Formel1

Königsklasse vor Totalschaden FIA kündigt Klage an

Der seit Monaten tobende Streit ist eskaliert. Die "Rebellen" um Anführer Ferrari wollen sich dem Ultimatum der FIA nicht beugen und verkündeten am Morgen das Ende der Formel 1 in der jetzigen Form. Im Gegenzug kündigte der Automobil-Weltverband an, die Fota und speziell Ferrari verklagen zu wollen.

RTXLFAR.jpgDer Automobil-Weltverband FIA will Ferrari und die abtrünnigen übrigen Fota-Teams verklagen. Die Pläne der Teamvereinigung und von Ferrari im speziellen seien schwerwiegende Rechtsverletzungen, willkürliche Eingriffe in bestehende Verträge und von Ferrari-Seite der Bruch vertraglicher Pflichten, erklärte die FIA in einer Pressemitteilung.

Neben der sofortigen Einleitung rechtlicher Schritte kündigte die FIA an, die Veröffentlichung der endgültigen Teilnehmerliste für 2010, die ursprünglich für Samstag vorgesehen war, auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Vorher müsse der Verband seine Rechte wahren.

"Rebellen" verlassen Formel 1

Acht Rennställe der Teamvereinigung Fota verlassen die Formel 1 und gründen eine eigene Rennserie. Das gab die Fota bekannt. Unterzeichner der Erklärung waren die Teams BMW-Sauber, Brawn, Ferrari, McLaren-Mercedes, Red Bull, Renault, Toro Rosso und Toyota. Damit bricht die Königsklasse ausgerechnet am Ort des ersten Formel-1-Rennens (13. Mai 1950) auseinander.

Related contentDer Automobil-Weltverband FIA hatte BMW-Sauber, Brawn, McLaren-Mercedes, Renault und Toyota aufgefordert, ihre an die Einschreibung geknüpften Bedingungen zurückzuziehen. Ferrari, Red Bull und Toro Rosso waren von der FIA gegen ihren Willen ohne Bedingungen auf die Liste gesetzt worden. Jetzt zogen alle acht Teams ihre Einschreibung formal zurück.

"Die Serie wird eine transparente Führungsstruktur haben und ein einheitliches Regelwerk. Sie wird Neueinsteiger ermutigen, auf die Wünsche der Fans hören, die Kartenpreise werden niedriger sein. Die besten Fahrer, größten Stars, Sponsoren und alle Rennställe, die dem Motorsport auf höchstem Niveau historisch verbunden sind, werden teilnehmen", teilte die Fota mit.

Ecclestone ist nicht besorgt

FIA-Präsident Max Mosley kündigte am Rande des zweiten Trainings zum Großen Preis von Großbritannien in Silverstone für den Freitagnachmittag eine weitere Stellungnahme des Automobil- Weltverbands an. Der umstrittene Verbandschef führte stundenlange Krisengespräche. Auch mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone traf sich Mosley am Freitag mehrfach.

Der Rechte-Mitinhaber wollte jedoch keine Auskunft zu möglichen Auswegen aus dem Konflikt geben. "Ich habe keine Ahnung. Fragen Sie Max", sagte Ecclestone. Er habe aber keine Angst um die Zukunft der Königsklasse. "Ich bin nicht besorgt. Die Formel 1 läuft seit 60 Jahren und wird weiterlaufen", meinte der 78-Jährige.

Alonso: Das ist das Ende

Am Freitagabend läuft die Anmeldefrist der FIA für die kommende Saison endgültig ab. Die 13 Teilnehmer für 2010 will der Dachverband am Samstag bekanntgeben. "Das ist das Ende der Formel 1. Eine neue Ära wird beginnen", befand der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien.

FIA: kein finanzielles Wettrüsten

Der Weltverband hatte bereits am Freitagmorgen mit einer Erklärung reagiert: "Die FIA hat die Erklärung zur Kenntnis genommen. Die FIA ist enttäuscht, aber nicht überrascht von der Unfähigkeit der Fota, einen Kompromiss im besten Sinne des Sports zu erreichen. Die FIA kann weder ein finanzielles Wettrüsten zulassen noch der Fota erlauben, die Regeln zu diktieren."

Quelle: ntv.de, sid / dpa