Fußball

Messi wird zur tragischen Figur Chelsea entthront Barcelona

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Fassungslos: Cesc Fabregas wird mit Barcelona den Titel in der Champions League nicht verteidigen.

(Foto: REUTERS)

Auch der FC Barcelona von Josep Guardiola, die wohl beste Fußballmannschaft aller Zeiten, kann den Bann nicht brechen und als erstes Team den Champions-League-Titel verteidigen. Die Katalanen scheitern in einem dramatischen Halbfinale an sich und am FC Chelsea. Der dreht in Unterzahl auswärts ein 0:2 - weil Lionel Messi nur Latte und Pfosten trifft.

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Der Anfang vom Ende: Kurz vor dem Pausenpfiff lupft Ramires den Ball zum 1:2 ins Barca-Tor - und leitet damit das Comeback der Londoner ein.

(Foto: REUTERS)

Der FC Chelsea hat den Traum des FC Barcelona von der historischen Titelverteidigung in der Champions League brutal zerstört. Trotz 55-minütiger Unterzahl konnten die Engländer sechs Tage nach dem 1:0-Sieg in London nach dem 2:2 (1:2) im Halbfinal-Rückspiel richtig jubeln: Denn dank der Auswärtstore von Ramires (45.+1) und Fernando Torres (90.+1) steht die Mannschaft von Interimstrainer Roberto di Matteo zum zweiten Mal nach 2008 im Finale der Königsklasse. Ausgerechnet Barcas Weltfußballer Lionel Messi versagten im Camp Nou die Nerven: In der 49. Minute hämmerte der Superstar aus Argentinien einen Strafstoß an die Latte - es wäre sein 15. Saisontreffer in der europäischen Superliga gewesen. Später traf er noch den Pfosten.

Nach 35 Minuten hatte Sergio Busquets das unglückliche 0:1-Hinspielresultat für den spanischen Meister egalisiert, Andrés Iniesta (43.) baute die Führung vor 94.000 Zuschauern im ausverkauften Camp Nou aus. Doch der Tabellen-Sechste der Premier League behielt auch die Nerven, nachdem Kapitän John Terry nach 35 Minuten wegen einer Tätlichkeit vom Platz geflogen war. Der Brasilianer Ramires traf unmittelbar vor der Pause mit einer herrlichen Bogenlampe, ausgerechnet der Spanier Torres machte dann mit einem Solo in der Nachspielzeit die Überraschung perfekt.

FC Barcelona - FC Chelsea 2:2 (2:1)

Tore: 1:0 Busquets (35.), 2:0 Iniesta (43.), 2:1 Ramires (45.+1), 2:2 Torres (90.+1)
Rote Karten: Terry (37.)
Bes. Vork.: Messi (49.) schießt FE an die Latte
Barcelona: Valdes - Puyol, Pique (26.  Alves), Mascherano - Busquets - Xavi, Iniesta - Cuenca (67. Tello),  Messi, Fabregas (74. Keita) - Sanchez
Chelsea: Cech - Ivanovic, Cahill (12. Bosingwa), Terry, Cole -  Mikel, Meireles - Mata (58. Kalou), Lampard, Ramires - Drogba (80. Torres)
Referee: Cüneyt Cakir Zuschauer: 95.000
Schüsse: 24:7 Ecken: 10:1 Ballbesitz: 73:27 %

"Im Fußball gewinnt nicht immer der Favorit oder die bessere Mannschaft. Barcelona ist die beste Mannschaft der Welt - das war für uns die Extra-Motivation", meinte Torschütze Torres. "Die Freude ist riesig. In der Kabine sind gerade alles etwas ausgeflippt", sagte Chelseas spanischer Mittelfeldspieler Juan Manuel Mata. "Es schien so, als würde alles gegen uns laufen. Aber am Ende haben wir uns zusammengerissen und für unseren Traum gekämpft."

Anpfiff, Messi-Großchance, vorbei

Schon nach knapp drei Minuten hätte Barca das 0:1 vom Hinspiel wettmachen können - Messi jagte den Ball aus zehn Metern ans Außennetz. Wenig später vertändelte Alexis Sanchez eine gute Chance in bester Position. Die Spanier waren hellwach: Drei Tage nach der bitteren 1:2-Heimniederlage im Clásico gegen Real Madrid und der de facto verspielten Meisterschaft war der Siegeswille wieder erwacht.

Trainer Josep Guardiola hatte sein Team im Vergleich zum Gipfeltreffen in der Primera Division auf vier Positionen verändert. Offensive war Trumpf. Aber selbst das Powerplay gegen das massierte Mittelfeld und den Abwehrriegel der Londoner wurde zur Geduldsprobe. Als Superstar Messi sogar eine "Hundertprozentige" vergab, stöhnten die Fans: Nach Hackentrick von Cesc Fabregas kam der Argentinier frei zum Schuss - Chelseas Keeper Petr Cech parierte mit dem Fuß (19.).

Londoner Nadelstiche

Chelsea kam kaum an den Ball, setzte aber Nadelstiche: Der Schuss des Hinspiel-Torschützen Didier Drogba landete am Außennetz (25.). Kurz darauf musste Guardiola schon wechseln: Verteidiger Gerard Piqué war bei einem Zusammenprall mit seinem eigenen Torwart Victor Valdes fast k.o. gegangen und kam nicht mehr richtig auf die Beine. Mit Verdacht auf Gehirnerschütterung musste er ins Krankenhaus.

Nach 34:30 Minuten war der Bann gebrochen, als Busquets nach Vorlage von Isaac Cuenca traf. Weltmeister Iniesta legte nach, Ramires schockte den Titelverteidiger mit seinem Konter-Traumtor, einem Lupfer über Keeper Victor Valdes hinweg. Nach dem Platzverweis für Kapitän John Terry mussten die Londoner aber rund 55 Minuten lang mit neun Feldspielern auskommen und hatten Glück, als Pechvogel Messi in der 83. Minute diesmal nur den Pfosten traf und auch Javier Mascherano in der Schlussminute die Siegchance vergab. Der zuvor im Chelsea-Trikot oft glücklose Fernando Torres versetzte Barcelona in der Nachspielzeit dann den K.o. und sorgte dafür, dass die Katalanen nun seit sieben Spielen sieglos gegen Chelsea sind.

Quelle: ntv.de, dpa

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