Skandalspiel bei Rot-Weiss EssenGroße Sorge um Torwart: "Felix geht es wirklich nicht gut"

Das Drittligaspiel zwischen Rot-Weiss Essen und Waldhof Mannheim steht kurz vor dem Abbruch, nachdem RWE-Torwart Felix Wienand durch einen explodierten Böller verletzt wird. Er muss ins Krankenhaus. Trainer Uwe Koschinat ist sehr angefasst.
Uwe Koschinat hatte gerade seinen 100. Sieg als Drittliga-Trainer gefeiert. Doch in den Party-Modus wollte der Coach von Rot-Weiss Essen nicht schalten. Zu schlimme Szenen hatten sich zuvor im Stadion an der Hafenstraße beim 1:0-Sieg gegen Waldhof Mannheim ereignet. Torwart Felix Wienand war auf dem Weg ins Krankenhaus. Aus dem Block der Mannheimer war in der 53. Minute ein Böller auf den Rasen geflogen und unmittelbar neben dem 23-Jährigen detoniert.
Wienand ging zu Boden und hielt sich schwer gezeichnet die Ohren. Das waren erschreckende Szenen. Schiedsrichter Lennart Kernchen unterbrach das Spiel und schickte die beiden Mannschaften in die Kabinen. Der Torwart konnte nicht weitermachen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Was er genau hat, wie es für ihn weitergeht, das ist noch unklar. Der Verein schrieb auf X von einem "Knalltrauma" und einer "akuten Belastungsreaktion" beim Torhüter. Weitere Informationen sollen folgen.
Die Stimmung in Essen war mächtig getrübt. Innerhalb der Mannschaft, aber auch auf den Tribünen. Dass das Spiel nach einer 40-minütigen Unterbrechung wieder angepfiffen wurde, stieß bei vielen Fans nicht auf Verständnis. Viele hatten auch noch das Spiel gegen Preußen Münster an der Hafenstraße in Erinnerung, das 2022 nach einem Böllerwurf aus dem Essener Block abgebrochen worden war. Essens Veranstaltungsleiter Damian Jamro beschrieb die Kommunikation in den Katakomben laut reviersport.de so: "Der Schiedsrichter wollte die Partie unbedingt sportlich zu Ende bringen. Wir haben die Entscheidung akzeptiert und sind dementsprechend rausgegangen und haben Gott sei Dank, das Spiel am Ende auch mit 1:0 gewonnen."
"Gesundheit des Spielers mutwillig aufs Spiel gesetzt"
Die Partie stand nach dem Vorfall dicht vor dem Abbruch. Offenbar wurde auch diskutiert, ob die Sicherheit bei einer solchen Entscheidung gewährleistet wäre. Schließlich wurde aber zu Ende gespielt. Der mutmaßliche Täter soll identifiziert und festgenommen worden sein. Zum Zeitpunkt der Unterbrechung führte Essen durch ein Tor von Marek Janssen mit 1:0.
Über den sportlichen Wert des Siegs wollte Trainer Koschinat kaum reden, auch wenn er die Essener im Aufstiegsrennen näher an den MSV Duisburg heranbrachte, der derzeit den Relegationsrang drei belegt. Koschinat war mit seinen Gedanken nur bei seinem Keeper: "Ihm geht es wirklich nicht gut. Es geht um die Gesundheit eines Spielers, die wurde sehr mutwillig aufs Spiel gesetzt. Wir hoffen alle, dass er keine längerfristigen Schäden davon trägt. Das ist ja bei so einer Aktion durchaus zu befürchten."
Auch der Mannheimer Sportdirektor Mathias Schober übte Kritik: "Das gehört sich nicht, das werden wir aufarbeiten. Ich hoffe, dass diejenigen zur Rechenschaft gezogen werden, die dafür verantwortlich sind", sagte Schober, der Wienand noch aus der Zeit beim FC Schalke 04 kennt: "Gute Besserung an Felix Wienand. Das gehört nicht zu einem Fußballspiel. Es tut mir sehr, sehr leid." Vor der Detonation sollen auch im Essener Block Böller explodiert sein. Zudem wurden offenbar auch außerhalb des Stadions Raketen gezündet.