Fußball

"We will help football" Die Erklärung der Super-League-Gründer im Wortlaut

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Florentino Pérez, Präsident von Real Madrid CF und 1. Vorsitzender der Super League, will dem Fußball auf jeder Ebene helfen und ihn an seinen rechtmäßigen Platz in der Welt bringen.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Zwölf Großklubs wollen in einem größtenteils geschlossenen Zirkel künftig einen eigenen Ligabetrieb veranstalten, die Super League. Da geht es um viel Geld und angeblich auch einen attraktiven Wettbewerb. Das Statement der Gründer im Wortlaut.

Zwölf der führenden europäischen Fußballklubs haben sich heute zusammengefunden, um die Gründung eines neuen Wettbewerbs bekanntzugeben. Veranstalter dieser neuen Super League, die unter der Woche stattfindet, sind ihre Gründungsmitglieder.

AC Milan, Arsenal FC, Atlético de Madrid, Chelsea FC, FC Barcelona, FC Internazionale Milano, Juventus FC, Liverpool FC, Manchester City, Manchester United, Real Madrid CF und Tottenham Hotspur sind der Super League als Gründungsmitglieder beigetreten. Der Beitritt drei weiterer Vereine wird noch vor der ersten Saison, die so bald wie möglich beginnen soll, erwartet.

Die Vereine freuen sich darauf, Gespräche mit der UEFA und der FIFA zu führen, um gemeinsam und partnerschaftlich die besten Ergebnisse für die neue Liga und den Fußball als Ganzes zu erzielen.

Die Gründung der Super League kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die globale Pandemie die Instabilität des bestehenden Wirtschaftsmodells im europäischen Fußball beschleunigt hat. Darüber hinaus verfolgen die Gründervereine seit einigen Jahren das Ziel, die Qualität und Intensität der bestehenden europäischen Wettbewerbe in jeder Saison zu verbessern und ein Format zu schaffen, in dem sich Spitzenvereine und Spieler regelmäßig messen können.

Die Pandemie hat gezeigt, dass eine strategische Vision und ein nachhaltiger kommerzieller Ansatz erforderlich sind, um den Wert und die Unterstützung zum Nutzen der gesamten europäischen Fußball-Pyramide zu steigern. In den letzten Monaten hat ein umfassender Dialog mit den Interessenvertretern des Fußballs über das zukünftige Format der europäischen Wettbewerbe stattgefunden. Die Gründungsvereine sind der Meinung, dass die im Anschluss an diese Gespräche vorgeschlagenen Lösungen grundlegende Probleme nicht lösen. Das schließt die Notwendigkeit mit ein, qualitativ hochwertigere Spiele und zusätzliche finanzielle Mittel für die gesamte Fußball-Pyramide bereitzustellen.

Format des Wettbewerbs

  • 20 teilnehmende Klubs, 15 Gründungsmitglieder und fünf weitere Teams, die jede Saison die Chance haben, sich zu qualifizieren. Grundlage für die Qualifikation der weiteren Klubs sind die Ergebnisse aus der jeweils vorgegangenen Saison.
  • Spiele unter der Woche, sodass alle Klubs weiterhin an ihren jeweiligen nationalen Wettbewerben teilnehmen können. So wird der traditionelle Kalender der heimischen Ligen als Kern des Vereinsfußballs geschützt.
  • Beginn im August, mit zwei Gruppen zu jeweils zehn teilnehmenden Klubs. Die Mannschaften spielen Hin- und Rückspiele. Die besten drei je Gruppe qualifizieren sich automatisch für das Viertelfinale. Die Teams auf Position vier und fünf konkurrieren in jeder Gruppe in einem Playoff mit zwei Spielen um die restlichen Viertelfinalplätze. Die Teilnehmer des Finalspiels werden in der K.O.-Phase mit Hin- und Rückspiel ermittelt. Das Finale findet Ende Mai als Entscheidungsspiel an einem neutralen Ort statt.

Sobald wie möglich nach dem Start des Männerwettbewerbs wird zudem ein entsprechender Frauenwettbewerb ins Leben gerufen, um durch die Super League den Frauenfußball zu fördern und weiterzuentwickeln.

Für den europäischen Fußball bedeutet das neue jährlich stattfindende Turnierformat erhebliches wirtschaftliches Wachstum und nicht gedeckelte Solidaritätszahlungen. Diese werden mit den Gesamteinnahmen der Liga steigen. Die Solidaritätszahlungen werden deutlich höher ausfallen als die Zahlungen aus den laufenden europäischen Wettbewerben. Während der anfänglichen Verpflichtungsperiode der Vereine dürften diese über 10 Milliarden Euro betragen. Der Wettbewerb wird darüber hinaus auf einer nachhaltigen finanziellen Basis stehen, da sich alle Klubs zu einem Ausgaberahmen verpflichten. Im Gegenzug erhalten die Gründungsmitglieder einen Betrag von 3,5 Milliarden Euro, der ausschließlich für die Entwicklung ihrer Infrastruktur und zur Abfederung der Auswirkungen der Covid-Pandemie vorgesehen ist.

Florentino Pérez, Präsident von Real Madrid CF und 1. Vorsitzender der Super League: "Wir werden dem Fußball auf jeder Ebene helfen und ihn an seinen rechtmäßigen Platz in der Welt bringen. Fußball ist die einzige globale Sportart der Welt mit mehr als vier Milliarden Fans und unsere Verantwortung als große Vereine ist es, auf ihre Wünsche einzugehen."

Die neugeschaffene Super League unterstützend sagte Andrea Agnelli, Präsident von Juventus FC und Vize-Präsident der Super League: "Unsere 12 Klubs stehen für Milliarden Fans auf der ganzen Welt und 99 europäische Titel. Wir haben uns in diesem kritischen Moment zusammengefunden, um den europäischen Wettbewerb zu verändern und das Spiel, das wir lieben, auf eine nachhaltige Basis für seine langfristige Zukunft zu stellen. Wir wollen unsere Solidarität wesentlich erhöhen und den Fans und Amateurspielern regelmäßig Top-Spielpaarungen liefern. So erfüllen wir ihre Leidenschaft für das Fußballspiel und bieten ihnen gleichzeitig engagierte Vorbilder!"

Joel Glazer, Co-Vorsitzender von Manchester United and Vize-Präsident der Super League sagte: "Die Super League wird ein neues Kapitel für den europäischen Fußball aufschlagen und für einen Weltklasse-Wettbewerb und -Einrichtungen sorgen. Sie bringt außerdem höhere finanzielle Zuwendungen, die der gesamten Fußball-Pyramide zugutekommt."

Quelle: ntv.de, ter

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