Der Sport-Tag

Der Sport-TagDer 23. Juni hat schon einmal einen Bundestrainer gestürzt

23.06.2021, 06:01 Uhr
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Rudi Völler konnte es nicht fassen, er hatte allen Kredit verspielt.

Vor 17 Jahren lag der deutsche Fußball mal wieder am Boden. Drei enttäuschende Spiele in der Vorrunde der Euro 2004 in Portugal. Das letzte Spiel von Rudi Völler als Bundestrainer. Noch zwei Jahre zuvor hatte er die Nationalmannschaft ins Finale der WM 2002 geführt, doch nach einer 1:2 Niederlage gegen die B-Elf der Tschechen war Schluss. Legendär sicher das 0:0 gegen Lettland am zweiten Spieltag, es war das letzte Hallo des Rumpelfußballs.

Zwei Jahre vor der Heim-WM 2006 lag der deutsche Fußball somit - mal wieder - am Boden. "Ich bin traurig und enttäuscht von der Gesamtleistung der Mannschaft", sagte der damalige DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und kündigte an, er wolle von Völler und Assistent Michael Skibbe nun "genau wissen, wohin die Reise in die Zukunft geht".

Die Antwort erhielt "MV" nur einen Tag später: Der im Fußballvolk ungebrochen beliebte Völler trat zurück. "Ich habe bis 2006 nicht mehr den Kredit, etwas auszuprobieren und auch Spiele zu verlieren", legte Völler seine Beweggründe offen, "das kann nur einer, der unbefleckt ist, der nicht persönlich den Rucksack mit dem EM-Vorrunden-Aus schleppen muss."

Nach langer Suche folgte auf Völler dann Jürgen Klinsmann und mit ihm auch Joachim Löw, der, wenn es heute gegen die Ungarn nicht läuft, auf den Tag genau 17 Jahre nach der Niederlage gegen Tschechien auch sein letztes Spiel als Bundestrainer leiten könnte. So wird es nicht kommen.

Quelle: ntv.de