Formel1

Ferrari-Debakel, Leclerc in Rage Verstappen bleibt cool im heißen Crash-Festival

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Max Verstappen gewann den Frankreich GP mit großem Vorsprung.

(Foto: IMAGO/ANP)

Formel-1-Weltmeister Max Verstappen siegt im Frankreich-GP nachdem sich Ferrari-Star in Führung liegend aus dem Rennen crasht. Eine starke Leistung zeigt Lewis Hamilton, Mercedes gelingt das erst Doppel-Podium der Saison. Schumacher übersteht einen Unfall, Vettel fährt unauffällig.

Max Verstappen hat einen folgenschweren Patzer von Charles Leclerc eiskalt ausgenutzt und im heißen WM-Duell mit dem Ferrari-Star zurückgeschlagen. Der Weltmeister gewann in der Hitze von Le Castellet den Großen Preis von Frankreich und feierte seinen bereits siebten Triumph im zwölften Saisonrennen - dabei profitierte er von einem Fehler Leclercs, der in Führung liegend ausschied und seine Chancen auf den WM-Titel wieder schwinden sieht.

"Das ist inakzeptabel", wütete Leclerc nach seinem Ausfall. "Das war unglücklich für Charles, ich hoffe, es geht ihm gut", sagte Verstappen: "Ich bin dann einfach mein Rennen gefahren. Es liegt noch einige Arbeit vor uns, wir werden einfach so weitermachen." Nutznießer war nicht nur Verstappen, der jetzt 63 Punkte vor Leclerc liegt, sondern auch Lewis Hamilton: Der Rekordweltmeister fuhr in seinem 300. Grand Prix in der Königsklasse einen herausragenden zweiten Platz und damit das beste Ergebnis in dieser bislang so schwierigen Saison ein. Bereits zum vierten Mal in Serie stand der Mercedes-Pilot damit auf dem Treppchen, er landete vor seinem Landsmann und Teamkollegen George Russell. Nach den Eindrücken von Freitag und Samstag war das durchaus überraschend, im Training und Qualifying hatten die Silberpfeile noch deutlich hinter der Spitze gelegen.

Dass Carlos Sainz im zweiten Ferrari vom vorletzten bis auf den fünften Platz vorfuhr, war nach der bitteren Enttäuschung um Leclerc ein schwacher Trost. Am Boliden des Spaniers waren einige Teile ausgetauscht worden, weshalb er von hinten starten musste. Ebenfalls ein gebrauchtes Wochenende erlebte Mick Schumacher im Haas. Nachdem er zuletzt in Silverstone und Spielberg in die Punkte gefahren war, landete er diesmal am Ende des Feldes. Schon bevor er nach einem Rempler des Chinesen Zhou Guanyu (Alfa Romeo) zu einem Dreher gezwungen wurde, war Schumacher deutlich zurück. Auch Sebastian Vettel (Heppenheim) im Aston Martin verpasste die Top Ten und blieb ohne Punkt.

Fehler ohne Druck

Leclerc hatte im Vorfeld des Wochenendes die Marschroute für den Rest der Saison vorgegeben. Nach zahlreichen Patzern und technisch bedingten Ausfällen müsse er nun "perfekt" abliefern und sich "keinen weiteren Fehler leisten". Anfangs sah es auch so aus, als könne der 24-Jährige Verstappen Paroli bieten. Beim Start blieb er vorne, und obwohl Verstappen in den ersten Runden immer wieder mit der Unterstützung von DRS versuchte, Überholmanöver zu setzen, behauptete der Ferrari-Pilot seine Führung souverän. Die beiden hatten sich schnell vom Rest des Feldes abgesetzt und waren in ihrer eigenen Liga unterwegs.

Doch der entscheidende Fehler unterlief Leclerc nicht unter dem Druck Verstappens: Der Niederländer war in der 18. Runde in die Box gekommen, um zu versuchen, mit frischen Reifen Zeit gutzumachen. Alleine in Führung liegend leistete sich Leclerc dann einen Dreher und rutschte in die Streckenbegrenzung. Möglicherweise war ein steckengebliebenes Gaspedal die Ursache. Während Leclerc seinen Frust herausbrüllte, funkte Verstappen erschrocken in die Box: "Ist er okay?" Körperlich in Ordnung war der Monegasse, dafür aber auch stocksauer über diesen so ärgerlichen Fehler.

Verstappen jedenfalls nutzte diese Steilvorlage und verwaltete das Rennen an der Spitze souverän. Von Hamilton drohte dem Weltmeister keine Gefahr, sodass sich der Red-Bull-Pilot auf die Jagd nach dem Extrapunkt für die schnellste Rennrunde konzentrieren konnte. Am Ende kamen nur 16 der 20 Fahrer ins Ziel.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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