Start im Rennen nicht möglich?Chaos-Auto treibt Formel-1-Team Aston Martin in den Wahnsinn

Beim Formel-1-Team Aston Martin ist die Verzweiflung groß. Das neue Auto ist ein absolutes Desaster und gefährdet die Gesundheit der Fahrer. Motorenpartner Honda arbeitet an einer Lösung. An eine schnelle Umsetzung glaubt der Teamchef nicht.
Adrian Newey hat keine Hoffnung auf eine zeitnahe Lösung der gravierenden Probleme bei Aston Martin. Beim Motorenpartner Honda gebe es zwar "momentan ganz klare Maßnahmen, um die Vibrationen, die von der Antriebseinheit ausgehen, zu reduzieren", sagte der Teamchef nach den ersten Trainingseinheiten beim Saisonauftakt der Formel 1 in Australien (Sonntag, 5 Uhr bei Sky und im Liveticker bei ntv.de): "Das wird aber keine schnelle Lösung sein. Ich kann nicht sagen, wie schnell sie das schaffen, aber das muss das Hauptanliegen sein."
Weil die Ursache der Probleme eben bei Honda liegt, fühle er sich "machtlos", gab der Star-Designer zu. Die Schwierigkeiten mit dem neuen Motor "saugen alle Energie" aus dem Team, so der Engländer. Erst wenn eine Lösung gefunden ist, könnte sich der Fokus auf die Performance des Autos richten.
Am Donnerstag hatte der Rennstall schon große Probleme mit der Power Unit eingeräumt, die starken Vibrationen könnten gar zu Nervenschäden in den Händen der Fahrer führen. Zudem waren zuvor schon Teile wie der Rückspiegel vom Auto abgefallen. Am Freitag bildete Aston Martin dann das abgeschlagene Schlusslicht, mit einem Rückstand von rund fünf Sekunden ist derzeit gar fraglich, ob die Piloten überhaupt die nötigen Rundenzeiten für eine Rennteilnahme erreichen können. Was ein unfassbares Szenario.
Die großen Schwierigkeiten hinterlassen Spuren bei dem gesamten Team und insbesondere bei den Fahrern Fernando Alonso und Lance Stroll. "Fernando ist meiner Meinung nach einer der ganz Großen. Sein Können, sein Talent, sein gesamtes Potenzial. Er hätte ehrlich gesagt weit mehr als die zwei Weltmeisterschaften gewinnen müssen", sagte Newey: "Er ist immer noch blitzschnell, hochtalentiert und unglaublich geistreich, daher ist es für Fernando momentan mental eine schwierige Situation."
Damit füllen diese Probleme zum anderen auch ein weiteres Kapitel in der bislang schon höchst unterhaltsamen Geschichte des Aston-Martin-Rennstalls. Zur Erinnerung: Die Edelmarke mit dem James-Bond-Image wurde vom Milliardär Lawrence Stroll in die Formel 1 gebracht, die Infrastruktur mit viel Geld aufgemöbelt. Alonso stieß 2023 zum Team, die Ankunft des Meistermachers Newey sollte nun so etwas wie das letzte fehlende Puzzlestück sein. Und laut eines Fünfjahresplans - formuliert von Stroll vor fünf Jahren - sollte der Rennstall jetzt eigentlich um Siege oder sogar Titel fahren.