Fußball

"Zu wenig wurde realisiert" Boateng kritisiert Umgang mit Rassismus

23b9c5a3542240ae85845b0cf0bd4445.jpg

Kevin-Prince Boateng verließ 2013 den Fußballplatz, nachdem er und andere Spieler von Fans rassistisch beleidigt worden waren.

(Foto: imago images/AFLOSPORT)

Fußballprofi Kevin-Prince Boateng macht deutlich, dass sich seiner Meinung nach im Kampf gegen Rassismus bislang zu wenig getan hat. "Vielleicht ist es auch schlimmer geworden", ahnt er.

Der deutsch-ghanaische Fußball-Profi Kevin-Prince Boateng hat die Entwicklung im Kampf gegen Rassismus kritisiert. "Sicher, die Bewegung 'Black lives matter' hat sich erhoben, aber zu wenig wurde bislang realisiert, um gegen das Phänomen vorzugehen", sagte der 33-Jährige der italienischen Zeitung "Corriere della Sera". Man müsse sich nur ansehen, was auf der Welt passiere, etwa der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA. "Vielleicht ist es auch schlimmer geworden."

"Kein Weißer hat mir jemals gesagt, er wolle mich in diesem Kampf unterstützen", sagte der Halbbruder von Bayern-Profi Jérôme Boateng. Einige hielten sich aus solchen Angelegenheiten raus, weil es vorteilhafter für sie sei, sagte der gebürtige Berliner, der in der Bundesliga für Hertha BSC, Borussia Dortmund, den FC Schalke und Eintracht Frankfurt gespielt hatte.

Nach den Vorwürfen rassistischer Vorfälle beim Pokalspiel von Hertha BSC beim FC Schalke 04 Anfang 2020 hatte sich Boateng mit dem Berliner Jordan Torunarigha solidarisiert. "#F%** Racism I am with you my man" (Ich bin bei dir), teilte dessen älterer Bruder Kevin-Prince mit. "Wenn Engstirnigkeit nur mit geschlossenen Mündern einhergehen würde ...!"

2013 verließ Boateng bei einem Testspiel des AC Mailand das Feld, weil gegnerische Fans ihn und andere schwarze Fußballer rassistisch beleidigt hatten. Nur wenige Monate später wurden der damalige Milan-Profi und sein Teamkollege Mario Balotelli in der Partie gegen AS Rom wieder rassistisch angegangen. Nach mehreren Vereinswechseln spielt Boateng seit diesem Jahr beim Zweiligisten AC Monza. "Monza ist die größte Herausforderung meiner Karriere", hatte der 33-Jährige bei seiner Vorstellung gesagt. Bei dem Klub von Italiens Ex-Premierminister Silvio Berlusconi hat Boateng einen Vertrag für eine Saison unterschrieben, der sich beim erhofften Aufstieg um ein Jahr verlängert.

Quelle: ntv.de, nan/dbe/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.