Erschöpfter Baumgart wird nach Derbysieg extrem emotional
Steffen Baumgart war komplett erschöpft - und das nicht nur wegen einer ordentlichen Erkältung. "Man mag es mir nicht ansehen, aber ich bin bescheiden drauf. Und zwar gesundheitlich", sagte der emotionale Trainer des zuvor sieglosen 1. FC Köln nach dem erlösenden 3:1-Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach: "Aber ich kann ihnen sagen, dass einiges von mir abgefallen ist. Ich bin niemand, der mit seinen Gefühlen hinterm Berg hält. Und ich bin froh, dass ich nach langem mal nicht der Baum bin, sondern auch mal der Hund." Der 51-Jährige hatte nach zuvor einem Punkt aus sieben Spielen die Stimmung im Klub und in der Mannschaft hochgehalten, doch der Druck auf ihn muss riesig gewesen sein. Entsprechend wirkte Baumgart, der sich auf der Pressekonferenz hin und wieder die Nase putzen musste, zuvor aber wie gewohnt im Polo-Shirt an der Seitenlinie gestanden hatte, wie von einer riesigen Last befreit.
Popp bewahrt Wolfsburg vor nächstem Rückschlag
Dank Alexandra Popp haben die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg vier Tage nach ihrem Champions League-Aus die erste Saisonniederlage in der Bundesliga gerade noch verhindert. Der Vizemeister kam im Spitzenspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim zu einem 2:2 (0:2). DFB-Kapitänin Popp erzielte in der hart umkämpften Partie erst in der 89. Minute den Ausgleich. Für die Hoffenheimerinnen trafen zunächst Ereleta Memeti (18. Minute) und Mara Alber (45.+1), Dominique Janssen verwandelte einen Elfmeter zum 1:2 (55.). Der diesjährige Königsklassen-Finalist hatte am Mittwoch nach einem 0:2 (Hinspiel 3:3) gegen Paris FC die Gruppenspiele in der Champions League verpasst. Dabei hatte die Niederländerin Janssen noch einen Strafstoß verschossen. Gegen Hoffenheim erspielte sich der VfL zwar 12:4 Torschüsse in der ersten Halbzeit, wurde aber zweimal eiskalt erwischt. Beim 0:2 fälschte Janssen den Ball noch ins eigene Tor ab. Popp holte dann den Elfmeter heraus und köpfte nach dem Anschlusstreffer an die Latte. Danach gelang ihr aus dem Gewühl heraus das 2:2.
Dopingsperre: Weltmeister löffelt Hustensaft vom Sohn
Der argentinische Fußballweltmeister Alejandro "Papu" Gómez hat seine positive Dopingprobe mit der versehentlichen Einnahme eines Löffels Hustensaft seines Sohnes erklärt. Dem 35-Jährigen war in Proben vom Oktober 2022 der Wirkstoff Terbutalin nachgewiesen worden, er wurde von der spanischen Anti-Doping-Kommission für zwei Jahre gesperrt. "Ich habe noch nie auf eine verbotene Praxis zurückgegriffen und werde auch nie darauf zurückgreifen", sagte Gómez in einer Stellungnahme auf Instagram. Er lehne jede Form von Doping kategorisch ab. In der vergangenen Saison hatte Gómez noch für den FC Sevilla gespielt, inzwischen steht er beim AC Monza in Italien unter Vertrag. Der Spieler hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet. Gómez hatte mit der argentinischen Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft in Katar gewonnen. Als einziger der Weltmeister war er in diesem Jahr nicht erneut in die Nationalmannschaft berufen worden.
