Der Sport-TagDFB-Streit um WM-Boykott-Thema: Vize legt gegen Boss nach
Die Retourkutsche in Richtung seines Chefs hallte auch mit fünf Wochen Verspätung noch gewaltig nach. "Ich glaube, Herr Neuendorf ist kürzer im Amt, als ich es in einem Funktionärsamt im deutschen Fußball bin", sagte Oke Göttlich, seines Zeichens Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), über Bernd Neuendorf - bekanntlich DFB-Boss. Göttlich will sich in der WM-Debatte keinen Maulkorb verpassen lassen und fordert knapp 100 Tage vor dem Beginn der Endrunde (11. Juni bis 19. Juli) eine klare Positionierung des größten Einzelsportverbands der Welt. "Ich würde nie von Spielern verlangen, was sie zu tun oder zu lassen haben. Aber als Verein haben wir eine Meinung und eine Haltung. Und das wünsche ich mir auch von einem Verband wie dem DFB", sagte er bei NDR 90,3.
Genau das hatte der Präsident des Bundesligisten FC St. Pauli auch schon Ende Januar getan und war für seine Frage bezüglich der Haltung zu einem WM-Boykott von Neuendorf ("Der Kollege ist noch nicht so lange dabei") in den Senkel gestellt worden. Auch andere hochrangige Funktionäre wie Hans-Joachim Watzke, Andreas Rettig und Jan-Christian Dreesen kritisierten Göttlich für seinen öffentlichen Vorstoß.