich, warum. Diallo überzeugte nicht nur beim Service, er produzierte auch immer wieder starke Vorhandschläge und drängte Zverev teils weit hinter die Grundlinie. Zudem streute Diallo mehrere Stopps ein.

Bedenkliche Körpersprache

Zverev, schon häufiger holprig in ein großes Turnier gestartet, wirkte hingegen anfangs seltsam fahrig und legte im ersten Satz eine bedenkliche Körpersprache an den Tag. Auch seinen Schläger ließ er früh frustriert zu Boden fallen. Der Hamburger kämpfte sich zwar nach einem frühen Break-Rückstand nochmal ran, doch im Tie Break war Diallo zu stark.

Die frühe kalte Dusche in der Melbourner Mittagshitze entfaltete eine heilsame Wirkung auf Zverev. Der erste Aufschlag kam nun besser, zwei schnelle Breaks im zweiten Durchgang gaben dem Deutschen die Sicherheit zurück. Die Ballwechsel zwischen den beiden Aufschlagexperten blieben kurz, und so dauerte es nur 31 Minuten bis zu Zverevs Satzausgleich.

40. Anlauf auf einen Grand-Slam-Titel

Auch anschließend blieb er konzentriert und nutzte nun auch kleinere Fehler Diallos aus. Nach einem Break-Gewinn am Netz zeigte Zverev die Faust. Die Sorgenfalten bei Trainer und Vater Alexander senior in der Box wurden kleiner, weil nun auch der erste Aufschlag gut kam. Diallo wechselte das Trikot und war plötzlich wie Zverev auch in weiß gekleidet, konnte die Niederlage aber nicht mehr verhindern.

Zverev unternimmt beim Turnier in Melbourne bereits seinen 40. Anlauf auf den ersehnten Titel bei einem der vier Major-Turniere. Neben ihm muss am Sonntag nur ein weiterer deutscher Profi ran: Yannick Hanfmann spielt im dritten Match des Tages auf dem kleineren Court 6 gegen den Qualifikanten Zachary Svajda (USA).

Quelle: ntv.de, tno/sid