Haas reagiert auf nächstes Debakel und kassiert Strafe
Nico Hülkenberg startet aus der Boxengasse in den Großen Preis der USA - und sein Haas-Team erhofft sich daraus einen Vorteil. An den beiden Boliden des 36-Jährigen und seines Teamkollegen Kevin Magnussen wird der Heckflügel gewechselt, um mehr Abtrieb zu erzeugen. Wegen der Änderungen unter Parc-ferme-Bedingungen folgt die Strafe automatisch, Magnussen und Hülkenberg wären von den Plätzen 14 und 16 ins Rennen gegangen. Auch beide Aston Martins werden indes aus der Boxengasse starten. An den Autos von Fernando Alonso und Lance Stroll wurde das Setup geändert, bei Alonso wurde der generalüberholte Bolide gar auf die Spezifikation vom vergangenen Rennwochenende in Katar zurückgebaut. Die beiden Piloten hatten sich lediglich für die Startplätze 17 und 19 qualifiziert. Die Gründe für die Entscheidungen bei Haas und Aston Martin sind ähnlich. Beide Teams hatten umfangreiche Updates für den Grand Prix in Austin mitgebracht, die jeweils nicht wie gewünscht funktionierten.
Schiri Aytekin lässt Elfer wiederholen: "Tut mir im Herzen weh"
Schiedsrichter Deniz Aytekin hat nach der spielentscheidenden Elfmeter-Wiederholung im Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach Mitleid mit den Gladbachern gezeigt. "Glauben Sie mir: Es tut mir selbst im Herzen weh", sagte der erfahrene Unparteiische: "Aber ich muss die Regel umsetzen." Den Foulelfmeter zum 2:1 von Kölns Kapitän Florian Kainz hatte Borussia-Torhüter Moritz Nicolas zunächst gehalten. Er musste aber wiederholt werden, weil Nicolas mit beiden Füßen vor der Linie stand, obwohl er den schwachen Schuss sicher nicht dank dieses Vorteils pariert hatte. Im zweiten Versuch traf Kainz, Köln gewann 3:1. "Es gab die Verschärfung, dass der Torhüter mindestens mit einem Bein auf der Linie stehen muss", sagte Aytekin: «"Egal, wie der Elfmeter geschossen wurde. Und wenn nicht, musst du ihn wiederholen lassen. Ich verstehe die Enttäuschung der Gladbacher. Aber ich mache die Regeln nicht und muss meinen Job machen."
Medien: Beim FC Bayern gab's "turbulente Stunden" wegen Mazraoui
Am Freitag gab der FC Bayern bekannt, dass Noussair Mazraoui für seinen Pro-Palästina-Post keine Konsequenzen drohen. Wie inzwischen klar wurde, machte sich der Rekordmeister seine Entscheidung alles andere als leicht. "Turbulente Stunden", so berichtet es die "Süddeutsche Zeitung", habe es nach Mazraouis Rückkehr aus der Länderspielpause an der Säbener Straße gegeben. Zunächst stand für Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und Sportdirektor Christoph Freund das Gespräch mit dem marokkanischen Nationalspieler selbst auf dem Programm. Dann habe es klubintern auch den Austausch mit Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge gegeben.
Doch auch externe Informationen wurden demnach eingeholt, von Nahost-Experten und Islamwissenschaftlern. Auch Kontakt zum Zentralrat der Juden nahm der FC Bayern offenbar auf. Weitere Telefonate mit Mazraoui folgten. Für die Verantwortlichen habe sich das Bild von einem "einem streng gläubigen Moslem" verfestigt, so die "SZ". Teamkollegen hätten Mazraoui im Fastenmonat Ramadan angeblich sogar angesehen, wie viel er abgenommen hatte. Extremistisches oder antisemitisches Gedankengut konnte der FC Bayern bei seinem Profi nach eigenen Angaben aber nicht feststellen.
Absteiger Sandhausen schmeißt Trainer raus
Der SV Sandhausen hat Cheftrainer Danny Galm mit sofortiger Wirkung freigestellt. Die Entscheidung teilte der Fußball-Drittligist nach dem 2:2 gegen den SC Verl mit. Der 37-jährige Galm hatte die Mannschaft erst zum Saisonbeginn übernommen. "Wir hatten bis zuletzt an ein erfolgreiches Abschneiden unter Danny geglaubt. Aufgrund des ausbleibenden sportlichen Erfolges ist die Erreichung unseres Ziels mittlerweile stark gefährdet", sagte Sportdirektor Matthias Imhof. Nach zwölf Pflichtspielen liegt Sandhausen mit 16 Punkten derzeit auf einem Mittelfeldplatz.
