Fußball

Diskussion um neue TV-Gelder FC Bayern und BVB verteidigen ihr "Revier"

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"In Deutschland gibt es eine sehr solidarische, ausgewogene Verteilung der TV-Gelder."

(Foto: imago images/Jörg Schüler)

Für den Abschluss des neuen TV-Vertrages bekommen die Deutsche Fußball Liga und ihr Geschäftsführer Christian Seifert von den Vereinen viel Lob. Jetzt beginnen die Kämpfe um die Verteilung der Milliarden - und die Top-Klubs bemühen sich darum, den Status quo gegen Attacken zu verteidigen.

Unmittelbar nach dem Abschluss des neuen TV-Vertrages hat in der Fußball-Bundesliga die Diskussion um die Verteilung der Milliardensumme begonnen. "In Deutschland gibt es eine sehr solidarische, ausgewogene Verteilung der TV-Gelder: Der Meister erhält doppelt so viel TV-Einnahmen wie der Tabellenletzte", meinte Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im "Handelsblatt".

Unterstützung erhielt der 64 Jahre alte Chef des Rekordmeisters von Hans-Joachim Watzke. Der "Status quo" sei richtig, sagte der Geschäftsführer von Bayern-Rivale Borussia Dortmund den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wenn man versucht, die Zugpferde der Liga zu schwächen, dann schwächt man die ganze Liga."

Dagegen hatte sich Fortuna Düsseldorfs Vorstandschef Thomas Röttgermann für eine Änderung des derzeitigen Verteilungsschlüssels ausgesprochen. Das Argument, die deutschen Top-Klubs müssten mit Geld versorgt werden, damit sie international wettbewerbsfähig bleiben, gehe ins Leere und sei ein klassischer Trugschluss, sagte der 59-Jährige. "Wir brauchen keine Geldverteilung, die die jetzigen Verhältnisse zementiert."

Das sehen sie auch beim FC Augsburg so. "Im Sinne einer größeren Chancengleichheit, die der Gesamtheit der Bundesliga zugutekommen wird, muss über die Verteilung des Geldes zielführend und ergebnisoffen diskutiert werden", sagte Geschäftsführer Michael Ströll. "Wenn der Verteilerschlüssel so bleibt, wie er ist, würde die Schere noch weiter auseinandergehen."

Erstklassiges Ergebnis in schwieriger Situation

Bei der Auktion der Medienrechte durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) unter Führung von Geschäftsführer Christian Seifert waren für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 insgesamt 4,4 Milliarden Euro und damit rund 240 Millionen Euro weniger als in dem aktuellen bis Juni 2021 laufenden TV-Vertrag erlöst worden. Das Ergebnis war angesichts der schwierigen Umstände unter anderem durch die Corona-Pandemie auf viel Lob gestoßen.

"Ich bin der Meinung, dass es der DFL gelungen ist, in diesen schwierigen Zeiten ein erstklassiges Ergebnis zu erzielen. Dazu darf man ihr nur gratulieren", sagte Rummenigge. Watzke nannte den Erlös ein "sehr ordentliches Ergebnis, denn es sind schwierige Zeiten". Fritz Keller sagte als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, der DFL sei in diesen Zeiten "trotz eines leichten Rückgangs ein noch immer guter Abschluss" gelungen. "Dieses Ergebnis unterstreicht gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen den nach wie vor hohen Wert des Fußballs in Deutschland."

DFL-Boss Seifert räumte am Montag bei der Präsentation der Zahlen ein, dass die Verteilung der Milliarden aus den Fernsehverträgen "genauso anstrengend" wie die Verhandlungen mit den Medienunternehmen wird. "Ich wünsche mir, dass die Diskussionen mit Anstand und Weitblick geführt werden. Ob man das nur daran festmachen sollte, ob jemand achtmal in Serie Meister wurde, sei mal dahingestellt. Das ist sicher nicht das einzige Kriterium", sagte er mit Blick auf den erneuten Titelgewinn der Bayern. Es stehe aber außer Frage, dass sich die Zuschauer "spannende sportliche Entscheidungen" wünschten.

Quelle: ntv.de, tno/dpa