Fußball-EM

Sponsoren bei der Fußball-EM Wer oder was ist Alipay?

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Die Liste der Werbenden auf der Seitenbande in den Fußballstadien zur Europameisterschaft ist lang. Einige sind mehr, andere weniger zu sehen. Aber wer ist Alipay?

(Foto: dpa)

Bandenwerbung gehört seit Jahrzehnten zur Fußball-EM wie der eigene Ball. Doch inzwischen tauchen neben alteingesessenen Herstellern Namen auf, die man kaum zuordnen kann. Wer zum Beispiel sind Alipay oder Hisense?

Dass ein sportliches Großereignis wie die Fußball-Europameisterschaft, die gerade läuft, nicht ohne Sponsoren auskommt, dürfte niemanden verwundern. Doch während Namen wie booking.com oder FedEx den meisten geläufig sind, machen viele bei Alipay oder Hisense große Augen. Beide Unternehmen kommen aus China. Während es sich bei Alipay um eine Bezahl-Plattform handelt, ist Hisense ein chinesisches Elektronikunternehmen, das bereits im Jahr 1969 gegründet wurde. Inzwischen produziert der Staatskonzern für die japanischen Unternehmen Sharp und Toshiba Fernsehgeräte.

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Alipay ist ein chinesischer Bezahldienst, den man durchaus mit Paypal vergleichen kann.

(Foto: dpa)

Alipay muss man sich wie die bei uns sehr beliebte Bezahl-Plattform Paypal vorstellen. Ebenso wie die US-Amerikaner bieten die Chinesen eine Digital Wallet (digitale Geldbörse) an, bei der die Nutzer durch das Scannen eines QR-Codes Zahlungen vornehmen können. Weltweit gesehen ist Alipay, als Teil der Handels- und Kommunikationsplattform Alibaba, der meistgenutzte Drittanbieter von Online-Payments. Pro Tag verzeichnet das Unternehmen mehr als 100 Millionen Transaktionen und hat momentan über 520 Millionen aktive Benutzer. Insgesamt ist Alipay auf mehr als 70 Märkten verfügbar und wird inzwischen von mehr als 80.000 Einzelhandelsgesellschaften auf der ganzen Welt eingesetzt.

Fußball in China immer beliebter

Aber warum interessiert ein chinesisches Elektronikunternehmen und einen Bezahldienst aus dem Reich der Mitte ein Sportereignis in Europa? Die Partnerschaft von Alipay mit der UEFA ist sogar auf acht Jahre angelegt und kostet mehr als 200 Millionen Euro. Die Antwort der Chinesen ist einfach. Fußball erfreut sich in China immer größerer Beliebtheit. Gerade, wenn er dort ausgetragen wird, wo er auch herkommt. Insofern ist die Werbung von Alipay und Hisense eigentlich auch gar nicht auf den europäischen Markt ausgelegt, sondern wendet sich direkt an die Zuschauer in China.

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VW entwickelt sich zum größten Fußballsponsor.

(Foto: dpa)

Betrachtet man es genau, ist Volkswagen als Hauptsponsor das einzige europäische Unternehmen, das sich an der Fußball-Europameisterschaft beteiligt. Und das Kalkül des Wolfsburger Autobauers dürfte angesichts der massiven chinesischen Beteiligung in doppelter Hinsicht aufgehen. Schließlich verkauft auch VW die meisten seiner Fahrzeuge in China. Den Deal, als Fußball EM-Sponsor einzusteigen, hatte man in Wolfsburg schon 2018 eingefädelt. Da löste der deutsche Autobauer Hyundai-Kia ab, der seit 2000 UEFA-Sponsor war. Der Deal umfasst am Ende mehr als 500 Spiele. Unter anderem die der laufenden EM, die der abgeschlossenen U21-EM und die Finalspiele der neu geschaffenen UEFA Nations League. Zuvor hatte VW übrigens Mercedes-Benz als Hauptsponsor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft entthront.

Essen und Trinken

Neben den fünf Hauptsponsoren gibt es noch weitere, nennen wir sie Nebensponsoren, deren Namen ebenfalls auf den Seitenbanden oder bei den Fernsehübertragungen auftauchen können. Dazu gehört zum Beispiel Takeaway.com. Ursprünglich firmierte das Unternehmen seit 1999 unter dem Namen Citymeal, benannte sich dann aber in Just Eat Takeaway um. Unterdessen ist der Gastronomie-Lieferdienst mit Hauptsitz in Amsterdam in zwölf europäischen Ländern unterwegs. Darunter auch in Deutschland, Österreich, dem Vereinigten Königreich oder Frankreich. Aktuell zählt Takeaway 16,7 Millionen Kunden. Durch das Sponsoring bei der UEFA will das Unternehmen seine Reichweite ausbauen und den Markennamen in Europa weiter festigen.

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Das Bier am Rande des Fußballfeldes kommt seit 25 Jahren von Heineken.

(Foto: dpa)

Natürlich gibt es auch die ganz alten Werbepartner der UEFA. Da wäre zum Beispiel Coca-Cola. Der US-Hersteller von nicht-alkoholischen Getränken ist bereits seit 33 Jahren dabei. Eine andere alte Bekannte ist die niederländische Brauerei Heineken. Seit über 25 Jahren besteht die Partnerschaft mit der UEFA. Ob deren Rechnung bei dieser durch Corona gebeutelten EM allerdings aufgeht, darf bezweifelt werden. Denn eigentlich umfasst der Vertrag mit der UEFA die exklusiven Schankrechte für die Stadien, Fanzonen und "Fan Villages" während des Turniers. Da das Aufkommen an bierdurstigen Fußballfans genau an diesen Orten aber eher schmal gehalten wird, zahlt Heineken in diesem Jahr wohl drauf. Was bleibt, ist die Werbebanden-Präsenz, die Präsentation des Spiels und die Rechte im Zusammenhang mit der öffentlichen Übertragung der Matches, die es ja zunehmend wieder gibt.

Ob die Sponsoren am Ende der Fußball-EM anstoßen können, wird sich zeigen. Wir sagen dennoch: Prost und gutes Gelingen.

Quelle: ntv.de

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