Nächster Verletzungsschock für den FC Bayern
Der FC Bayern muss in den nächsten Partien auf Nationalspieler Leon Goretzka verzichten. Wie die Münchner mitteilten, hat sich der 28-Jährige beim 3:1 gegen den FSV Mainz 05 eine Mittelhandfraktur zugezogen. Der Mittelfeldspieler wurde operiert und wird den Münchnern im Champions-League-Gruppenspiel am Dienstag bei Galatasaray Istanbul und in den folgenden Partien fehlen. Eine genaue Ausfallzeit nannte der Klub nicht. Goretzka war in der Auswärtspartie am Samstag in der 75. Minute ausgewechselt worden, zuvor hatte er das 2:0 von Harry Kane vorbereitet und das 3:1 selbst erzielt.
Trainer Thomas Tuchel muss damit wieder einen personellen Rückschlag verkraften. Er hatte für das Spiel in Istanbul bereits Einsätze von Verteidiger Dayot Upamecano (Muskelverletzung im Oberschenkel) und Angreifer Serge Gnabry (Unterarmbruch) ausgeschlossen, obwohl beide seit Kurzem wieder im Training sind. Für einen Einsatz in der Türkei von Raphael Guerreiro und Noussair Mazraoui werde es "ganz eng", hatte Tuchel gesagt.
Angeblicher Bayern-Flirt erhält Wechsel-Freigabe von Guardiola
Beim FC Bayern kursiert seit einigen Wochen der Name von Manchester Citys Kalvin Phillips. Der englische Nationalspieler könnte die personellen Engpässe im defensiven Mittelfeld des Rekordmeisters beheben. Er gilt als klassischer Sechser, also als jener Spielertyp, den sich Trainer Thomas Tuchel unbedingt noch wünscht. Dem englischen "Daily Star" zufolge hat der Mittelfeldmann nun die Freigabe von Trainer Pep Guardiola bekommen. Phillips darf sich demnach im Winter einen neuen Klub suchen. Denkbar ist eine Leihe oder ein Verkauf. In dieser Saison kommt er auf gerade einmal 167 Einsatzminuten für die Citizens, verteilt auf fünf Spiele.
Raketen- und Pyro-Wahnsinn: Rheinderby verzögert sich
Wegen des massiven Abbrennens von Leuchtfackeln und Raketen vonseiten der Fans des 1. FC Köln hat sich der Anstoß des Derbys gegen Borussia Mönchengladbach verzögert. Schiedsrichter Deniz Aytekin pfiff erst mit sechsminütiger Verspätung an, dichte Rauchschwaden hatten die Sicht im Stadion stark beeinträchtigt. Die Kölner Fans hatten die FC-Spieler bereits nach dem Warmmachen eingeschworen, die Mannschaft versammelte sich dafür vor der Südkurve. Das Duell mit der Borussia hat enorme Bedeutung für den FC - nicht nur wegen der Rivalität, sondern auch aus sportlichen Gründen. Aus den ersten sieben Spielen hat Köln nur einen Punkt geholt, im Derby hoffte die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart auf den Befreiungsschlag.
Bestzeit und Doppelsieg: Preining ist DTM-Champion
Der Österreicher Thomas Preining ist DTM-Champion 2023. Bereits nach seiner Bestzeit im Qualifying am Morgen, für die er drei Punkte kassierte, war der 25-Jährige im Porsche des Manthey-Teams nicht mehr von der Spitze der Gesamtwertung zu verdrängen. Preining gewann nach seinem Sieg am Samstag auch das abschließende Saisonrennen am Sonntag vor dem Italiener Mirko Bortolotti im Lamborghini und dem dreimaligen DTM-Champion Rene Rast (Minden) im BMW.
