Fußball

"Zukunft überhaupt nicht klar" Flicks Sätze, die Bayern ins Wanken bringen

Münchens Trainer Hansi Flick. Foto: Andreas Gebert/Reuters-Pool/dpa

Hansi Flick hat einen klaren Wunsch an den FC Bayern.

(Foto: Andreas Gebert/Reuters-Pool/dpa)

Dass Hansi Flick den FC Bayern verlassen möchte, ist keine Überraschung. Dass der Trainer seinen Entschluss aber unmittelbar im Anschluss an den für die Meisterschaft wohl vorentscheidenden 3:2-Sieg beim VfL Wolfsburg in einem Alleingang außerhalb einer Pressekonferenz kundtut, kommt dagegen völlig überraschend.

Die wichtigsten Aussagen Flicks aus dem Gespräch mit dem TV-Sender "Sky":

"Es ist so, dass ich der Mannschaft heute gesagt habe, dass ich den Verein unter der Woche nach dem Spiel in Paris gesagt habe, dass ich gerne am Ende der Saison aus meinem Vertrag raus möchte. Das ist Fakt."

Flick präzisierte auch, wann genau er seinen Spielern seinen schwerwiegenden Entschluss mitgeteilt hat: "Ich wusste, dass das heute ein sehr schwieriges Spiel für uns ist. Und ich habe mich dann heute entschlossen, der Mannschaft zu sagen, nach dem sehr, sehr wichtigen Sieg, dass ich dem Verein das gesagt habe, dass ich gerne am Ende der Saison aus meinem Vertrag raus möchte."

Nachdem die Verantwortlichen, allen voran Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge zuletzt immer wieder Harmonie unter den Verantwortlichen - allen voran zwischen den dauerclinchenden Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic - eingefordert hatte, ist Flick nun offenbar zermürbt von den seit Monaten schwelenden Auseinandersetzungen beim Rekordmeister. Über die Gründe für seine Entscheidung, den Klub verlassen zu wollen, wollte Flick aber (noch) nicht öffentlich sprechen: "Das sind Dinge, die ich intern mit den Verantwortlichen besprochen habe." Salihamidzic und Flick stritten lange intern und zuletzt auch öffentlich, welche Spieler geholt werden und wer bei den Transfers ein wie großes Mitspracherecht hat. Auch nach dem Abpfiff am Samstag musste Salihamidzic seinem Trainer bis zur Ersatzbank des VfL Wolfsburg hinterhergehen, um ihm zu einem der wichtigsten Siege in dieser Saison zu gratulieren.

Ob ihn sein Weg zum DFB, direkt ins Amt des Bundestrainers, führen wird, ließ Flick ebenfalls offen: "Die Zukunft ist überhaupt nicht klar. Natürlich ist der DFB eine Option, die jeder Trainer überlegen muss. Aber ich muss jetzt erst mal alles verdauen. Die letzten Wochen waren auch nicht ganz easy. Deswegen war der Prozess, dass ich es dem Verein und der Mannschaft sage, für mich enorm wichtig heute." Flick gilt als Topfavorit und Wunschkandidat des DFB für die Nachfolge des nach der Europameisterschaft scheidenden Joachim Löw. Dessen Assistent war Flick bis nach dem WM-Titel 2014, später war Flick auch Sportdirektor beim Verband.

"Dank an den Verein"

Sieben von neun möglichen Titeln wird Flick wohl geholt haben, sollte er den FC Bayern tatsächlich im Mai verlassen. "Wir haben jetzt knapp zwei Jahre sehr, sehr gut zusammengearbeitet. Ich bin absolut begeistert von dieser Mannschaft, von diesem Team. Was für eine Einstellung und Qualität sie hat. Ich bin dankbar, die Mannschaft immer noch begleiten zu dürfen. Und trotzdem muss man auch ein Kompliment oder Dank an den Verein machen, weil es für mich einfach die Gelegenheit gab, diese Mannschaft zu trainieren."

Seine Führungsspieler äußerten sich umgehend zum nahenden Abschied ihres Trainers: "Die Gründe sind für uns nicht wichtig, das war eine emotionale Geschichte für uns alle, weil wir so eine erfolgreiche Zeit hatten", sagte Kapitän Manuel Neuer. "Für ihn war es besonders wichtig, dass er es uns persönlich sagt." Thomas Müller hat Verständnis für den wohl scheidenden Coach: "Er hat viel Energie gelassen in den intensiven anderthalb Jahren. Um Trainer beim FC Bayern zu sein, braucht man ein dickes Fell. Man wird viel gefragt und muss sich immer zu seiner Mannschaft stellen."

Ob das Kapitel Hansi Flick beim FC Bayern nun wirklich zu Ende geht, müssen die Bosse des Rekordmeisters entscheiden, denn - wie Flick selbst einräumte - "ich weiß auch, dass ich noch einen Vertrag habe", bis 2023 nämlich. Und Rummenigge hatte noch im März gegenüber der "Welt am Sonntag" verkündet: "Ich habe ihm gesagt, dass wir sehr zufrieden mit ihm sind. Wir sind gut beraten, das zu Ende zu bringen, was wir vertraglich vereinbart haben. Das habe ich Hansi unmissverständlich mitgeteilt." Das war allerdings noch vor Flicks Entscheidung, den Verein verlassen zu wollen.

Quelle: ntv.de, ter

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