Der Sport-Tag

Der Sport-TagMisshandlungen erschüttern Olympiastützpunkt

02.03.2017, 12:05 Uhr

Der Hamburger Olympiastützpunkt (OSP) ist von einem Skandal um monatelange Kindesmisshandlung erschüttert worden. Dies berichtet die "Bild"-Zeitung.

  • Zwei Nachwuchs-Hoffnungen im Badminton und Schwimmen sollen im Elite-Internat einen damals 14 Jahre alten Mitschüler über einen längeren Zeitraum gequält, geschlagen und gedemütigt haben.

  • Wie die "Bild" berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Kiel vor dem Amtsgericht Neumünster gegen den heute 19 Jahre alten Badmintonspieler Anklage wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung erhoben.

  • Gegen den ein Jahr jüngeren Schwimmer ermittelt die Staatsanwaltschaft Lübeck wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung.

  • Laut Gesprächsprotokoll zwischen dem Opfer und der Stützpunktleitung, das der "Bild" vorliegt, sollen die beiden Täter regelmäßig auf den jungen Badmintonspieler eingeschlagen haben. Er habe "Nackenklatscher" bekommen und "Nippeltwister" ertragen müssen, bei denen die älteren Mitschüler ihm mit Gewalt an den Brustwarzen gedreht haben sollen. Sein Oberkörper sei deshalb mit Hämatomen übersät gewesen. Der Junge musste sich laut Protokoll in eine Kiste setzen. Diese sei verschlossen und verklebt worden, so dass er hilflos im Dunkeln sitzen musste.

  • Die älteren Sportler sollen den Jungen zudem gezwungen haben, sie mit "Großer Herr und Meister" anzureden. Dies soll laut Protokoll regelmäßig mit Schlägen eingefordert worden sein. Zudem sollen sie dem Minderjährigen so viel Wodka verabreicht haben, dass er nach eigener Angabe "nichts mehr mitbekam" und sich übergeben musste.

  • Die beiden Sportler, die zu den möglichen Kandidaten für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zählen sollen, wurden aus dem Internat suspendiert. Auch die beiden Fachverbände reagierten mit Suspendierungen und begleitenden Maßnahmen wie Besuche von Seminaren zur Gewaltprävention.