Genervter Schweinsteiger zählt seinen VfL mächtig an
Trainer Tobias Schweinsteiger und der VfL Osnabrück bleiben weiter im Tabellenkeller der 2. Fußball-Bundesliga. "Wir waren überhaupt nicht im Spiel, überhaupt nicht agil, wir haben nur reagiert, wir waren nicht mutig genug mit dem Ball, haben alle 50-50-Zweikämpfe verloren", kritisierte Schweinsteiger nach dem 0:2 (0:1) gegen Mitaufsteiger Wehen Wiesbaden. Und weiter: "Was mich noch mehr nervt: Wir haben uns nicht an den Matchplan gehalten." Die Niederlage am Samstag war bereits die sechste in dieser Saison. Hyun-ju Lee (9. Minute) und Robin Heußer (70.) hatten die Treffer für die Hessen erzielt.
Osnabrück zeigte sich trotz der respektablen Ergebnisse der vergangenen Wochen (2:1 gegen den Hamburger SV, 2:2 gegen Kaiserslautern und 1:1 in Düsseldorf) verunsichert. So entstand auch das 0:1. "Wie wir das Tor durch den Ballverlust selbst kreieren, weil wir ihn nicht dahin spielen, wo wir ihn hinspielen wollten, dann ist das ist extrem ärgerlich", sagte Schweinsteiger. Sein Fazit: "Unabhängig von allen Analysen kommt es immer darauf an, wie die Einstellung zum Spiel ist. Da können wir uns an Wiesbaden heute ein gutes Beispiel nehmen, wie man so ein Spiel zu bestreiten hat."
Aline Krauter krönt Glanzleistung mit Premierensieg
Aline Krauter hat mit einer Glanzleistung ihr erstes Golf-Turnier auf der Ladies European Tour gewonnen. Die 23-Jährige aus Stuttgart setze sich bei der Indian Open in Neu-Dehli mit einem Gesamtergebnis von 273 Schlägen souverän mit fünf Schlägen Vorsprung gegen die Schwedin Sara Kjellker (278) und Diksha Dagar (280) aus Indien durch. Die deutsche Nationalspielerin kassierte bei dem mit 400.000 US-Dollar (377.198 Euro) dotierten Event in der indischen Hauptstadt ein Preisgeld von 60.000 US-Dollar (56.580 Euro) für den bisher größten Erfolg ihrer Karriere.
Der Par-72-Kurs im Südwesten von Neu-Delhi scheint den deutschen Golfern zu liegen. Ende Februar hatte Marcel Siem nach mehr als acht Jahren wieder ein Turnier der DP World Tour gewonnen. Den zweiten Platz bei der Indian Open belegte damals der Mannheimer Yannik Paul.
14 Tore in acht Spielen: Bittere Guirassy-Neuigkeiten für Stuttgart
Schwerer Rückschlag für den VfB Stuttgart: Der Tabellenzweite der Fußball-Bundesliga muss "einige Wochen" auf Rekordstürmer Serhou Guirassy verzichten. Der 27-Jährige erlitt gestern beim Sieg bei Union Berlin (3:0) "eine kleine Muskelverletzung im linken hinteren Oberschenkel". Das teilte der VfB mit. "Der Ausfall von Serhou ist bitter für ihn persönlich und für uns als Team. Jeder hat gesehen, in was für einer überragenden Verfassung Serhou zuletzt war", sagte Trainer Sebastian Hoeneß: "Wir müssen und werden seinen Ausfall so gut wie möglich kompensieren."
Guirassy erzielte in Berlin sein 14. Saisontor. Noch nie in der Geschichte der Bundesliga hatte ein Spieler nach acht Partien 14-mal getroffen. Nach einer halben Stunde musste der Nationalspieler aus Guinea in der Folge eines Zweikampfes mit dem Berliner Lucas Tousart vom Platz.
