Ex-Pilot wählt drastische WorteVerstappen soll "den Mund halten oder die Formel 1 verlassen"

Die neue Formel 1 geht Max Verstappen mächtig auf den Zeiger. So sehr, dass der Red-Bull-Star mit Rückzug kokettiert. Mach doch, ruft ihm ein früherer F1-Fahrer zu - und äußert eine pikante Mercedes-These.
Geht es nach Juan Pablo Montoya, sollte Max Verstappen seine Formel-1-Sachen packen und der Motorsport-Königsklasse Adieu sagen, sofern ihm die neuen Regeln nicht passen. "Wenn du unglücklich mit der F1 bist, solltest du gehen. Habe den Mut, zu deinen Überzeugungen zu stehen und rede dann mit den Leuten, anstatt zu drohen, dass du aussteigst. Das wird nicht viel helfen", sagte der Kolumbianer im Interview mit "Casinostugan".
Einmal im Rollen, wählte Montoya drastische Worte: "Wenn ich er wäre, würde ich den Mund halten, damit klarkommen und zugeben, dass er in einem beschissenen Auto sitzt und dass frustriert ist wegen diesem Stück Schrott, das 20 Kilo Übergewicht hat und das ganze Jahr nicht konkurrenzfähig sein wird."
Kein Fahrer sei größer als die Formel 1, sagte der frühere Williams- und McLaren-Pilot und wählte einen Vergleich mit einer anderen Sportart. "Schaut euch Tiger Woods an, einer der größten Sportler aller Zeiten. Als er ging, hat ein anderer den Platz als Nummer eins der Welt eingenommen. Der Sport hat nicht aufgehört." Die Meschen würden immer noch einschalten, auch wenn eine Größe sich verabschiedet, so der 50-Jährige. "Das ist die harte Realität. Niemand ist unersetzbar, nicht einmal Max."
Verstappen zu Mercedes? "Ich garantiere euch, dass ..."
Verstappen hatte die neuen Formel-1-Boliden schon nach den ersten Testfahrten scharf kritisiert und von einer "Formel E auf Steroiden" gesprochen. Dem Holländer missfällt, dass die Fahrer durch das neue Reglement - die Hälfte der Motor-Power ist seit diesem Jahr elektrisch - gezwungen sind, ihren Batterieverbrauch zu managen. Für Verstappen hat das mit "echtem Racing", dem Tanz am Limit, nichts zu tun.
"Ich habe keinen Spaß an der Sache", klagte der 28-Jährige nach dem enttäuschenden Rennen in Japan (Rang acht). Verstappen, bei Red Bull noch bis 2028 unter Vertrag, kokettierte gar mit einem Ausstieg aus der Königsklasse. Gefragt, ob er sich zum Saisonende einen Rückzug vorstellen könne, antwortete er: "Genau das meine ich. Ich denke über alles hier im Fahrerlager nach." Privat sei er "sehr glücklich", angesichts des vollen Rennkalender stelle er sich daher die Frage: "Lohnt es sich? Oder genieße ich es mehr, zu Hause bei meiner Familie zu sein, meine Freunde öfter zu sehen?"
Montoya ist indes sicher, dass Verstappen gerne weitermachen würde - nur bei einem anderen Team. "Max sollte Toto Wolff anrufen, der breit sein wird, ihn unter Vertrag zu nehmen. Das heißt, wenn er das nicht schon gemacht hat. Ich garantiere euch, dass dieser Anruf schon geschehen ist."
Mercedes dominiert die Formel 1 seit Einführung der neuen Regeln bis dato. Die Silberpfeil-Piloten Kimi Antonelli und George Russell führen die Fahrer-Weltmeisterschaft nach drei von 22 Rennen souverän an. Für Verstappen könnte Mercedes mit seinem starken Auto die Option sein, um selbst in der "Formel E auf Steroiden" wieder Spaß am Fahren zu haben.