Der Sport-Tag1.347.000.000 Dollar: Berater-Honorare machen Rummenigge fassunglos
Der langjährige Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hält in der Debatte um drastisch gestiegene Ausgaben für Berater auch den Rechtsweg für eine sinnvolle Möglichkeit. "Zunächst sollte man es im Guten versuchen. Wenn das nicht funktioniert, muss man den Weg über die europäische Justiz gehen. Bisher zeigt sich die Politik bei solchen Regulierungen ziemlich zurückhaltend, weil sie den freien Wettbewerb bevorzugt. Aber auch in Brüssel sollte man erkennen, dass die Ausgaben im Fußball längst jedes Maß überschritten haben", sagte Rummenigge der spanischen Sportzeitung "AS" in Interview.
Die FIFA müsse Reformen im Transferwesen weiter vorantreiben. "Die Idee, dass ein fester Anteil von fünf Prozent des Jahresgehalts eines Spielers an den Berater geht, ist sehr gut. Das wäre ein guter Ausgangspunkt, denn derzeit liegen wir bei etwa zehn Prozent", sagte Rummenigge. "Es braucht eine gemeinsame Lösung, denn neben den explodierenden Gehältern sind diese Beraterprovisionen das größte Problem im Fußball. Leider haben vor allem deutsche Gerichte eine Deckelung der Provisionen bislang gekippt."
"Wir haben völlig die Orientierung verloren. Im vergangenen Sommer wurden 1,347 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 1,17 Milliarden Euro) an Provisionen für Berater gezahlt. Vor fünf Jahren waren es noch 500 Millionen - und das war schon viel", erläuterte er weiter.