Voss-Tecklenburg klärt auf: Bin nicht mehr krankgeschrieben
Die derzeit pausierende Fußball-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ist nach Angaben ihres Ehemannes nicht mehr krankgeschrieben und hat zuletzt öffentliche Auftritte absolviert. "Ich habe seit 14 Tagen meinen Erholungsurlaub vom DFB genehmigt bekommen", sagte die 55-Jährige. Voss-Tecklenburg hielt in diesem Monat sowohl beim Bayerischen Zahnärztetag in München als auch bei einem Forum des Bundesverbands Deutscher Fertigbau einen Vortrag, wie die Bayerische Zahnärztekammer und der BDF berichteten. "Meine Frau ist nicht mehr krankgeschrieben, sonst wäre sie nicht beim Zahnärztetag aufgetreten", sagte Voss-Tecklenburgs Ehemann Hermann.
Der DFB hatte am 8. September vermeldet, dass Voss-Tecklenburg erkrankt sei und vorübergehend von ihrer Assistentin Britta Carlson vertreten werde. Als Interimsbundestrainer wurde am vergangenen Freitag Horst Hrubesch vorgestellt. DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagte dabei, dass man Voss-Tecklenburg Zeit zur Erholung gebe. Voss-Tecklenburg selbst hat sich bislang nicht zu ihrem Gesundheitszustand geäußert.
Vogts spricht verstorbenem Bobby Charlton seine Bewunderung aus
Der frühere Fußball-Bundestrainer Berti Vogts hat den gestorbenen Sir Bobby Charlton als eine der größten Persönlichkeiten im Weltsport gewürdigt. "Ich muss sagen: Neben Pelé war Bobby Charlton der größte Fußballer, den wir auf der Welt gehabt haben", sagte Vogts. Der englische Weltmeister von 1966 war am Samstagmorgen im Alter von 86 Jahren gestorben.
Als Nationalspieler hatten sich Vogts und Charlton unter anderem im WM-Viertelfinale 1970 gegenübergestanden, das Deutschland 3:2 nach Verlängerung gewann. Richtig kennen und schätzen lernte Vogts die englische Fußball-Ikone nach eigener Aussage indes später bei Trainer-Bildungsreisen zu Manchester United, wo Charlton fast seine gesamte aktive Karriere gespielt hatte. "Wir sind in dieser Zeit oft zusammen essen gewesen und haben uns über Fußball ausgetauscht. Ich habe nie einen so feinen Menschen wie ihn kennengelernt", sagte Vogts. "Er war ein ganz toller Fußball-Kamerad."
Xabi Alonso wehrt sich gegen dummes Gesprächsthema
Auch nach einem "super Sieg" und der Rückkehr an die Tabellenspitze ließ sich Trainer Xabi Alonso von Bayer Leverkusen nicht zu einer Titelansage verleiten. Darüber "zu sprechen, ist nicht intelligent", sagte der 41-Jährige nach dem 2:1 (1:1) beim VfL Wolfsburg: "Wir sind noch im Oktober. Wir haben einen guten Moment, ja. Aber es gibt noch viele Spiele zu spielen."
Nicht geglänzt, aber durchgebissen: Leverkusen bleibt nach dem Triumph im Werksduell weiter ungeschlagen und das Team der Stunde in der Fußball-Bundesliga, fünfmal Tabellenführer an den ersten acht Spieltagen war der Klub zuvor noch nie gewesen. "Ich bin zufrieden mit der Idee, mit dem Engagement der Spieler", sagte Alonso: "Sie haben Hunger und wir werden sehen."
Hocke/Kunkel nutzen Siegchance zu erstem Grand-Prix-Triumph
Die Berliner Paarläufer Annika Hocke und Robert Kunkel haben bei Skate America den ersten Grand-Prix-Sieg ihrer Karriere geholt. Trotz eines Sturzes von Hocke beim dreifachen Salchow konnten die Deutschen in Texas ihre knappe Führung nach dem Kurzprogramm vor den Kanadiern Lia Pereira/Trennt Michaud verteidigen.
