Fußball

Löw sieht "Vorbildverein" Jetzt trifft der SC Freiburg auf den König der Europa League

08.05.2026, 06:44 Uhr
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Kein Trainer hat den zweitwichtigsten Europapokal so oft gewonnen wie Unai Emery. (Foto: IMAGO/Shutterstock)

Der SC Freiburg schreibt ein Fußball-Märchen und rauscht ins Endspiel der Europa League. Im Kampf um den Silberpott bekommen es die Breisgauer nun aber mit dem König des Wettbewerbs zu tun. Joachim Löw adelt seine alte Liebe derweil zum Vorbild für Deutschland.

Nicht nur der SC Freiburg träumt vom Europapokal, auch bei Aston Villa gieren sie 44 Jahre nach dem sensationellen Gewinn des Landesmeister-Finales über den FC Bayern nach dem Silberpott. Im 4:0-Sieg Villas steckte indes weit weniger Drama als in der spannenden Schlussphase des 3:1 der Freiburger gegen Sporting Braga. Edelfan Prinz William freute sich in der Ehrenloge des Villa Parks schon frühzeitig über den Einzug ins Endspiel am 20. Mai in Istanbul. Immer wieder pumpte der britische Thronfolger die Fäuste in die Luft und schrie vor Freude.

Wie sollte er auch anders? Als Fan von Aston Villa hatte er selten Anlass zum Feiern, nun fehlt seinem Herzensverein nur noch ein Sieg zum ersten Europapokaltitel seit 44 Jahren - und was soll im Europa-League-Finale gegen den SC Freiburg schon schiefgehen, wenn der Trainer Unay Emery heißt? Kein Trainer hat die Europa League so oft gewonnen wie der Spanier. von 2014 bis 2016 mit dem FC Sevilla, dann noch einmal 2021 mit dem FC Villarreal. Auf diese Spezialität seines Coaches hofft auch Ollie Watkins, Torschütze zum Führungstor beim 4:0 im Halbfinal-Rückspiel gegen Nottingham Forest. "Es gibt keinen besseren Trainer, der uns auf dieses Spiel vorbereiten und ins Finale führen könnte. Seine Erfolgsbilanz spricht für sich. Wir müssen jetzt gewinnen", forderte der englische Nationalspieler bei TNT Sports.

SC Freiburg hat "so geackert"

Mit Blick auf das Endspiel am 20. Mai in Istanbul gegen den Sport-Club legte sich auch die BBC in einer ersten Wertung kurz nach dem Spiel fest: "Freiburg belegt in der Bundesliga den siebten Platz, hat 14 Punkte Rückstand auf den Sechsten und noch nie einen Titel gewonnen. Zweifellos ist Aston Villa im Finale der Favorit." In Freiburg dürfet man das nicht anders sehen. Klein machen sich die Badener nach dem größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte aber auch nicht. Zwar habe Villa "unfassbare Qualität", der Sport-Club könne jedoch mit "vollem Selbstbewusstsein" ins Spiel gehen, sagte Stürmer Igor Matanovic bei RTL. Gewinnt Freiburg den Cup, wartet in der kommenden Saison gar ein Startplatz in der Champions League.

Kapitän Vincenzo Grifo fand den Freiburger Finaleinzug "einfach überragend" und wurde grundsätzlich: "Ich will mich gar nicht so sehr aus dem Fenster lehnen, aber diese Mannschaft, dieser Verein hat das einfach verdient. Über die letzten Jahre, mit dem, was wir geleistet haben, haben wir es wirklich verdient. Wir haben so geackert, wir haben so gearbeitet, wir haben so an Details gearbeitet. Deswegen hat es diese Mannschaft, dieser Verein, diese Stadt mit dieser Energie einfach so verdient, im Finale zu stehen."

Löw: Freiburg hat eine "klare Identität"

Trainer Julian Schuster war von den Szenen in Freiburg überwältigt. Das 1:2 aus dem Hinspiel hatte seine Mannschaft früh gedreht, nach dem 1:3 der in Unterzahl spielenden und stark kämpfenden Portugiesen wurde es noch einmal spannend. Nach Abpfiff gab es im Europa-Park-Stadion kein Halten mehr. In dem vielleicht zivilisiertesten Platzsturm, den man je gesehen hat, fluteten die Fans den Rasen. Spieler und Anhänger lagen sich in den Armen. Schuster feierte noch lange nach dem Schlusspfiff im Block mit den Fans, während Vereinslegende Christian Günther den Einpeitscher am Mikrofon spielte. "Ich spüre eine unglaublich große Freude, wenn ich in die Gesichter der Menschen schaue", sagte der Trainer des SC Freiburg bei RTL: "Das ist das, was überwiegt, und was für alle Ewigkeiten bleiben wird. Das allerwichtigste ist in solchen Momenten, genau zu wissen, wer man ist", sagte Schuster gerührt. "Das zeichnet die Menschen hier in der Region aus, dass sie wissen, was notwendig ist, um solche besonderen Momente zu erleben."

Weltmeister-Macher Joachim Löw hatte seine alte Liebe (er war lange Rekordtorschütze des SC Freiburg) schon vor dem Spiel in den höchsten Tönen gelobt. Der Erfolg der Badener sei "natürlich kein Zufall. Freiburg ist in den letzten zehn, 15 Jahren in jeder Beziehung richtig zum Vorbildverein geworden", sagte der frühere Bundestrainer: "Der Verein ist sehr gut aufgestellt, hat klare Strukturen und eine klare Identität. Die Trainer vermitteln eine klare Identifikation und eine Haltung, wie sie spielen wollen. Freiburg bewahrt die Ruhe und hat diese Kontinuität in den verantwortlichen Positionen. All das trägt dazu bei, dass Freiburg so stark ist und so groß geworden ist."

Quelle: ntv.de, mar/sid

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