Fußball

Bierhoffs Kotau, Zwanziger lobt Löw Brüchiger Frieden beim DFB

DFB-Präsident Theo Zwanziger sowie Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff erklären ihren Streit für beendet – zumindest offiziell, zumindest vorerst. Beide Parteien geben Fehler zu und wollen wieder an einem Strang ziehen. Netter Versuch. Was nach der Weltmeisterschaft aus Löw wird, ist aber weiter nicht geklärt.

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Superstimmung in Frankfurt: Theo Zwanziger und Joachim Löw.

(Foto: dpa)

Der Streit zwischen den Deutschen Fußball-Bund und der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft ist beendet – zumindest offiziell. DFB-Präsident Theo Zwanziger auf der einen sowie Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff auf der anderen Seite haben, wie sie sagen, miteinander gesprochen und sich wieder vertragen. Jetzt wollen sie dafür sorgen, dass die Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft ab Juni in Südafrika möglichst gut abschneidet. "Wir haben eine gemeinsame Linie gefunden", sagte Löw.

Das ist zwar genau das, was alle Beteiligten auch bisher unisono zu Protokoll gegeben hatten, aber jetzt haben sie es noch einmal gesagt. "Da kommt der Deckel drauf. Die Choose ist vorbei", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach bei einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz in Frankfurt am Main. Nach der Unruhe in den vergangenen Tagen erklärten Zwanziger, Löw und Bierhoff, dass sie für den Erfolg der Nationalmannschaft bei WM in Südafrika von nun an wieder an einem Strang ziehen würden.

"Nach der WM wird man dann sehen"

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Freunde fürs Leben? Oliver Bierhoff und sein Präsident.

(Foto: dpa)

Damit ist die Frage, ob die Verträge von Löw, Bierhoff sowie Assistenztrainer Hansi Flick und Torwarttrainer Andreas Köpke denn nun um zwei Jahre verlängert werden und sie bis zur Europameisterschaf 2012 in Polen und der Ukraine weitermachen dürfen, nicht vom Tisch. Darüber sprechen sie erst nach der Weltmeisterschaft. "Das war unser gemeinsamer Wunsch", sagte Zwanziger. Löw ergänzte: "Nach der WM wird man dann sehen." Auch das ist nicht neu. Was bleibt ist ein demonstrativer Schulterschluss zwischen der DFB-Spitze und der Leitung der Nationalmannschaft. Demonstrativ war auch das Lob, das Zwanziger für Löw parat hatte: "Diese Mannschaft braucht den Trainer. Der Erfolg bei der WM ist nur mit Joachim Löw machbar." Beide Parteien betonten, in den vergangen Tagen Fehler gemacht zu haben – allen voran Bierhoff.

Bierhoff rudert zurück: "Verletzung von Gefühlen"

Er ruderte von allen Beteiligten am stärksten zurück und bedauerte, dass es zu der Eskalation gekommen sei. "Es ist deutlich geworden, dass die Art und Weise meiner Präsentation die Falsche war. Ich kann verstehen, dass dies zu Irritationen, Verärgerung und Verletzung von Gefühlen geführt hat."

Aber auch Generalsekretär Niersbach gab zu, am Chaos der vergangene Tage nicht ganz unschuldig zu sein. "Keine Frage, wir hatten Stress. Ich kreide mir an, dass ich es versäumt habe, nach dem 14. Januar den Weg der Kommunikation zu suchen. Das Ganze hat sich dann so entwickelt wir es alle nicht wollten." Und: "Was waren wir für Hornochsen, dass wir eine solche Diskussion in der Öffentlichkeit zugelassen haben."

Ob sie die Parteien inhaltlich angenähert haben, darüber sprachen sie an diesem Nachmittag in Frankfurt nicht. Die Fragezeichen bleiben. "Über das, was nachher kommt, haben wir uns keine Gedanken gemacht", sagte Löw. Ein brüchiger Frieden - die Diskussion geht weiter.

Quelle: n-tv.de

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