"Für mich ist es immer ein wenig schwierig zu realisieren, was wir geschafft und welche Platzierung wir gemacht haben, wenn ich nicht sauber gelaufen bin, weil ich immer noch an den Fehler denke", sagte Hocke. "Aber natürlich ist es etwas Großes, einen Grand Prix gewonnen zu haben. Davon haben wir immer geträumt." Hocke/Kunkel nutzten ihre Chance in Allen bei Dallas, denn die Paarlauf-Weltmeister Riku Miura/Ryuichi Kihara aus Japan konnten wegen Verletzung nicht antreten.
Das letzte Mal, dass ein deutsches Paar einen Grand Prix gewonnen hat, liegt sechs Jahre zurück. Damals wurden die späteren Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot ebenfalls bei Skate America Erste.
Tuchel lacht Watschn von Hoeneß weg
Diesmal hütete sich Thomas Tuchel. Die Fragen nach der dünnen Personaldecke lächelte er entspannt weg, zum überschaubaren Kader ließ sich der Trainer von Bayern München kaum ein kritisches Wort entlocken - die sanfte verbale Watschn von Uli Hoeneß wirkte offenbar. Dabei hätte Tuchel nach dem hart erkämpften 3:1 (2:1) beim Angstgegner FSV Mainz 05 deutlich lauter Alarm schlagen können. Tuchel, erst kürzlich nach seiner Kaderkritik von Hoeneß öffentlich zurückgepfiffen, nörgelte nicht.
Wetter zwingt MotoGP zur Absage
Beim Großen Preis von Australien ist das Sprintrennen in der Motorrad-Königsklasse MotoGP angesichts der unwetterartigen Verhältnisse endgültig abgesagt worden. Nässe und Wind machten eine Austragung auf dem Phillip Island Grand Prix Circuit bei Melbourne unmöglich, rund eine halbe Stunde vor dem Start des 13-Runden-Rennens traf die Jury ihre Entscheidung. Zuvor war das Rennen der Moto2 14 Runden vor Schluss wegen starken Regens abgebrochen worden.
Wegen des drohenden Unwetters war das Hauptrennen bereits von Sonntag auf Samstag verlegt worden. Dabei hatte Titelverteidiger Francesco Bagnaia (Ducati) mit Platz zwei hinter dem Franzosen Johann Zarco seine Führung in der WM-Gesamtwertung auf 27 Punkte vor Verfolger Jorge Martin (Spanien) ausgebaut. Nach Australien stehen noch die WM-Stationen Thailand, Malaysia, Katar und Valencia an.
Fan fliegt raus: Real-Star muss zum 19. Mal rassistisches Verhalten ertragen
Beim Ligaspiel des spanischen Spitzenklubs Real Madrid beim FC Sevilla (1:1) ist es zu einem rassistischen Zwischenfall gekommen. Wie der Gastgeber mitteilte, wurde ein Fan wegen eines "fremdenfeindlichen und rassistischen Verhaltens" des Stadions verwiesen und an die Behörden übergeben. Außerdem sei ihm die Klub-Mitgliedschaft entzogen worden. Der Nachrichtenagentur AP zufolge war erneut der brasilianische Nationalspieler Vinícius Júnior Ziel der Anfeindungen.
Der 23-Jährige berichtete auf Twitter zudem von einem weiteren rassistischen Vorfall, dieses Mal durch ein Kind, das nicht erkannt und sanktioniert worden sei. "Ich hoffe, dass die spanischen Behörden ihren Teil beitragen", schrieb Vinícius Júnior. "Diese Leute müssen auch strafrechtlich bestraft werden." Das sei auch wichtig für die Vorbereitung auf die WM 2030, die aller Voraussicht nach zu großen Teil in Spanien gespielt werden wird. Der Brasilianer schrieb, es sei der 19. isolierte Vorfall. "Und es werden immer mehr."
Max Verstappen steigt zu Niki Lauda und Ayrton Senna auf
Die Formel-1-Weltmeisterschaft gilt für viele als wichtigster Titel im Motorsport. Seit 1950 wird sie ausgefahren, die Siegerliste ist voll mit legendären Rennfahrern und der Erinnerung an epische Grand Prix und enge Zieleinläufe. Alle Champions im Überblick.
