Fußball

Kristensen über "schwere Zeiten"Eintracht-Nationalspieler offenbart Depressionen

29.03.2026, 20:33 Uhr
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Rasmus Kristensen spielt inzwischen wieder gerne Fußball. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

Er spielt bei großen Klubs und in der dänischen Nationalmannschaft, doch seine Karriere als Fußballer macht Rasmus Kristensen lange nicht glücklich. Im Gegenteil, der heute 28-Jährige kämpfte mit Depressionen.

Fußball-Profi Rasmus Kristsensen hat einen tiefen Einblick in sein Seelenleben gegeben. Der Abwehrspieler von Eintracht Frankfurt hatte vor seiner Zeit beim Fußball-Bundesligisten mit mentalen Problemen zu kämpfen. "Es war nicht nur eine Fußballdepression. Ich habe früher auch menschliche Depressionen gehabt", sagte der 28 Jahre alte dänische Nationalspieler im Podcast des hessischen Klubs. "Ich habe schwere Zeiten gehabt. Aber nicht nur wegen Fußball."

Die Situation sei für ihn "über Jahre schlimmer und schlimmer" geworden. Der derzeit verletzte Profi spielte zuvor unter anderem für Ajax Amsterdam, RB Salzburg, AS Rom und Leeds United. "Ich habe das Vertrauen verloren, dass ich im Fußball Spaß haben könnte oder einen Verein finden kann, wo ich mich wohlfühle", sagte Kristensen. "Ich habe gedacht, dass Fußball und diese Welt nicht für mich waren. Es war so schlimm, dass ich eigentlich aufhören wollte."

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Deutschlandweites Info-Telefon Depression, kostenfrei: 0800 33 44 5 33
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der Deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Eine Erkenntnis, die Kristensen "wehgetan hat. Man hat sein ganzes Leben für diesen Traum gearbeitet, genau für dieses Ziel. Dann erreicht man es und hat plötzlich das Gefühl, dass es für einen nicht das Richtige ist. Man hat das Gefühl, viel Zeit für nichts verloren zu haben." Inzwischen ist die Freude zurück und er fühlt sich auch in Frankfurt nach eigener Aussage sehr wohl: "Es war auch der richtige Verein zum richtigen Zeitpunkt." Früher hatte er die Einstellung, "Spaß und Profifußball, das gehört nicht zusammen. Meine Mentalität war: Das ist ein Job."

Als er 2024 zur Eintracht kam, habe er gedacht: "Okay, wenn es wirklich scheiße ist, dann kann ich immer nach Hause fliegen." Stattdessen wendete sich das Blatt und er fand seine Freunde wieder. Die Frankfurter hatten den von Leeds ausgeliehenen EM- und WM-Teilnehmer vor einem Jahr fest verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2029 ausgestattet. Derzeit kuriert er einen Syndesmose-Riss aus, hofft aber, dass er die drei, vier letzten Saisonspiele wieder dabei sein kann.

Quelle: ntv.de, ara/dpa