Fußball

Großer Foul-Wirbel um Real-Star Antonio Rüdiger hätte Diego Rico "den Kiefer brechen können"

03.03.2026, 08:15 Uhr
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Antonio Rüdiger hatte Glück, dass er gegen Getafe nicht die Rote Karte sah. (Foto: dpa)

Erstmals seit sechs Jahren verliert Real Madrid wieder zwei Ligaspiele in Folge. Im Titelkampf bedeutet die Pleite gegen Getafe einen herben Rückschlag. Der Trainer gibt sich kämpferisch, Antonio Rüdiger hat Glück.

Der Abend hätte für Real Madrid früh noch viel schlimmer laufen können. Dabei stand am Ende schon die "nächste Katastrophe" in Bernabeu, wie die Zeitung "Marca" schrieb. Die Königlichen hatten ihr Heimspiel gegen den Tabellen-Elften FC Getafe verloren. Mit 0:1, nach einem traumhaften Treffer von Martin Satriano (39.). Der Frust der Madrilenen hatte sich ins Unermessliche gesteigert. Und entlud sich in der Nachspielzeit. Franco Mastantuono sah wegen Schiedsrichter-Beleidigung die Rote Karte (90.+5).

"Das sind Dinge, die nicht passieren dürfen. Was Mastantuono dem Schiedsrichter genau gesagt hat, weiß ich nicht. Es wird aber nicht grundlos gewesen sein", urteilte Trainer Alvaro Arbeloa. Es blieb nicht der letzte Aufreger im Spiel. In der 97. Minute musste auch Getafe-Profi Liso mit Gelb-Rot vom Platz. Er hatte den Ball weggeschlagen.

Nach Ansicht einiger Experten hätte es indes schon viel früher einen Platzverweis für Real geben sollen. Vielleicht sogar geben müssen. Für den deutschen Innenverteidiger Antonio Rüdiger. Dessen Knie war nach 27 Minuten hart im Gesicht des bereits am Boden liegenden Diego Rico gelandet. Der Linksverteidiger wälzte sich und schrie vor Schmerzen. Die Szene blieb ohne Folgen für Rüdiger. Sie wurde offenbar als unabsichtlich eingestuft. Was für reichlich Diskussionen in den spanischen Medien sorgte.

Der ehemalige Top-Schiedsrichter Alfonso Pérez Burrull befand in der Sendung Marcador auf Radio Marca: "Das ist eine Aktion, die vom VAR hätte überprüft werden sollen, denn meiner Ansicht nach hätte Rüdiger vom Platz gestellt werden müssen, weil er Ricos Gesicht mit dem Knie getroffen hat." Dani Garrido, Journalist bei "Cadena Ser" schrieb: "Rüdiger hätte Rico an Ort und Stelle den Kiefer brechen können." Auch er verstand nicht, wieso die Aktion keine Folgen hatte. Die "Mundo Deportivo" sah keine rotwürdige Aktion, aber eine, die sanktioniert hätte werden müssen: "So kam er mit einer Aktion davon, die eine Gelbe Karte verdient hätte."

"Hier gibt niemand auf. Das ist Real Madrid."

Der verschonte Rüdiger hatte in der zweiten Halbzeit dann noch die Chance, die Heimblamage zu verhindern. In der 77. Minute köpfte er den Ball nach einer Ecke knapp am Tor vorbei. Am langen Pfosten hätte Dean Huijsen sogar noch die Chance gehabt, abzustauben, aber er verpasste. Real hatte an diesem Abend nicht viele Chancen, aber durchaus spektakuläre. Auch ohne Kylian Mbappé, der sich derzeit wegen einer Knieverletzung in Frankreich behandeln lässt. Bei erdrückender Überlegenheit scheiterten zuvor unter anderem Vinicius Junior (13.), Arda Güler (24.) und Rodrygo. Immer wieder war der starke Getafe-Torhüter David Soria zur Stelle.

In der Liga verliert Real durch die Pleite den Anschluss an den FC Barcelona. Vier Punkte beträgt der Rückstand nun. Coach Arbeloa will von einer Vorentscheidung aber nichts wissen: "Hier gibt niemand auf. Das ist Real Madrid", betonte er. "Vier Punkte Rückstand können wir aufholen, und dafür werden wir kämpfen." Real kassierte erstmals seit 2020 wieder zwei Niederlagen in Folge, am vorherigen Spieltag hatte der Tabellenzweite bei CA Osasuna verloren (1:2). "Wir hätten natürlich besser spielen können", meinte Arbeloa, "aber ich denke, meine Spieler haben alles versucht und wir hatten mehr klare Torchancen als sie." Im Fußball reiche es allerdings nicht aus, den Sieg zu verdienen, "und Getafe hat ein großartiges Spiel gemacht."

Quelle: ntv.de, tno

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