Flasche trifft Lautern-Profi am Kopf: Düsseldorf droht Ärger nach Mega-Comeback
Für Fortuna Düsseldorf wäre es der perfekte Fußball-Abend gewesen, hätte es den Flaschenwurf in der 32. Minute des Sieben-Tore-Spektakels beim 4:3 (1:3) gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht gegeben. Die irre Aufholjagd nach einem 0:3-Rückstand dürfte beim ersten Gratisspiel des mutigen Sponsorenprojekts neue Fans und potenzielle neue Partner emotionalisiert haben. Doch wegen eines unschönen Vorfalls nach dem dritten Gegentor drohen noch empfindliche Konsequenzen.
Düsseldorfs Sport-Vorstand Klaus Allofs sprach von einer "völligen Unsinnigkeit dieser Handlung", als er auf den Zwischenfall angesprochen wurde, nachdem das Zweitliga-Spitzenspiel am Samstagabend drehte. FCK-Stürmer Ragnar Ache war von einer Plastikflasche getroffen worden, konnte aber zunächst weiterspielen. Anders als nach dem Bierbecherwurf im März 2018 beim VfL Bochum gegen Borussia Mönchengladbach auf den Linienrichter in einem Bundesligaspiel wurde die Partie fortgesetzt.
Indes ist noch offen, ob die Lauterer Protest gegen die Wertung des Spiels einlegen. Nach dem 3:4 war zu hören, dass der FCK die Bilder des Vorfalls in Ruhe auswerten will. Man halte sich alles offen.
Tuchel stellt sich hinter weinenden Bayern-Keeper
Erst verfolgte Daniel Peretz die Schweigeminute für die Opfer in seiner Heimat mit Tränen in den Augen, dann sicherte Thomas Tuchel ihm erneut Unterstützung zu. "Das ist natürlich Wahnsinn. Er ist ein junger Kerl, der Tag und Nacht um seine Freunde und Familie bangt", sagte der Trainer von Bayern München über den israelischen Torhüter des Rekordmeisters. Sichtlich bewegt hatte Peretz vor dem Anpfiff der Bundesliga-Partie beim FSV Mainz 05 (3:1) neben seinen Mitspielern vor der Ersatzbank gestanden. Beide Teams hatten im Vorfeld des Spiels der Opfer des Hamas-Terrors gedacht.
Der 23-Jährige sei "so ein feiner Kerl, so ein korrekter Charakter, dass uns das natürlich nahe geht. Wir bemühen uns, ihm im Sportlichen ein Umfeld zu bieten, in dem er Ablenkung, aber auch Verständnis bekommt", sagte Tuchel nach der Partie: "Wir haben das Gefühl, dass es ihm guttut, bei der Mannschaft zu sein." Peretz, der im Sommer von Maccabi Tel Aviv gekommen war, hatte sich bereits kurz nach dem Angriff der Hamas mit emotionalen Worten zu den Vorfällen in seiner Heimat geäußert.
Draisaitl und Oilers schlittern in die Krise
Eishockey-Nationalspieler Leon Draisaitl und die Edmonton Oilers haben in der nordamerikanischen NHL ihren Fehlstart fortgesetzt. Im kanadischen Duell gegen die Winnipeg Jets verloren die Oilers 2:3 nach Verlängerung und kassierten im fünften Saisonspiel die vierte Niederlage. Draisaitl konnte immerhin seine persönliche Saisonbilanz aufbessern, verbuchte zwei Assists und steht damit bereits bei neun Scorerpunkten (vier Tore, fünf Vorlagen).
