Fußball

Die besten Sprüche der Saison "Gefühlsechter als das dünnste Kondom"

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Die 57. Saison der Fußball-Bundesliga ist vorbei, der FC Bayern ist Deutscher Meister. So weit, so erwartbar. Auch die Sprücheklopfer haben wieder gewildert. Wer in dieser Spielzeit das Highlight gesprochen hat, und was noch immer die besten Zitate aller Zeiten sind, das gibt's hier!

Joshua Kimmich ist einer der Spieler der Saison. Sportlich unantastbar, moralisch integer und sprachlich geistreich. Und so lieferte er auch noch einen der schönsten Sprüche. Als er nach seinem Genie-Tor im Geister-Spitzenspiel bei Borussia Dortmund am 28. Spieltag und nach seiner überragenden Laufleistung von fast 14 Kilometern gefragt wurde, wie das denn möglich gewesen sei, meinte er lächelnd: "Ach, kein Problem. Mit den Fans im Rücken geht das schon." Eine echte Perle unter den Bonmots dieser Saison.

Fußballer-Sprüche im Allgemeinen können anregend, philosophisch, hintersinnig oder einfach nur lustig sein - auf jeden Fall spiegeln sie unsere Welt des Fußballs und unsere gesamte Wirklichkeit auf eine äußerst unterhaltsame Art und Weise wider. Genau das ist es auch, was vielen Fans so viel Spaß an und mit ihnen bereitet. Und noch etwas anderes: Ihre Unverwüstlichkeit. Die Klassiker sind wegen ihrer großen Bekanntheit einfach unvergänglich. Oder anders gesagt: Andi Möllers "Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien" ist zwar eigentlich ausgelutscht, aber in seiner ganzen Schlichtheit als Gag immer noch fantastisch.

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Regelmäßig liefern auch die Kommentatoren und Moderatoren sehr amüsant ab. Die Frage, die sich dabei viele stellen: Schreiben sich die Männer und Frauen an den Mikrofonen vielleicht schon vorab ihre feinen Bonmots auf? Eine der größten Koryphäen der Szene, der Reporter Wolff-Christoph Fuss ("Helmes spielt sehr ökologisch - er verbraucht wenig Sauerstoff und schont den Rasen"), schwört Stein und Bein, dass er sich noch nie im Leben ein Zitat zuvor zurechtgelegt hat. Diese Saison sorgte Alex Schlüter von DAZN mit diesem Spruch vollkommen zu Recht für Aufsehen: "Eintracht in der Europa-League ist gefühlsechter als das dünnste Kondom der Welt."

"... weil ich jeden Cent brauche"

Außer Konkurrenz agiert seit jeher Peter Neururer. Im Mai verkündete er seinen endgültigen Rücktritt als Trainer. Und dann musste er sich nicht nur bei einer Harley-Tour mit einem "Vollidioten" rumplagen, der ihn "fünf Meter durch die Luft" schießen ließ, nein, er machte zudem ziemlich zweideutige Andeutungen über seine aktuelle finanzielle Lage. Als er in unserem Fragebogen "22 + 3 Antworten sollt ihr sein!" gefragt wurde, ob er auch für Toilettenpapier Werbung machen würde, antwortete Neururer: "Im Augenblick würde ich jede Werbung machen, die ethisch-moralisch vertretbar ist - weil ich jeden Cent brauche." Gott sei Dank wurde kurz darauf bekannt, dass er sich mittlerweile in Festanstellung im Spielerberater-Geschäft tummelt.

Immer wieder für Überraschungen sorgen auch die Unparteiischen. Aus der Kreisliga wurde diese Perle überliefert: Spieler: "Das war doch Vorteil!" - Schiri: "Wenn Sie den Ball haben, ist das kein Vorteil für Ihre Mannschaft!" Und im Profibereich hatte Manuel Gräfe viele Lacher sicher, als er sich diese Saison an seine Anfänge als Schiri erinnerte: "Der Einzige, den ich gesiezt hab, war Olli Kahn. Ich war Mitte 20 und hatte Angst."

Ein Verein ließ seine Fans am Ende der Spielzeit mal wieder so richtig leiden. Das veranlasste den Schalker Blogger Hassan Talib Haji zu diesem fast schon poetischen Gedanken für die Ewigkeit: "Ich habe mal zu meiner Schwester gesagt: Wenn du irgendwann mal einen Mann heiratest, nimm einen Schalker. Den kannst du so oft enttäuschen, wie du willst - der bleibt immer an deiner Seite."

Wesentlich seltener, aber darum auch immer sehr schön, sind komplette Wort-Neuschöpfungen. Der ehemalige KSC-Trainer Alois Schwartz präsentierte nach der 0:3-Derby-Niederlage seiner Karlsruher in der Hinrunde beim VfB Stuttgart ein solch neues Wort, dass durchaus Chancen hat, in den Sprachschatz vieler Fußballer einzugehen: "Das war so ein richtiges Glücksfickertor." Muss man auch erst einmal drauf kommen.

Zum Schluss noch ein Blick zurück. Es ist unmöglich aus dem Sack der Möglichkeiten nur elf Zitate auszuwählen - doch um mal eine gewisse Bandbreite aus dem Sprüche-Paradies abzubilden, seien diese elf Perlen vorgestellt:

1) Dr. Müller-Wohlfahrt: "Wegen Gyula Lorant hätte ich beinahe aufgehört. Er hat mir mal erklärt, dass man einen herausgesprungenen Meniskus am besten mit der Eckfahne wieder reinhaut."

2) Heribert Faßbender (bei einem Spiel des 1. FC Köln in Frankreich): "Toulouse or not to lose, das ist hier die Frage. Bitte verzeihen sie mir diesen kleinen Kalauer."

3) Thomas Hitzlsberger: "Die Schweden sind wie die Mittdreißiger in der Disco: Hinten reinstellen und warten, ob sich was ergibt."

4) Günther Jauch: "Wenn der Nebel dick wie Calmund, sieht man nix im weiten Halbrund."

5) Jürgen Klopp: "In Extremsituationen muss man ideenreich sein. Den Junggesellenabschied eines Kumpels haben wir im Nikolaus-Kostüm gefeiert. Voll maskiert."

6) Gerry Francis: "Der Transfermarkt war so tot, dass ich mich selbst mit verstellter Stimme angerufen habe, um ein bisschen frischen Wind in die Sache zu bringen."

7) Johan Vermeersch (Präsident): "Ich schmeiß nach der Saison beim FC Brüssel alle raus - bis auf die Waschmaschine. Sie war die Einzige, die das gemacht hat, wofür wir sie bezahlt haben."

8) Thorsten Legat (nach seinem Wechsel zum VfB Stuttgart auf die Frage, wie er denn Spätzle fände): "Die hab ich noch nicht probiert, aber im Allgemeinen mag ich Geflügel sehr gerne."

9) Vereinsarzt: McGlashan hat eine Gehirnerschütterung, und er weiß nicht mehr, wer er ist. Trainer John Lambie: "Oh, prima. Dann sag ihm, er ist Pelé und schick ihn zurück aufs Feld."

10) Uli Borowka: "Auch wenn wir heute verlieren, einer von euch kommt noch ins Krankenhaus!"

11) Mehmet Scholl: "Ich hatte noch nie Stress mit meiner Frau, bis auf das eine Mal, wo sie mit aufs Hochzeitsfoto wollte."

Quelle: ntv.de