"Arbeit im Mittelpunkt"Bayern-Patron Hoeneß erklärt Kompany zum Vorbild für ganz Deutschland

Vincent Kompany führt den FC Bayern in beeindruckender Manier zur Meisterschaft. Uli Hoeneß findet, dass der Belgier genau das hat, was in Deutschland fehlt - und verrät eine Anekdote aus einem Münchner Edelrestaurant.
Uli Hoeneß hat als Spieler, Manager, Präsident und nun Ehrenpräsident viele Mannschaften des FC Bayern erlebt. Insofern ist es bemerkenswert, was der 74-Jährige im Meisterteam der Saison 2025/26 sieht. Das aus Hoeneß' Sicht beeindruckendste ist, "dass die Mannschaft in der Geschichte des FC Bayern noch nie so geeint war wie jetzt. Es gibt in dieser Mannschaft überhaupt keine Grüppchen. Dazu zählen nicht nur die Spieler, sondern auch das gesamte Trainerteam, die Masseure und auch Max Eberl (Sportvorstand, Anm.d.Red.) und Christoph Freund (Sportdirektor)", wie der Klubpatron der "Bild" sagte.
Das Lob mag allen bei Bayern gelten, besonders aber natürlich Trainer Vincent Kompany. Der Belgier hat den Klub beruhigt, den Vorgänger Thomas Tuchel in aufgescheuchtem Zustand hinterlassen hatte. Aus seinem Kader formte Kompany eine erfolgsgierige Einheit. 109 Tore in der immer noch vier Spieltage laufenden Bundesliga-Saison sprechen Bände. Der 35. Meistertitel soll nur die Ouvertüre gewesen sein: Das dritte Triple der Vereinsgeschichte nach 2013 und 2020 ist jetzt ganz fest im Visier der Bayern.
"Der Vincent ist jeden Morgen um 7.30 Uhr hier"
Kein Wunder, dass Hoeneß in den höchsten Tönen von Kompany schwärmt - und in dem Fußball-Lehrer gleich auch noch ein Vorbild für ganz Deutschland sieht. Hoeneß geht es um die Arbeitsmoral. Der Coach habe "das Wort Arbeit in den Mittelpunkt seiner Analyse gestellt", antwortete der Ehrenpräsident der Münchner auf die Frage, was ihn an dem 40-Jährigen besonders überzeugt habe, als Kompany an der Säbener Straße anheuerte. "Das hat mir sehr gefallen und könnte auch ein gutes Beispiel und Vorbild für unser Land sein", führte Hoeneß fort: "Manche glauben ja, dass alles auch mit weniger Arbeit geht – aber das ist komplett falsch. Der Vincent ist jeden Morgen um 7.30 Uhr hier und abends einer der Letzten. Man sieht, dass er einfach Spaß hat, und er hat auch nie angefangen zu jammern, wenn ein Spieler mal verletzt war. Er hat hier jeden einzelnen Spieler besser gemacht. Auch Harry Kane, und das ist die eigentliche Kunst."
Kompany hatte das Traineramt beim FC Bayern im Sommer 2024 übernommen. Zuvor war er mit dem FC Burnley aus der Premier League abgestiegen, den er ein Jahr zuvor noch in die höchste englische Klasse geführt hatte. "Als wir Vincent verpflichtet haben, haben ja alle gedacht: Wie soll einer, der von einem Absteiger aus England kommt, die Bayern führen? Das haben ihm ja viele nicht zugetraut", rekapitulierte Hoeneß.
Er selbst sei bei einem Treffen mit Kompany und dessen Vater in München sehr schnell von dem Trainer überzeugt gewesen, verriet Hoeneß: "Wir haben uns im Käfer (Münchner Edelrestaurant, d.Red.) mit Vincent, seinem Vater, Herbert Hainer, Max Eberl und Christoph Freund zum Essen getroffen. Nach einer halben Stunde habe ich Max unter dem Tisch am Knie gepackt und den Daumen hochgemacht. Da wusste ich und habe gespürt, dass es gut wird und Vincent der richtige Mann für uns ist."