Vize-Weltmeister John-Jason Peterka feierte dagegen mit den Buffalo Sabres den zweiten Saisonsieg. Gegen die New York Islanders setzten sich die Sabres 3:1 durch. Peterka blieb ohne Scorerpunkt. Nichts zu holen war auch für Lukas Reichel, der mit den Chicago Blackhawks 3:5 gegen Stanley-Cup-Champion Vegas Golden Knights unterlag. Ausnahmetalent Connor Bedard traf bei seinem Heimdebüt für Chicago gleich mit seinem ersten Schuss zur Führung, danach kam aber nicht mehr viel.
Goalie Philipp Grubauer verlor mit Seattle Kraken 1:4 gegen die New York Rangers, bei der vierten Pleite im sechsten Spiel wehrte der Rosenheimer 27 Schüsse ab. Erneut sieglos blieb Nationalspieler Nico Sturm mit den San Jose Sharks. Beim 1:5 gegen die Nashville Predators kassierten die sich im Neuaufbau befindlichen Kalifornier die fünfte Niederlage im fünften Spiel.
FC Bayern reist mit großen Problemen ab
Bayern München reist wohl auch mit einigen Personalproblemen zum Champions-League-Auswärtsspiel bei Galatasaray Istanbul. Laut Trainer Thomas Tuchel kehrt von den verletzten Spielern voraussichtlich niemand für die Partie am Dienstag (18.45 Uhr/PrimeVideo und im Liveticker bei ntv.de) zurück in den Kader. "Wir haben nicht viele Möglichkeiten", sagte er nach dem Bundesliga-Sieg beim FSV Mainz 05 (3:1).
Neben Abwehrspieler Dayot Upamecano (Aufbau nach Muskelverletzung) fallen auch Serge Gnabry (Unterarmbruch) und Raphaël Guerreiro (Muskelfaserriss) weiter aus. Bei Noussair Mazraoui, der in Mainz aufgrund von muskulären Beschwerden gefehlt hatte, sei die "Tendenz eher nein, aber es gibt Resthoffnung", sagte Tuchel.
Joshua Kimmich stand in Mainz nach überstandenem grippalem Infekt umgehend wieder über die gesamte Spielzeit auf dem Feld, Leon Goretzka, der angeschlagen von der USA-Reise des DFB-Teams zurückgekehrt war, spielte mit "dickem Knöchel" und verletzte sich in der Partie zudem an der Hand. Der mühevolle Sieg bei den Rheinhessen sei "sehr zehrend" gewesen, "deshalb fühlt es sich super an", betonte der Bayern-Coach, der seiner Mannschaft trotz des teilweise "fahrlässigen" Auftritts ein "großes Lob" aussprach.
Hass-Kommentare nach Niederlage: Eva Lys wehrt sich
Die deutsche Tennisspielerin Eva Lys hat nach ihrem Halbfinal-Aus beim Turnier in Cluj-Napoca Hass-Kommentare gegen sich in den sozialen Netzwerken öffentlich gemacht. Die 21-Jährige veröffentlichte auf Instagram zahlreiche Screenshots von beleidigenden und herabwürdigenden Kommentaren und Nachrichten. "Realität einer Tennisspielerin. Beschimpfungen sind niemals okay", schrieb Lys dazu.
Zuvor hatte Lys das deutsche Duell mit Tamara Korpatsch in zwei Sätzen 4:6, 3:6 verloren. Sie konnte im Auftaktsatz ihres ersten WTA-Halbfinals lange mithalten, unterlag dann aber verdient in 1:22 Stunden. In einer weiteren Instagram-Story bedankte sich die Tennisspielerin bei den Zuschauern in Rumänien für die Unterstützung. "Trotz der Niederlage war die Atmosphäre unglaublich. Bis zum nächsten Mal", schrieb sie.
Hass-Kommentare in den sozialen Netzwerken sind für viele Tennis-Profis keine Ausnahme. Bei den French Open hatte der französische Verband in diesem Jahr eine Initiative gestartet, um Spielerinnen und Spieler mit technischer Hilfe vor Beleidigungen in den sozialen Medien zu schützen. Dabei sollte eine technologische Lösung dafür sorgen, dass die Profis ihre Inhalte auf Instagram, Twitter & Co. moderieren lassen können.