Der Sport-TagHoeneß erklärt, warum kein Ex-Star Bayern-Boss ist
Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge bestimmten als Ex-Profis jahrzehntelang die Geschicke beim FC Bayern. Warum aktuell kein ehemaliger Fußballer der Münchner an der Spitze des deutschen Rekordmeisters steht, dafür hat Vereinspatron Hoeneß inzwischen eine Erklärung. "Spieler, die heute nach zehn Jahren aufhören, die 15 Millionen verdient haben, die haben 60, 70 Millionen auf der Bank", sagte der 73-Jährige im "OMR Podcast". "Die haben nicht den Druck, unbedingt arbeiten zu müssen, den Wohlstand ihrer Familie zu erhalten. Und das ist das größte Problem."
Hoeneß selbst sei nach seinem aktiven Karriereende 1979 klar gewesen, dass er hart arbeiten werden müsse, um weiter ein Leben zu führen wie davor. Also stieg er als Manager bei den Bayern ein und gründete später eine Wurstfabrik. Heute sei dies nicht mehr so - und Hoeneß macht dafür den hohen sozialen Standard in Deutschland mitverantwortlich.
Hoeneß erzählte in dem Podcast, dass er vor einigen Monaten Bastian Schweinsteiger gefragt habe, ob er nicht Teambetreuer bei den Bayern werden wolle. "Aber muss ich dann jeden Tag da sein", habe der Ex-Profi, Weltmeister von 2014 und inzwischen TV-Experte dann gefragt. Als Hoeneß dies bejahte, habe Schweinsteiger abgelehnt.
Thomas Müller war nach dem Ende von dessen Vertrag bei Bayern angeboten worden, "dass wir ihn auf unsere Kosten ein Jahr lang durch die Weltgeschichte schicken", damit er sich große Vereine etwa in Nordamerika anschaue und dann nach seiner Rückkehr ins Management einsteige. "Aber er hat mir gesagt: Noch nicht", schildert Hoeneß. Der Fan-Liebling wechselte als Spieler zu den Vancouver Whitecaps, wo er aktuell um den MLS-Titel kämpft. Fans und Offizielle hoffen auf eine Rückkehr Müllers nach dessen Zeit in Kanada.