Fußball

Zwischen Europa-Frust und Lust Freiburg geht unter, Frankfurt obenauf

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Sie rannten und mauerten ohne Erfolg. Mike Hanke ist die Enttäuschung anzusehen.

(Foto: REUTERS)

Die Freiburger mauern zu Anfang erfolgreich. Doch irgendwann sind sie nur noch zehn Mann und das Unheil nimmt seinen Lauf. Ganz anders verlief der zweite Spieltag in der Europa League für die Frankfurter Eintracht. Der Erfolg gegen Nikosia macht sie zum Gruppen-König.

Der SC Freiburg hat bei seinem Abenteuer Europa League erneut Lehrgeld bezahlt und den nächsten Nackenschlag kassiert. Beim spanischen Gruppenfavoriten FC Sevilla verlor die junge Mannschaft von Trainer Christian Streich am zweiten Spieltag 0:2 (0:0) und steht mit nur einem Zähler in der Gruppe A bereits mächtig unter Druck.

Mit einem coolen Auftritt bei Apoel Nikosia bewies hingegen Eintracht Frankfurt eine beachtliche internationale Reife. Der hessische Fußball-Bundesligist feierte gegen den Rekordmeister aus Zypern einen ungefährdeten 3:0 (1:0)-Erfolg und führt die Gruppe F mit sechs Zählern souverän an.

Diego Perotti (63.) leitete die Niederlage der Freiburger mit einem verwandelten Foulelfmeter ein, nachdem Fallou Diagné (62.) wegen einer Notbremse in seinem 57. Pflichtspiel für Freiburg bereits zum vierten Mal die Rote Karte gesehen hatte. Den Endstand erzielte Carlos Bacca in der Nachspielzeit (90.+1). Durch die bittere Niederlage in Spanien verpasste es der SC zudem, Selbstvertrauen für die Liga zu tanken. Dort empfängt das noch sieglose Team am Sonntag Frankfurt.

Ärger über Freiburger Platzverweis

"Wir hatten die Sache in der ersten Halbzeit eigentlich ganz gut im Griff", sagte Stürmer Mike Hanke. "Es ist dann umso enttäuschender, dass wir wieder einen Platzverweis kassieren und vor allem deshalb verlieren. Da müssen wir uns mal hinterfragen, warum wir so oft ein Spiel zu zehnt beenden."

Im sechsten Spiel binnen 20 Tagen beschränkten sich die Gäste vornehmlich auf eine konzentrierte Defensiv-Arbeit. Vorerst mit Erfolg - denn gegen dicht gestaffelte Freiburger fanden einfallslose Hausherren kaum ein Mittel, lange Bälle landeten immer wieder in den Händen von SC-Schlussmann Oliver Baumann oder im Spielfeld-Aus.

Hanke zur One-Man-Show genötigt

Erstmals richtig gefährlich wurde es erst nach 20 Minuten, als Baumann einen abgefälschten Schuss von Jairo entschärfte. Auch danach ließen die Freiburger kaum Torchancen zu, wenngleich die ein oder andere Verunsicherung vor allem im Spielaufbau zu verzeichnen war und mitunter zu brenzligen Situationen hätte führen können. Im Spiel nach vorne übte sich Freiburg unterdessen in völliger Harmlosigkeit, Alleinunterhalter Mike Hanke brachte immerhin zwei Fernschüsse (8./16.) auf das Tor.

Nach dem Seitenwechsel forcierte Sevilla seine Angriffsbemühungen und brachte die in dieser Phase wackelige Freiburger Abwehr vor allem durch scharfe Steilpässe in Bedrängnis. Nach einem solchen Zuspiel wusste sich Diagne, der erst am Samstag beim 0:5 bei Borussia Dortmund "rot" gesehen hatte, am Strafraum nur mit einer Notbremse zu helfen - Perotti ließ Baumann keine Chance.

In Anbetracht der drohenden Niederlage ging Streich volles Risiko: Nur noch drei Mann sicherten in der Abwehrkette ab, vorne versuchten die eingewechselten Mehmedi und Sebastian Freis ihr Glück. Baumann und Gelson Fernandes ragten bei den Freiburgern heraus, aufseiten der Gastgeber überzeugten der Ex-Schalker Ivan Rakitic und Perotti.

Eigentor bringt Frankfurt auf Siegerstraße

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Sebastian Jung macht in der 66. Minute alles klar.

(Foto: AP)

Die Frankfurter gingen durch ein Eigentor von Nektarios Alexandrou in der 27. Minute in Führung, die Srdjan Lakic (59.) und Sebastian Jung (66.) nach der Pause ausbauten Sie konnten zwar nicht so glänzen wie beim begeisternden 3:0-Auftaktsieg gegen Girondins Bordeaux, hatten die Partie gegen den zyprischen Meister aber jederzeit im Griff.

Dabei mussten die Gäste kurzfristig auf den zuletzt glänzend aufgelegten Stefan Aigner verzichten. Bei dem Mittelfeldspieler brach während des Aufwärmens eine alte Fußverletzung auf. Trainer Armin Veh änderte daraufhin sein System in ein 4-4-2 und schickte Lakic als zweite Sturmspitze von Beginn an auf den Rasen.

Lakic war auch an der ersten gefährlichen Eintracht-Aktion beteiligt. Seine Hereingabe fand jedoch keinen Abnehmer. Ansonsten war von den Hessen in der Offensive zunächst herzlich wenig zu sehen. Im Mittelfeld fehlte es an Kreativität, im Angriff an der nötigen Durchschlagskraft.

Durchbruch erst in der zweiten Hälfte

Zwar bemühte sich der Bundesligist um Ballkontrolle, doch zwingende Aktionen ergaben sich in den ersten 25 Minuten nicht. Bei der Führung, die wie ein Blitz aus heiterem Himmel fiel, kam den Gästen der Zufall zu Hilfe. Nach einem schönen Diagonalpass von Tranquillo Barnetta flankte Jung direkt vor das Tor, wo Alexandrou den Ball ins eigene Netz lenkte.

Der Ball lief nun etwas besser durch die eigenen Reihen, doch Chancen blieben weiter Mangelware. Immerhin stand die Abwehr sicher, so dass Torhüter Kevin Trapp in den ersten 45 Minuten kein einziges Mal eingreifen musste.

Nach dem Wechsel machte Frankfurt dann den Sack zu. Zunächst stellte Lakic nach schönem Doppelpass mit seinem Sturmpartner Vaclav Kadlec das Ergebnis auf 2:0. Wenig später bereitete der Kroate dann den dritten Eintracht-Treffer durch Jung vor. Damit war der Widerstand der Hausherren gebrochen.

Quelle: ntv.de, jtw/sid/dpa

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