Der Sport-Tag

Der Sport-TagBiathlon-Stars setzen auf gefährlichen Trend

14.11.2025, 14:52 Uhr

Nicht wenige Biathlon-Stars setzen bereits auf das sogenannte Hitze-Training. Dabei wird die Körpertemperatur gezielt und kontrolliert so erhöht, dass sie in einem Fenster zwischen 38,5 und 39 Grad Celsius bleibt. Dies kann etwa durch Training mit wärmender Kleidung erreicht werden. Durch das simulierte Fieber wird die Hämoglobinmenge gesteigert, was wiederum die Sauerstofftransportkapazität fördert.

Biathlon-Experte Michael Rösch sieht den Trainingstrend kritisch. "Beim Hitzetraining gibt es zwei Ziele. Ziel A ist, nach dem Höhentraining die Hämoglobinmasse länger im Körper zu behalten, weil der Effekt des Trainings vier oder fünf Wochen nach dem Höhentraining weg ist", sagte er im Interview mit "Sport1": "Ziel B kann sein, dass das Heat-Training eine billige Variante des Höhentrainings ist. Man kann dieses Hitzetraining überall machen." Rösch merkte in dem Zusammenhang an: "Die Methode ist ein wenig umstritten, weil man eben sehr aufpassen muss."

Bildnummer-09423942-Datum-20-01-2012-Copyright-imago-Kosecki-Michael-ROeSCH-Roesch-Aktion-Biathlon-10-km-Sprint-Der-Herren-am-20-1
Michael Rösch ging bis 2012 für Deutschland an den Start, gewann Olympia-Gold mit der Staffel. Ab 2014 startete er für Belgien. (Foto: imago sportfotodienst)

Das Hitze-Training sollte man nicht "blind" starten. "Da ist es schon ratsam, wenn ein Wissenschaftler oder Arzt dabei ist", hob der 42-Jährige hervor und warnte weiter: "Es ist schon grenzwertig. Wenn man es übertreibt, kann das auch den komplett falschen Effekt haben. Ich halte es für riskant, wenn man sich da auf eigene Faust ausprobiert."

Beim Deutschen Ski-Verband setzt man noch nicht auf die Methode. Damen-Bundestrainer Kristian Mehringer betonte: "Vor Olympia so etwas auszuprobieren, ist gefährlich und kann nach hinten losgehen. Wir haben es im Blick. Es kann sein, dass es in den nächsten Jahren auch bei uns in die Richtung gehen könnte."

Quelle: ntv.de