Der Sport-TagBezirksamt stellt Ermittlungen gegen Jatta ein
Die staatlichen Behörden haben die Ermittlungen gegen den Fußballprofi Bakery Jatta vom Zweitligisten Hamburger SV eingestellt. Zuvor hatte Jattas Anwalt Thomas Bliwier beim Bezirksamt neben einem gültigen Reisepass auch einen Auszug aus dem gambischen Geburtenregister mit Jattas Daten vorgelegt. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte habe alle Unterlagen und keine belastbaren Anhaltspunkte gefunden, teilte die Behörde mit: "Die aufgekommenen Zweifel an der Richtigkeit der Angaben haben sich im Rahmen der Anhörung nicht bestätigt."
Vor dreienhalb Wochen berichtete die "Sport Bild" über den Verdacht, dass Jatta eigentlich Bakary Daffeh heiße und bei seiner Einreise nach Deutschland seine Identität gefälscht habe. Das löste eine Hetzjagd auf den Gambier aus: Im Stadion wurde Jatta mit Pfiffen und Schmährufen belegt. Zudem legten der VfL Bochum, Karlsruher SC sowie der 1. FC Nürnberg Einspruch wegen ihrer HSV-Pleiten ein.
Inwieweit die Einstellung der Ermittlungen des Bezirksamts das Sportgerichtsverfahren beeinflusst, ist noch unklar. Am 9. September soll der Nürnberger Einspruch gegen die Wertung der 0:4-Niederlage verhandelt werden. Nürnberg hat einen Zeugen aus dem Senegal benannt. Es handelt sich dabei um Seydou Sané, den Präsidenten vom Verein Casa Sports. Dort hat Daffeh bis Januar 2015 gespielt.