Der Sport-TagGeflohene Iranerin Alisadeh möchte zu Olympia
Die aus dem Iran nach Deutschland geflohene Taekwondo-Kämpferin Kimia Alisadeh könnte als Mitglied des IOC-Flüchtlingsteam an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen. "Wir haben schon zwei Sportler, die für Olympia vorgesehen sind. Sie werden wie unsere Athleten von den Bundestrainern gecoacht. Und so was könnten wir natürlich auch mit ihr machen", sagte Musa Cicek, Vizepräsident der Deutschen Taekwando Union, der ARD.
Voraussetzung ist aber der Status eines anerkannten Flüchtlings. Dafür braucht die 21-Jährige, die 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro als erste und bisher einzige iranische Sportlerin mit Bronze eine Olympia-Medaille gewann, einen positiven Asylbescheid.
Nur dann könnte sie bis April vom Weltverband für das Flüchtlingsteam nominiert werden. Alisadeh hatte der "Bild am Sonntag" gesagt, dass sie in Tokio gerne für Deutschland starten würde.
Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro hatte das Internationale Olympische Komitee erstmals ein zehnköpfiges "Refugee Olympic Team" berufen.
Fraglich ist aber noch, ob Alisadeh in Deutschland bleiben kann. Denn nach ihrer Flucht im Dezember mit ihrem Mann war sie in die Niederlande eingereist.
Nach der Dublin-Verordnung entscheidet das Land, in das sie als erstes in den EU-Raum einreist, über das Asylverfahren.
Sollte es mit ihrem zweiten Olympia-Start nicht klappen, sieht sie andere Möglichkeiten. "Ich bin erst 21. Ich kann auch an Weltmeisterschaften teilnehmen und dann bei den nächsten Olympischen Spielen dabei sein", sagte Alisadeh.