Fußball

"Ich möchte aus meinem Vertrag" Flick will jetzt offiziell weg vom FC Bayern

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Hansi Flick will sich in wenigen Wochen vom FC Bayern verabschieden.

(Foto: imago images/IP3press)

Trainer Hansi Flick wird den FC Bayern München zum Saisonende verlassen. Das kündigte der Coach des deutschen Rekordmeisters nach dem Sieg in der Fußball-Bundesliga beim VfL Wolfsburg an. Er habe bereits entsprechende Schritte eingeleitet.

Hansi Flick sorgt für Klarheit in der seit Wochen schwelenden Hängepartie um seine Zukunft - und das, was der Erfolgstrainer verkündet, dürfte den FC Bayern kaum befrieden: Flick will nach dem Saisonende nicht mehr Trainer des Rekordmeisters sein. Er habe seine Bosse bereits um eine Auflösung seines noch bis 2023 gültigen Vertrages gebeten, auch die Mannschaft habe er bereits informiert, sagte Flick nach dem 3:2-Sieg im Spitzenspiel des 29. Spieltags der Fußball-Bundesliga in Wolfsburg.

"Ich möchte gerne am Ende der Saison aus meinem Vertrag raus. Das ist Fakt", so der Bayern-Trainer bei "Sky". Die Entscheidung habe er dem Verein schon kurz nach dem Champions-League-Aus am vergangenen Dienstag gegen Paris Saint-Germain mitgeteilt, seine Spieler habe er heute in Kenntnis gesetzt, verriet Flick. Vor dem Spiel hatte der Trainer auf die Frage, ob er nach dem Erreichen der Meisterschaft seinen Abschied verkünden könnte, noch kryptisch geantwortet: "Das ist ihre These, da muss ich nicht drauf antworten..." Vom Verein gab es bisher noch keine Reaktion zu Flicks spektakulärer Erklärung.

Dafür meldeten sich die Führungsspieler umgehend: "Die Gründe sind für uns nicht wichtig, das war eine emotionale Geschichte für uns alle, weil wir so eine erfolgreiche Zeit hatten", sagte Kapitän Manuel Neuer. "Für ihn war es besonders wichtig, dass er es uns persönlich sagt." Thomas Müller hat Verständnis für den wohl scheidenden Coach: "Er hat viel Energie gelassen in den intensiven anderthalb Jahren. Um Trainer beim FC Bayern zu sein, braucht man ein dickes Fell. Man wird viel gefragt und muss sich immer zu seiner Mannschaft stellen."

"Mir war es wichtig ..."

"Mir war es einfach wichtig, dass die Mannschaft das von mir erfährt, weil es das eine oder andere an Flurfunk schon gibt", so Flick, dessen Vertrag in München noch bis 2023 gültig ist. "Ich bin absolut begeistert von dieser Mannschaft." Er wolle "auch dem Verein danken, der mir die Möglichkeit gegeben hat, diese Mannschaft zu trainieren". Flick hatte die Mannschaft im Herbst 2019 als Nachfolger des entlassenen Niko Kovac übernommen und stieg von der Interimslösung zum Erfolgstrainer auf: Gleich in seiner ersten Saison gewann er sechs Titel, unter anderem die Champions League.

Der Trainers ist offenbar vom seit Monaten andauernden Dauerclinch mit Sportvorstand Hasan Salihamidžić zermürbt. "Ich bevorzuge das Erste", antwortete der Trainer zuletzt auf die Frage, ob er Harmonie oder Reibereien präferiere. "Wenn es harmonisch zugeht, ist die Chance auf Erfolg vielversprechender." Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge war zuletzt auch genervt: "Wir müssen alle an einem Strang ziehen, müssen harmonisch, loyal und professionell zusammenarbeiten", bekannte der Bayern-Boss: "Das ist meine klare Forderung an die sportliche Führung. Das hat den FC Bayern immer ausgezeichnet." Salihamidžić und Flick stritten lange intern und zuletzt auch öffentlich, welche Spieler geholt werden und wer bei den Transfers ein wie großes Mitspracherecht hat. Auch nach dem Abpfiff am Samstag musste Salihamidžić seinem Trainer bis zur Ersatzbank des VfL Wolfsburg hinterhergehen, um ihm zu einem der wichtigsten Siege in dieser Saison zu gratulieren.

Sollte der Verein dem Wunsch Flicks auf ein vorzeitiges Ende entsprechen, wäre er, Flick, frei, um das Amt des Bundestrainers zu übernehmen. Der langjährige Assistent von Joachim Löw gilt als Wunschlösung des DFB für dessen Nachfolge.

Zukunft "überhaupt nicht klar"

Die Zukunft aber sei "überhaupt nicht klar", sagte Flick bei Sky. Es habe noch kein Gespräch gegeben, was die deutsche Nationalmannschaft betrifft. "Natürlich ist der DFB eine Option, die jeder Trainer überlegen muss." Rummenigge hatte gegenüber dem Portal "The Athletic" kategorisch die Freigabe seines Trainers ausgeschlossen: "Sie (der DFB) werden ohne Hansi planen müssen. Meine Erfahrung sagt mir, dass Trainer, die bei Bayern gut arbeiten, gepflegt und langfristig gehalten werden müssen." Das war allerdings vor Flicks Verkündung.

Flick hatte nach dem Champions-League-Spiel in Paris öffentlich Bekenntnisse zum FC Bayern ausdrücklich vermieden: Es gebe "einfach auch immer wieder für mich die Situation, alles zu bewerten und immer wieder neue Herausforderungen zu stellen oder mich zu fragen, wie kann man es angehen, und und und", sagte er im Gespräch mit "Sky"-Experte Lothar Matthäus. "Meine Familie würde mich, egal, was ich machen würde, immer unterstützen. Die werden immer hinter mir stehen. Deswegen ist es, ob ich jetzt beim DFB einen anderen Rhythmus hätte, das ist für sie vollkommen egal."

Quelle: ntv.de, ter

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